Atemschutzgeräte, multifunktional filtrierend

Definition

sind Atemschutzgeräte, die in ihrem Filtermodus in unterschiedlicher Funktion betrieben werden können.

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Beispiel

Gebläsefiltergerät „eingeschaltet“ oder „ausgeschaltet“

Atemschutzgerät, multifunktional atemgasliefernd

Definition

Sind Atemschutzgeräte, die in ihrem atemgasliefernden Modus in unterschiedlicher Funktion betrieben werden können.

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Beispiel

Umschaltung von Schlauch- auf Druckgasflaschenversorgung

Atemschutzgerät, kombinierte

Definition

sind Atemschutzgeräte, die entweder im filtrierenden Betriebsmodus oder im atemgasliefernden Betriebsmodus betrieben werden können.

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Beispiel

Behältergerät mit Umschaltung auf Filterbetrieb

Atemschutzgeräte mit auswechselbarem Partikelfilter

Definition

Atemschutzgeräte mit auswechselbarem Partikelfilter sind Persönliche Schutzausrüstung. Die Luft strömt durch die Partikelfilter in dem Atemanschluss. Die Ausatemluft strömt durch Ausatemventile oder andere Vorrichtungen in die Umgebungsatmosphäre. Die Atemschutzgeräte haben somit keine Fremdschutzwirkung.

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Erläuterung

Atemschutzgeräte mit auswechselbarem Partikelfilter dienen zum Schutz des Trägers/der Trägerin vor Tröpfchen und gegen Aerosole. Atemschutzgeräte mit auswechselbarem Partikelfilter müssen einem Zulassungsverfahren (z.B. DIN EN 140 in Verbindung mit DIN EN 143) unterzogen worden sein.

Rückenplatte

Definition

Hauptteil des Pressluftatmers, an dem alle übrigen Teile dieses Atemschutzgerätes angebracht sind

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Erläuterung

Moderne Pressluftatmer verfügen über ein Tragegestell, das dem Atemschutzgeräteträger ergonomisch geformt in Zusammenhang mit drehbarem Beckengurt, breiten Schultergurten und leicht bedienbaren Schnellverschlüssen ein Höchstmaß an Tragekonform bietet. Selbst bei schwierigen Einsatzbedingungen sichern so ausgestattete Rückentrageplatten stets den erforderlichen Sitz des Pressluftatmers am Körper des Atemschutzgeräteträgers. Die in der Rückentrageplatte integrierten Hoch- und Mitteldruckleitungen des Gerätes ermöglichen hohe Tragesicherheit und Wartungskonform.

Atemschutzgerät – Halterung

Definition

Halterung in Fahrzeugen zur Aufnahme von Atemschutzgeräten.

Erläuterung

Bei Feuerwehrfahrzeugen befinden sich die Halterungen im Aufbau, Fahrtrichtung links und in der Mannschaftskabine, ggf. auch am Gruppenführersitz.

Atemschutzgerät – Instandhaltung

Definition

Zur Instandhaltung von Atemschutzgeräten (ASG) gehören Kontrolle, Reinigung, Wartung, Reparatur und Prüfung.
Die Instandhaltung dient zur Wiederherstellung des Sollzustandes, d.h. der Einsatzbereitschaft des ASG. Sie ist nach jedem Gebrauch oder nach den vorgeschriebenen Wartungsintervallen durchzuführen. Darüber informieren Prüfkalender und Gebrauchsanweisung.

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Erläuterungen

Aus dem Prüfkalender lässt sich erkennen, wann was instandgesetzt werden muss. Die Gebrauchsanweisung gibt Informationen, z.B. über die Demontage der Geräte, ihre Reinigung, Desinfektion und den Ersatz verbrauchter Materialien (Flaschenfüllung, Alkalipatronen, Filtereinsätze), über Reparaturen, den Austausch von Originalteilen sowie die Prüfung der Geräte.

Wiederverwendbare Teile von ASG, z.B. Lungenautomaten und Druckluftflaschen, und ihre Instandhaltung werden in einer Kartei oder Datei erfasst. Ebenso werden alle Einsätze sowie die Lagerung und Instandhaltung festgehalten. Die Instandhaltung von ASG wird von einem ausgebildeten Atemschutzgerätewart durchgeführt.

