Ätzende Stoffe

Definition

Zerstören bei Kontakt lebendes Gewebe. Ätzende Stoffe können Metalle und Holz angreifen. Bestimmte ätzende Stoffe können auch bei Pyrolyse und Verbrennung entstehen und bilden im Brandgas bzw. Brandrauch Atemgifte mit Reitz- und Ätzwirkung.

Erläuterung

Ätzende Stoffe sind z. B. Chlorwasserstoff, Ammoniak, Ätzkali, Säuren und Laugen.

Je nach Inkorporationsmöglichkeit ist Atemschutz, bei Kontaminationsgefahr ggf. auch Schutzkleidung zu tragen.

Transportfahrzeuge und Transportbehälter mit ätzenden Stoffen sind entsprechend Gefahrgutrecht zu kennzeichnen.

Atemgift

Definition

in der Luft befindliche Gase, Dämpfe und Schwebstoffe, die mit der Atmung in den menschlichen Körper gelangen und schädlich auf den Organismus einwirken können.

Erläuterungen

Dosis und toxischen Wirkungen der Atemgifte können vorübergehende oder bleibende gesundheitsschädigende Wirkungen verursachen oder zum Tod führen.

Die Einteilung der Atemgifte erfolgt nach ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper in Atemgifte

  • mit erstickender Wirkung, z.B. Methan NH4, Stickstoff N2,
    Kohlendioxid CO2 *)
  • mit Reiz- und Ätzwirkung, z.B. nitrose Gase, Ammoniak NH3
  • mit Wirkung auf Blut (z. B. Kohlenmonoxid CO), Nerven
    (z. B. Benzol C6H6) und Zellen (z. B. Blausäure HCN)

*) CO2 in Konzentrationen ab etwa 8 Vol.-% wirkt lähmend auf das Atemzentrum

Nervengift (Atemgift)

Definition

Gefährliche Stoffe, die Nerven oder Nervensysteme beeinflussen oder lähmen können.

Erläuterung

Als Atemgift zählen sie zu den in der Luft befindlichen Gasen, Dämpfen und Schwebstoffen, die mit der Atmung in den menschlichen Körper gelangen und schädlich auf den Organismus einwirken können sowie eine Wirkung auf Blut, Nerven und Zellen besitzen. Dazu zählt z. B. die Blausäure HCN.

Toxine

Definition

von einem Lebewesen synthetisiertes Gift.

Erläuterung

Toxine bestehen meist aus Eiweißverbindungen wie Peptide und Proteine und sollen ihren Produzenten, z. B. Giftschlangen, zur Verteidigung dienen.

Menschen schützen sich mit Atemschutzgeräten vor dem Einatmen aerosol, dampf– oder gasförmiger Toxine.

Chlorwasserstoff (HCl)

Definition

farbloses, stechend riechendes Gas, das in Wasser, z. B. auch Löschwasser oder Feuchtigkeit menschlicher Schleimhäute, gelöst Salzsäure (Chlorwasserstoffsäure) bildet.
An feuchter Luft bildet HCl-Gas einen Nebel aus feinen Salzsäure-Tröpfchen

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Im Brandgas enthaltener Chlorwasserstoff wird zum Atemgift mit reizender und ätzender Wirkung, sowie er eingeatmet wird. Nach dem Einatmen verbindet er sich mit Körperfeuchte, z. B. dem Speichel im Rachenraum und der Feuchtigkeit der Schleimhäute der Atemwege zu Salzsäure und ätzt bzw. zerstört sie.

Brandrauch

Definition

Brandrauch ist ein Stoffgemisch aus einer Vielzahl von Feststoffen, Gasen, Dämpfen und Aerosolen. Er wird gebildet, in dem die Thermik des Brandes im Brandgas Teilchen mit reißt. Solche Teilchen können unverbrannte oder teilverbrannte Stoffteilchen, Flüssigkeitströpfchen Asche und Ruß sein.
Er lässt sich vereinfacht folgendermaßen darstellen:
Brandgas + Schwebstoffe + Thermik = Brandrauch

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Brandrauch enthält bis zu 5.000 verschiedene giftige und ätzende Stoffe. Seine Menge und Zusammensetzung hängt vom brennenden Stoff und den Verbrennungsbedingungen ab. So führt Sauerstoffmangel z. B. zu einer unvollständigen Verbrennung bei der verstärkt Kohlenmonoxid CO, das häufigste und ein sehr gefährliches Atemgift entsteht.

Ammoniak

Definition

Ammoniak ist ein stark stechend riechendes, farbloses, wasserlösliches, ätzendes und giftiges Gas. Es ist Bestandteil der Pyrolyse und von Brandrauchgasen organischer Stoffe. Ammoniak wirkt beim Menschen ätzend auf feuchte Körperstellen, z. B. die Schleimhäute der Atemorgane. Ammoniak gehört deshalb zur Gruppe der Atemgifte mit ätzender und reizender Wirkung.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterungen

Auf Grund der starken Sinneswahrnehmbarkeit von Ammoniak als Folge des stark stechenden Geruchs lässt sich der Stoff bereits in noch relativ ungefährlichen Konzentrationen erkennen. Sollte es dennoch zum Einatmen von Ammoniak kommen, kann es zur Auslösung des Atemschutzreflexes kommen. Beim Einatmen von Konzentrationen ab etwa 1700 ppm besteht Lebensgefahr durch Verätzungen, z. B. Kehlkopfödem und Lungenödem.