Gasfilter – Einsatzbeschränkung

Definition

Gasfilter sind nur gegen Gase und Dämpfe entsprechend ihrer Filterkennzeichnung für Hauptanwendungsbereiche, höchstzulässige Schadstoffkonzentrationen oder spezielle Anwenderrichtlinien (Filter) einzusetzen.

Erläuterung

Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr dürfen jeden Gasfilter nur einmal benutzen.

Zu Gasfiltern, die nach Herstellerangaben oder speziellen Einsatzregeln selbst bei Arbeitseinsätzen grundsätzlich nicht wieder verwendet werden dürfen, gehören AX-Filter, SX- Filter gegen organische Niedrigsieder und NO-P3-Filter. Ausnahmen werden stets gesondert geregelt. HgP3-Filter gegen Quecksilber dürfen maximal 50 Stunden eingesetzt werden.

Bildquelle: Dräger AG

Einsatzzeit

Definition

ist die Zeit, innerhalb derer die Einsatzkraft ohne eine Gefährdung ihre Tätigkeit durchführen kann.

Erläuterung

Die Einsatzzeit richtet sich immer nach der geringsten zur Verfügung stehenden Einsatzzeit aller im Trupp eingesetzten Einsatzkräfte. Im Atemschutzeinsatz entscheidet z. B. immer der jeweils geringste Atemluftvorrat aller Atemschutzgeräteträger über den Zeitpunkt der Rückkehr (Rückzugsbedingungen).

Bildquelle: Dräger AG

Einsatztoleranzwert (ETW)

Definition

Wert zur Gefährdungsabschätzung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Sie werden in der Richtlinie vfdb 10/01 Einsatztoleranzwerte beschrieben.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Zur Abschätzung der Gefahren durch das Einatmen giftiger Gase und Dämpfe legt man den ETW-Werten folgende Bedingungen zugrunde:

  • Expositionszeit 4 Stunden
  • Exposition ohne Schutzausrüstung
  • uneingeschränkte Leistungsfähigkeit aller Einsatzkräfte
  • keine Gesundheitsgefährdung für alle Gruppen der Bevölkerung

Dies gilt jedoch nicht bei Brandrauch bzw. Brandrauchanalysen.

Einsatztaktik

Definition

zweckmäßiger und sinnvoller Einsatz des Personals, der Fahrzeuge und Geräte z.B. an der Brandstelle oder anderen Schadensstellen mit dem Ziel, die richtigen Mittel zur richtigen Zeit am richtigen Ort einzusetzen, auch: Taktik.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Die Einsatztaktik die wird bestimmt durch den zielgerichteten Einsatz der Einsatztechnik und der Einsatzkräfte sowie die richtige Führungstätigkeit und Führungsfähigkeit des Einsatzleiters beim Einsatz der Kräfte und Mittel. Die Einsatztaktik wird auch von der Einsatzfähigkeit von Mannschaft sowie Gerät beeinflusst.

Taktische und operative Entscheidungen werden dem Gesamteinsatzziel untergeordnet.

Einsatzstellenkommunikation

Definition

Kommunikation der Feuerwehr zwischen den vorgehenden Trupps und deren Einheits- bzw. Fahrzeugführern, den Fahrzeugführern zu den Zugführern bzw. Abschnittsleitern und zwischen den Abschnittsleitern und dem Einsatzleiter.

Erläuterung

Meist werden zur Einsatzstellenkommunikation heute Funkgeräte mit 2m-Kanälen bzw. -Gruppen im Direktbetrieb des Digitalfunks (BOS) genutzt. Zwischen weiter entfernt liegenden Abschnitten und ggf. zur Einsatzleitung erfolgt seltener auch die Nutzung des analogen 4-m-Bandes oder im Netzbetrieb des Digitalfunks. Es gibt auch Geräte mit Verkabelungen (Antennenleine) zwischen den vorgehenden Truppangehörigen und dem Fahrzeugführer bzw. Atemschutzüberwacher (Kombination aus Orientierungsleine und Kommunikationsanlage).

Bildquelle: Dräger AG

Einsatzleiter

Definition

die für die technisch-taktische Einsatzdurchführung gesamtverantwortliche Führungskraft. Er führt den Einsatz an der Einsatzstelle im Schadens- oder Übungsfall organisatorisch-taktisch sowie politisch und/oder rechtlich verantwortlich. Er ist allen Einsatzkräften weisungsbefugt.