Atemschutzgerät – Bewertung

Definition

Analyse der Eigenschaften eines Atemschutzgerätes bezüglich der Erfüllung gegebener Bedürfnisse. Eine Atemschutzgeräte-Bewertung kann aber auch bedeuten, das Gerät hinsichtlich einer gegebenen Vorschrift, z. B. ihrer Norm abzuprüfen.

Erläuterungen

Beispiel:

In einem Lackierbetrieb kann davon ausgegangen werden, dass die Umgebung über ausreichend Sauerstoff verfügt, aber mit Lösemitteldämpfen kontaminiert ist. Es muss also ein Filtergerät zur Aufnahme der Lösemitteldämpfe eingesetzt werden.

Atemschutzgerät – Dichtsitz

Definition

Voraussetzung für die Schutzwirkung eines Atemschutzgerätes (ASG) ist ein guter Dichtsitz des Atemanschlusses. Dafür ist beim Aufsetzen eines Atemanschlusses die Gebrauchsanweisung des Herstellers zu beachten; z.B. muss beim Anlegen einer Maske der korrekte Dichtsitz eingehalten werden.

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Erläuterungen

Bei Personen mit Bärten oder Koteletten im Bereich der Dichtrahmen von Voll- und Halbmasken ist der Dichtsitz nicht gewährleistet; Barterlass. Ebenso sind Personen mit extremer Kopfform oder mit tiefen Narben als Geräteträger nicht geeignet.

Moderne Atemanschlüsse sind auch für Brillenträgern geeignet, da die Brillengestelle entweder in der Maske integriert sind oder bei Halbmasken die entsprechende Brillenform gewählt werden.

Anschlussgewinde

Definition

Bezeichnung für das Gewinde zwischen Atemanschluss und Lungenautomat des Pressluftatmers oder dem Filter.

Erläuterungen

Das Anschlussgewinde ist bei Atemschutzgeräten für die Überdruck – Atemtechnik am Atemanschluss ein Innengewinde, am Lungenautomat und Filter ein Außengewinde M 45 x 3;

  • bei Atemschutzgeräten für Normaldruck am Atemanschluss ein Innengewinde und am Lungenautomat bzw. Filter ein Außengewinde 40 x 1/7 Zoll
  • bei Regenerationsgeräten am Atemanschluss und am Anschlussstück ein Zentralgewindeanschluss.

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Kompatibilität von Atemschutzgeräten

Atemschutzgeräte sind persönliche Schutzausrüstungen der Kategorie 3, also PSA, die gegen tödliche Gefahren oder ernste und irreversible Gesundheitsschäden schützen. Für Persönliche Schutzausrüstungen dieser Kategorie wird die EG-Baumusterprüfbescheinigung einer benannten Stelle und regelmäßige Kontrollmaßnahmen gefordert. Sie sind Voraussetzung für die EG-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung (Zertifizierung).

Geprüfte und zertifizierte Atemschutzgeräte erfüllen entsprechende Normen, z. B.  Vollmasken der Feuerwehr die DIN EN 136/3 und Pressluftatmer die DIN EN 137 „Behältergeräte mit Druckluft (Pressluftatmer)“ . Ihre Zulassung für den europäischen Markt erfolgt im Rahmen o.g.  Zertifizierung. 

Begriff Zertifizierung

Prozess, bei dem eine EG-Baumusterprüfbescheinigung für ein Gerät nach der Erfüllung der grundlegenden Anforderungen einer Europäischen Richtlinie, z. B. der PSA-Richtlinie 89/686/EWG (Europäische Direktive), ausgefüllt wird. Mit der Zertifizierung bestätigt man die erfolgreich durchgeführte Prüfung z. B. eines Atemschutzgerätes.

Diese Zertifizierung führen Prüfstellen durch. Nach erfolgreicher Zulassungsprüfung erhalten diese PSA die CE-Kennzeichnung.

Begriff CE-Kennzeichnung

gibt an, dass ein Produkt die grundlegenden Anforderungen einer Europäischen Direktive erfüllt und im Bereich der Europäischen Union in Verkehr gebracht werden darf. Die CE-Kennzeichnung ist auf dem Produkt anzubringen

CE : Abkürzung für Commnunautée Europén ( franz.= Europäische Gemeinschaft)

Mit dem CE-Kennzeichen wird also die Erklärung des Herstellers dokumentiert, dass sein Produkt die Sicherheitsanforderungen der europäischen Richtlinien erfüllt. Bei persönlichen Schutzausrüstungen, die in besonders gefährlichen Bereichen eingesetzt wird, z. B. umluftunabhängige Atemschutzgeräte, besteht die CE-Kennzeichnung aus CE-Zeichen und der Nummer der Zertifizierungsstelle. Damit wird gezeigt, dass eine Konformitätsbescheinigung vorliegt und die Zertifizierungsstelle, z. B. die Dekra-Exam in Essen, eine Kontrolle der Fertigung und des Qualitätssystems des Herstellers der PSA durchführt.

Wenn der Hersteller seine PSA danach einer zusätzlichen Prüfung entsprechend Richtlinie vfdb 0810 – 02 Atemschutzgeräte unterziehen lässt, hat er nach erfolgreichem Abschluss die Bestätigung, dass seine Vollmaske oder sein Atemschutzgerät mit allen anderen, die ebenso diese zusätzliche Prüfung bestanden haben, kompatibel ist. Mit diesen Zusatzprüfungen haben alle deutschen Hersteller (Bartels+Rieger, Dräger, Interspiro, MSA) eine wechselseitige, rechtssichere und technisch abgesicherte Nutzung innerhalb der in der Tabelle aufgezeigten Möglichkeiten ihre Ausrüstungen bestätigen lassen. So ist eine zumindest begrenzte Kompatibilität zwischen Atemschutzgeräten verschiedener Hersteller abgesichert. Zum Wohl der Nutzer der Atemschutzgeräte und der gegenseitigen Austauschbarkeit von Systemkomponenten im Atemschutzeinsatz ergeben sich die damit folgenden Schnittstellen an einem Pressluftatmer (siehe Tabelle).

Das trifft zu für alle Vollmasken nach DIN EN 136/3 und die Pressluftatmer nach EN 137, die die Bedingungen der Richtlinie vfdb 0810/2 Auswahl PSA – Atemschutzgeräte erfüllen, also auch Pressluftatmer mit Zweitanschluss und Pressluftatmer mit Schnellfülleinrichtung. Zu diesen Bedingungen gehören u.a.:

  • für die Brandbekämpfung geeignet
  • ohne Werkzeug kuppelbare Mitteldruckleitung
  • mindestens 1.600 l Atemluftvorrat
  • Druckgasflasche (inkl. Gasflaschenventil) entspricht Druckgeräterichtlinie 97/23/EG
  • Ventile von Druckgasflaschen überragt nicht den unteren Rand des Tragegestells
  • mit akustischer Warneinrichtung
  • Lungenautomat mit Gewindeanschluss M 45 x 3 ist mit „A“ gekennzeichnet
  • Druckgasflaschen gleichen Volumens, gleicher Größe und gleichen Nenndruckes sind gegeneinander austauschbar
  • Rüttelsicherung o.ä. vorhanden
  • Informationsbroschüre des Herstellers (Bedienungsanleitung) liegt Gerätelieferung bei.

Die Übereinstimmung und Eignung von Atemschutzgeräten für die deutschen Feuerwehren entsprechend der Richtlinie vfdb 0810/2 Auswahl PSA – Atemschutzgeräte, vor allem hinsichtlich der in der Tabelle aufgezeigten Kompatibilität, wird durch eine vom vfdb-Referat 8 benannte Fachstelle entsprechend vfdb-Richtlinie 0800 bestätigt.

An einer Übersicht von Atemschutzgeräten für die Feuerwehren, die den Anforderungen der Richtlinie vfdb 0810/2 Auswahl PSA – Atemschutzgeräte entsprechen, insbesondere die der Kompatibilität, wird derzeitig gearbeitet.

Seit 2016 sind bereits alle die Atemschutzausrüstungen im Internet aufgezählt, die eine gültige EG-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung besitzen. Sie erreichen diese Internet-Plattform „Verzeichnis zertifizierter Atemschutzgeräte“ unter

Wichtige Adresse: Auflistung der zertifizierten Atemschutzgeräte

https://www.bgrci.de/de/atemschutzzentrum/start/atemschutzgeraete/uebersicht-atemschutzgeraete/

Diese Übersicht wird durch die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) und das Referat „Persönliche Schutzausrüstungen“, Sachgebiet „Atemschutz“ herausgegeben. In ihr werden zertifizierte Atemschutzgeräte und Filter veröffentlicht, um Hinweise auf geeignete Atemschutzgeräte zu geben. Sie haben über Suchfunktionen die Möglichkeit, Geräte, Gerätegruppen oder Hersteller schnell zu finden und über einen Link die Webseite des Herstellers aufzurufen. Das Portal bildet den Markt überwiegend ab, beansprucht jedoch keine Vollständigkeit.