Bildquelle: Ridder

Erläuterung

Um ihre Aufgaben zu erfüllen, gehen Führungskräfte entsprechend der FwDV 100 „Führung und Leitung im Einsatz“ nach folgendem Führungsvorgang vor:

  • Lagefeststellung (Erkundung der Lage / Kontrolle)
  • Planung mit Analyse der Gefahren und Beurteilung der Lage
  • Entschluss
  • Befehlsgebung

Diese Struktur des Ablaufs seiner Führung ist während des Einsatzes eine sich stets wiederholende Daueraufgabe.

Einsatzgrundsätze

Definition

Grundsätze, die die Basis des richtigen Verhalten der Atemschutzgeräteträger sowie dem richtigen Einsatz von Geräten und Ausrüstungen dienen.

Erläuterung

Im Atemschutz enthält die Unfallverhütungsvorschrift DGUV R112-190 wichtige Hinweise zum Verhalten unter Atemschutzgeräten bei Arbeit und Selbstrettung. Für Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr legt die Feuerwehrdienstvorschrift FwDV 7 Atemschutz die Einsatzgrundsätze fest.

Der wichtigste Einsatzgrundsatz ist, dass jeder Atemschutzgeräteträger für seine Sicherheit selbst verantwortlich ist.

Bildquelle: Dräger AG

Einsatzdauer

Definition

Im Feuerwehreinsatz die Zeit zwischen Alarmierung der ersten und Rückkehr der letzten Einsatzkräfte, im Atemschutzeinsatz die Zeit, in der ein Atemschutzgeräteträger (ASTG) höchstens eingesetzt ist.

Erläuterung

Die Einsatzdauer im Atemschutzeinsatz ergibt sich aus dem Atemluftvorrat, dem Einsatzbefehl und der physischen sowie psychischen Belastung des Atemschutzgeräteträgers. Beim ASGT von umluftunabhängigen, frei tragbaren Atemschutzgeräten ist sie letztlich abhängig von dessen Atemluftverbrauch.

Die so genannten Rückzugsbedingungen regeln das Ende des Atemschutzeinsatzes und den rechtzeitigen Rückzug der Atemschutzgeräteträger.

Bildquelle: Dräger AG

Einsatzbefehl

Definition

ist eine Anordnung zur Auftragsdurchführung im Einsatz der Feuerwehr, die ein Vorgesetzter, z. B. Einsatzleiter, seinen Nachgeordneten, z. B. dem Angriffstrupp, erteilt.

Erläuterung

Der Vorgesetzte stellt seinem Einsatzbefehl eine kurze Lageübersicht voran. Der Einsatzbefehl enthält dann in der Regel folgende Angaben:

  • Wasserentnahmestelle*
  • Lage des Verteilers*
  • Einheit
  • Auftrag
  • Lage
  • Mittel
  • Ziel
  • Weg

und wird mit dem Wort “vor” oder “zum Einsatz fertig” abgeschlossen.

Anschließend wird der Einsatzbefehl wiederholt. Im Brandeinsatz wiederholt nur der Angriffstruppführer den Befehl, da sich für alle weiteren Trupps die Aufgaben daraus definieren, bei der Technischen Hilfeleistung muss der Einsatzbefehl durch jeden Truppführer wiederholt werden.

Bildquelle: FF Allersfelden

*sofern notwendig

Einsatz

Definition

Gesamtheit aller Maßnahmen und Tätigkeiten der Einsatzkräfte der Feuerwehr zur Abwendung einer Gefahr oder zur Hilfeleistung.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Im Einsatz der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerkes und des Grubenrettungswesens kann Atemschutz vor allem bei den Einsätzen zur Brandbekämpfung, für die Feuerwehr aber auch zur Abwehr von atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren benötigt werden.

Im industriellen Atemschutz betrifft der Einsatz die werktägliche Aufgabenerfüllung unter Atemschutz.

Drittelzeit

Definition

geschätzte Zeit, an der voraussichtlich ein Drittel des Luftvorrats verbraucht ist

Erläuterung

Die Drittelzeit ist bei Einsatzbeginn in die Nachweise der Atemschutzüberwachung einzutragen.

Spätestens beim Erreichen der Drittelzeit ist beim TrFü des Atemschutztrupps nach dem tatsächlichen Druck zu fragen.