Die BGRCI und das Referat „Persönliche Schutzausrüstungen“, Sachgebiet „Atemschutz“, veröffentlichen das Portal, um Anwendern und den für die Arbeitssicherheit zuständigen Institutionen Hinweise für die Verwendbarkeit und Beschaffung geeigneter Atemschutzgeräte gemäß § 29 der BGV „Grundsätze der Prävention“ zu geben. www.atemschutzlexikon.de darf seinen Nutzern mit freundlicher Genehmigung der BGRCI, Kompetenz-Center Notfallprävention, Standort Hohenpeißenberg diesen Service anbieten.

Beschaffung und Nutzung von Atemschutzgeräten ohne Zusatzprüfung zum Feststellen der Feuerwehreignung

Name:

Richard Reiter und weitere zahlreiche Anfrager

Frage:

Wir wollen mehrere Pressluftatmer PSS 3000 von Dräger beschaffen. Nun haben wir gehört, der hat keine Feuerwehrzulassung. Dürfen wir den dennoch kaufen und auch im Feuerwehreinsatz tragen?

Antwort

Hallo Herr Reiter,

eine „Feuerwehrzulassung“ im engeren Sinne gibt es nicht, wohl aber eine zusätzliche Eignungsprüfung zertifizierter Persönlicher Schutzausrüstung (PSA), z. B. Pressluftatmer. Dabei wird verglichen, ob die Eigenschaften der PSA den Anforderungen der Richtlinie „vfdb 0810-02“ (Auswahl von PSA für die Feuerwehr, bisher: vfdb Richtlinie 0802) entspricht. Wenn die Prüfung positiv ausgeht, ist sie für den Feuerwehreinsatz geeignet und kann relativ bedenkenlos beschafft werden

Den PSS 3000 hat die Dekra-Exam nach EN 137:2006, Typ 2 zertifiziert. Der oben beschriebenen zusätzlichen Eignungsprüfung nach Richtlinie „vfdb 0810-02“ (Auswahl von PSA für die Feuerwehr) wurde er nicht unterzogen. Der PA kann aber dennoch beschafft und benutzt werden, auch im Bereich Feuerwehr. Dafür und grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeber (hier: Träger des Brandschutzes bzw. Bürgermeister bzw. Leiter der Feuerwehr) muss nach „PSA-Benutzerverordnung“ § 2 in einer Gefährdungsanalyse die Benutzung ohne Gefährdung nachweisen. Um diese Aussage zu erhalten kann er benutzen

a) die Ergebnisse einer eigenen Gefährdungsanlyse oder
b) den Vergleich zwischen Eigenschaften PA und Forderungen RL 0810-02

Beim PSS 3000 wäre also eine eigene Gefährdungsanalyse zu erstellen.
Alternativ wäre auch ein Aufrüsten zum PSS 4000, 5000 oder 7000 möglich, da diese PA die zusätzliche Eignungsprüfung nach RL 0810-02 erhalten haben. Dazu sind Aufrüstsets erhältlich.

Wolfgang Gabler
Ltr. Redaktion

Restdruck

Definiton

ist der Druck in der Druckgasflasche eines Atemschutzgerätes, z.B. in der Druckluftflasche eines Pressluftatmers, der sich nach Beendigung der Einsatz- oder Arbeitstätigkeit noch in der Druckgasflasche befindet.

Erläuterung

Auch der Restdruck ist, z. B. beim Pressluftatmer, am Manometer ablesbar. Der sich aus dem Restdruck ergebende Atemluftvorrat lässt sich berechnen. Er ermöglicht Rückschlüsse auf die weitere Verweilzeit unter dem Atemschutzgerät.

Bildquelle: Dräger AG

Reservepressluftatmer

Definition

zusätzlicher Pressluftatmer für Atemschutzeinsätze.

Erläuterung

Reservepressluftatmer

  • wird als Reservegerät für einen eventuell ausgefallenen
    Pressluftatmer des Atemschutztrupps vom Sicherheitstrupp
    mitgeführt.
  • bezeichnet die zusätzlichen Pressluftatmer, die z. B. auf
    einem Gerätewagen Atemschutz mitgeführt werden oder in der
    Atemschutzwerkstatt bereit liegen, damit weitere Kräfte
    eingesetzt werden können oder ein Gerätetausch durchgeführt
    werden kann.

Bildquelle: Dräger AG

Schlüsselschalter

Definition

Abnehmbare Bauteile an Bewegungsmeldern.

Erläuterung

Mit Schlüsselschaltern lassen sich die Bewegungsmelder ein- und ausschalten. Wenn der Bewegungsmelder nicht über eine Rückstellmöglichkeit für einen z. B. versehentlich ausgelösten Hauptalarm ohne Schlüssel verfügt, sollte der Angriffstrupp einen Ersatzschlüssel mitführen, um ggf. das Alarmsignal abschalten zu können.

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Atemschutzgerät (ASG)

Definition

Sammelbegriff für eine persönliche Schutzausrüstung, die den Atemschutzgeräteträger vor dem Einatmen von schädigenden Stoffen, z. B. Atemgiften, schützen. Umluftunabhängige Atemschutzgeräte schützen darüber hinaus noch vor Sauerstoffmangel.

Erläuterungen

Man unterscheidet nach DIN EN 133
  • Filtergeräte (abhängig von der Umgebungsatmosphäre wirkende
    Atemschutzgeräte bzw. Atemanschluss und Filter) und
  • Isoliergeräte (unabhängig von der Atmosphäre wirkende
    Atemschutzgeräte bzw. Atemanschluss und Atemgas).

Atemschutzgeräte werden nach einem Prüfkalender gewartet, gepflegt, instand gehalten und geprüft.

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Tragevorrichtung

Definition

Teil eines Atemschutzgerätes (ASG) zur Befestigung des ASG am Körper des Atemschutzgeräteträgers (ASGT) und zur Aufnahme und Befestigung aller Bauteile.

Erläuterung

Die Tragevorrichtung eines Pressluftatmers ermöglicht dem ASGT das Anlegen und Tragen des Gerätes und nimmt z. B. Druckminderer, Bänderung und Druckluftflasche auf.

Es besteht aus der Rückentrageplatte und der Bänderung mit Polsterung.

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Umluftunabhängiges Atemschutzgerät

Definition

wirkt unabhängig von der Umgebungsatmosphäre. Es bietet Schutz gegen Sauerstoffmangel und schadstoffhaltige Atmosphäre.

Erläuterung

Umluftunabhängige Atemschutzgeräte können dem Atemschutzgeräteträger bedarfsgerecht gesundheitlich unschädliches Atemgas zuführen.

Man unterscheidet nicht frei tragbare Isoliergeräte (Isoliergerät, nicht frei tragbar) und frei tragbare Isoliergeräte (Isoliergerät, frei tragbar).

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Umluftabhängiges Atemschutzgerät

Definition

Von der Umgebungsluft abhängige Atemschutzgeräte, die keinen Sauerstoff produzieren und nur begrenzt Atemgifte und andere Verunreinigungen absorbieren können.

Erläuterung

Umluftabhängige Atemschutzgeräte sind Filter, die die Atemluft des Atemschutzgeräteträgers in vorbestimmten Grenzen von Verunreinigungen, also von Stäuben, Gasen und Dämpfen, befreien. Ihr Einsatz wird durch den Sauerstoffgehalt der Umgebungsluft sowie Art, Eigenschaften, Konzentration und Menge der betreffenden Stoffe begrenzt.

Sie dürfen nur in Bereichen mit mindestens 17 Vol.-% Sauerstoff verwendet werden.

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Überdruck

Definition

positive Differenz zwischen Innen- und Außendruck

Erläuterung

Im Atemschutz hat der Überdruck mehrere Bedeutungen, zur Kennzeichnung des Flaschendrucks, des Drucks im Inneren einer Vollmaske und zur Kennzeichnung des Überdrucksystems bei Atemschutzgeräten.

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Vorbehandlung von Atemschutzgeräten

Definition

für die Prüfung von Atemschutzgeräten vorbereitende Maßnahmen

Erläuterung

Atemschutzgeräte (ASG) und Atemanschlüsse, die zur Prüfung anstehen, sind nach dem Waschen, Desinfizieren und Trocknen wieder vollständig zusammenzubauen. Damit die Prüfung am Atemschutzgerät erfolgreich verlaufen kann, werden z.B. die Maskendichtrahmen an Vollmasken angefeuchtet oder die metallischen Kleinteile des Lungenautomaten mit Silikonöl gefettet.

Bildquelle: Dräger AG

Warnsignalprüfung

Definition

Bestandteil der Pressluftatmerprüfung, bei der die Funktionsfähigkeit der Warneinrichtung durch einen Atemschutzgerätewart geprüft wird.

Erläuterung

Das Warnsignal muss bei einem Restdruck von 55 ± 5 bar ansprechen. Die Prüfung dieses Ansprechdrucks erfolgt durch Reduzierung des Hochdrucks auf den Ansprechwert des Warnsignals, z. B. beim Pressluftatmer durch Druckentlastung am Lungenautomat. Dabei muss akustisch ein Warnsignal als Pfeifton wahrnehmbar sein.

Bildquelle: Dräger AG

Warnsignal

Definition

Signalton der akustische Warneinrichtung, der bei Atemschutzgeräten vor dem plötzlichen Ende des Luftvorrates warnt.

Erläuterung

Das Warnsignal entsteht, wenn beim Abatmen des Atemluftvorrates auf eine vorbestimmte Restmenge an Atemluft bzw. Sauerstoff absinkt.

Bildquelle: Dräger AG

Warneinrichtung

Definition

Geräteteil umluftunabhängiger Atemschutzgeräte, das vor dem plötzlichen Ende des Luftvorrates warnt.

Erläuterung

Beim Pressluftatmer spricht die Warneinrichtung z. B. bei 55 ± 5 bar mit einem deutlich hörbaren Warnton (Pfeifton mit etwa 80 dB) an. Bei einigen Pressluftatmern, z.B. beim Dräger-PA 94, befindet sich die Warneinrichtung in Ohrnähe, bei anderen, z. B. beim Dräger-Pressluftatmer PA 94 plus, ist sie kombiniert mit dem Manometer am Pressluftatmer angebracht.

Bildquelle: Dräger AG

Zentralgewindeanschluss

Definition

Nach DIN EN 148-2 festgelegte Verbindung zwischen der Vollmaske und dem Atemschutzgerät. Für Sauerstoff-Atemschutzgeräte ist der Zentralgewindeanschluss A zu verwenden. Es können auch Spezialanschlüsse, z. B. Steckanschlüsse verwendet werden.

Bildquelle: Dräger AG

Druckminderer

Definition

Geräteteil, z.B. von Pressluftatmern, Schlauchgeräten, Tauchgeräten und Gasanschlüssen, dass den Flaschendruck auf einen meist konstanten Mitteldruck mindert.

Erläuterung

Der Druckminderer des Pressluftatmers und der eines Regenerationsgerätes mit Drucksauerstoff mindert den Eingangsdruck (Flaschendruck) von 200 bzw. 300 bar auf einen meist konstanten Mitteldruck von 4,5 bis 12 bar.

Der Druckminderer besteht aus einem Hochdruck- und einem Mitteldruckraum. Man unterscheidet nach der Funktion Kolben-Druckminderer und Membran-Druckminderer.

Bildquelle: Dräger AG

Druckluftvorrat

Definition

Vorrat an Druckluft bzw. Atemluft in einem Druckgefäß, z. B. einer Druckluftflasche (Füllvolumen).

Erläuterung

Der Druckluftvorrat bestimmt verbrauchsabhängig die Einsatzzeit des Atemschutzgeräteträgers.

Als Gesamtmenge muss ein bestimmter Druckluftvorrat im Pressluftatmer vorhanden sein, um den Pressluftatmer als einsatzbereit zu klassefizieren. Je nach Druck und daraus abzuleitendem Druckluftvorrat ergeben sich Einsatzkriterien, z. B. für den Rückzug beim Ansprechen der Warneinrichtung Druckluftflasche – Flaschendruck.

Bildquelle: Dräger AG

Druckluftflasche

Definition

Behälter aus Stahl, Aluminium, Kunststoff oder Kohlefaser-Verbundwerkstoff (CFK) zur Bevorratung und zum Mitführen von Druckluft, auch von Atemluft.

Erläuterung

Druckluftflaschen gibt es in einer Vielzahl von Inhalt, Anzahl pro Pressluftatmer, Fülldruck und Atemluftvorrat. Für Pressluftatmer werden Stahl und CFK-Werkstoffe bevorzugt.

Druckluftflaschen von Behältergeräten mit Druckluft (Pressluftatmer, PA):
Inhalt der Flaschen [l]Anzahl der Flaschen je IsoliergerätFülldruck [bar]WerkstoffAtemluftvorrat je Flasche [l]
4,02 erforderlich200Stahl800
4,7 2 erforderlich 200CFK940
6,0 1 erforderlich 300Stahl1.666
6,0 1 erforderlich 300Leicht-stahl1.666
6,0 1 erforderlich 300CFK1.666
6,0 1 erforderlich 300CFK1.666
6,8 2 möglich300CFK1.870
6,8 2 möglich300CFK1.870

CFK = Kohlefaser-Verbundwerkstoff

Leichtstahl = hochvergüteter, hochfester Stahl

Farbe: Für den Flaschenkörper signalgelb (RAL 1003); für die Flaschenschulter schwarz-weiß-segmentiert (RAL tiefschwarz: 9005, RAL reinweiß: 9010)

Druckluft für Atemschutzgeräte

Definition

zum Atmen benutzte Druckluft muss insbesondere in Isoliergeräten von einer Qualität sein, die sie für sicheres Atmen geeignet macht. Grenzwerte dafür legt die DIN EN 12021 fest.

Erläuterung

Entsprechend der DIN EN 12021 dürfen folgende Grenzwerte nicht überschritten werden:
  • Schmierstoff als Aerosol mit maximal 0,5 mg/m3,
  • Kohlendioxid-Gehalt (CO2) maximal 500 ml/m3,
  • Kohlenmonoxid-Gehalt (CO) maximal 15 ml/m3,
  • Wassergehalt in Druckluftflaschen 40 bis 200-bar maximal 50 mg/m3 nach Entspannung auf Atmosphärendruck,
  • Wassergehalt in 300-bar-Druckluftflaschen maximal 35 mg/m3 nach Entspannung auf Atmosphärendruck.

Die Luft darf keinen signifikanten Geruch oder Geschmack aufweisen. Ihr Sauerstoffgehalt muss im Bereich 21 ± 2 Vol.-% liegen.

Selbst beim höchsten zulässigen Fülldruck für die Druckluftflasche darf kein Wasser in flüssiger Form in der Druckluftflasche vorliegen.

Bildquelle: Dräger AG

Drittelzeit

Definition

geschätzte Zeit, an der voraussichtlich ein Drittel des Luftvorrats verbraucht ist

Erläuterung

Die Drittelzeit ist bei Einsatzbeginn in die Nachweise der Atemschutzüberwachung einzutragen.

Spätestens beim Erreichen der Drittelzeit ist beim TrFü des Atemschutztrupps nach dem tatsächlichen Druck zu fragen.

Dichtprüfung

Definition

wichtiger Bestandteil der Atemschutzgeräteprüfung zur Prüfung:

Erläuterung

Die Dichtprüfung der Atemschutzgeräte (ASG) ist eine vorgeschriebene Aufgabe des Atemschutzgerätewartes im Rahmen der Sicht-, Dicht- und Funktionsprüfung eines Atemschutzgerätes.

Hinweis: Kontrolltätigkeiten am Atemschutzgerät können die ausgebildeten Atemschutzgeräteträger durchführen, z.B. die Dichtkontrolle. Zu Prüfungen am Atemschutzgerät sind nur die ausgebildeten sachkundigen Personen berechtigt, z.B. die Atemschutzgerätewarte.

Deckel

Definition

Abdeckung eines Atemschutzgerätes, um alle in der Trageeinrichtung montierten Bauteile vor Beschädigung zu schützen.

Quelle: Dräger AG

Erläuterung

Beispiele:
  • Abdeckung von Regenerationsgeräten
  • Abdeckung von Aufbewahrungsbehältern von Pressluftatmern
    die für die Rettung bereitgestellt im Freien von
    Produktionsanlagen hängen, z.B. in Raffinerien.

Crashrettung

Definition

schnelle Rettung eines in Not geratenen, z. B. ein Atemschutzgeräteträger aus einer lebensbedrohlichen Zwangslage.

Erläuterung

Um das Leben zu retten, werden mögliche Folgen, die durch eine nicht patientengerechte bzw. schonende Rettung entstehen könnten, in Kauf genommen. Der zeitliche Verzug wird als schwerwiegender eingestuft als die möglichen Folgen einer nicht patientengerechten Rettung.

Bildquelle: Dräger AG