Prüfdruck DLF

Name:

Maximilian Schnell

Frage:

Hallo,
gern und oft nutze ich atemschutzlexikon.de.
Während der letzten Monatskontrolle an unseren PA’s in der Wehr konnte mir mein Kommandant meine Frage nach den Prüfdrücke an Druckluftflaschen nicht beantworten. Können Sie helfen? Wieviel Luft geht bei der Sicht-, Dicht- und Funktionskontrolle verloren?

Danke im Voraus.

Antwort

Der Prüfdruck für Druckluftflaschen beträgt 150 % Fülldruck, also entweder 300 bar oder 450 bar. Der Berstdruck liegt jenseits von 200 % Fülldruck.
Die Hersteller montieren die Füllleisten, also die Teile, an denen die Flaschen angeschraubt werden, so, dass sie bei maximal 210 bar bzw. 315 bar abschalten. Diese Werte lassen sich durch Sachverständige, z. B. Hersteller, einstellen. Mit der Begrenzung auf vorgenannte Füllwerte soll ein vorzeitiger Verschleiß im Ventilbereich minimiert werden.

Während der Sicht-, Dicht- und Funktionskontrolle geht Atemluft verloren. Die genaue Menge hängt von den Fertigkeiten des Kontrollierenden ab, sollte aber erfahrungsgemäß weniger wie 5 bar betragen.

Dipl. Ing. W. Gabler

Kennzeichnung DLF

Name:

Klaus Feldmann

Frage:

Ich bin seit 3 Wochen Atemschutzgerätewart. Jetzt habe ich in der Atemschutzwerkstatt unserer Berufsfeuerwehr Druckluftflaschen gefunden, die eine grüne Flaschenschulter haben und in deren Flaschenschulter ein „π“ eingeschlagen wurde. Was bedeutet das?

Antwort

Diese Druckluftflaschen haben den Verwendungszweck, Pressluft zu transportieren. Deshalb werden sie mit einem „π” auf der Flaschenschulter gekennzeichnet. An die Pressluft und deren Entnahme werden keine besonderen Anforderungen gestellt.
Sie müssen erst nach 10 Jahren einer sachverständigen Druckbehälterprüfung unterzogen werden.

Im Gegensatz dazu sind mit „CE“ auf der Flaschenschulter gekennzeichnete Flaschen Bestandteile eines Druckgerätes, z. B. eines Pressluftatmers.

In Deutschland werden den „CE“ gekennzeichnete Druckluftflaschen eine schwarz-weiß-segmentierten Flaschenschulter und eine gelber Flaschenzylinder lackiert. Nach Betriebssicherheitsverordnung sind diese Druckluftflaschen bereits nach 5 Jahren einer Sachverständigenprüfung zu unterziehen.

Dipl. Ing. W. Gabler

CFK DLF

Name:

Karl-Heinz Müller

Frage:

Was verbirgt sich hinter dem Begriff CFK-Flasche und welche Hinweise dafür können Sie geben?
Vielen Dank

Antwort

CFK-Druckluftflaschen (DLF) sind Druckbehälter zum Transportieren von Atemluft. Sie werden vom BIA in Berlin zugelassen. Zulassungsnummer für Flasche und Ventil sind in den Papieren der DLF, im Aufdruck auf der Druckluftflasche und durch Schlagzahlen am Ventil vermerkt.
CFK-DLF entsprechen nach ihrer Zulassung den Forderungen der Druckgeräterichtlinie. Für Deutsche Feuerwehren haben sich nach Richtlinie vfdb 0802 „Auswahl von Atemschutzgeräten für Einsatzaufgaben bei den Feuerwehren“ haben sich in den 300 bar Versionen die DLF mit 6,0 l und 6,8 l Volumen bewährt. So kann man z. B. auf einen Pressluftatmer mittels T-Stück 2 Stück 6,8 l aufschrauben und erhält so den Pressluftatmer mit dem größten Atemluftvorrat von etwa 3.700 l Atemluft. Damit lassen sich etwa 90 Minuten Einsatzzeit bei 40 l/min Veratmung erreichen. Damit lassen sich z. B. Sicherheitstrupps für die Atemschutznotfallrettung ausrüsten.

Die Prüfzyklen von CFK-DLF weichen von denen der Stahl-DLF teils erheblich ab. Der Hersteller muss diese Vorgaben mit den Zulassungspapieren an Kunden übergeben.

Vorteile CFK-DLF:
  • sehr leicht,
  • Entlastung des Atemschutzgeräteträgers
  • dadurch Leistungssteigerung der Atemschutzgeräteträger ist zu erwarten
  • hoher Berstdruck (etwa 1.300 bar)
Nachteile CFK-DLF:
  • relativ geringe mechanische Stabilität gegenüber z. B. Kratzbelastungen
  • Beschriftung nur mit speziellen Stiften/Farben
  • Gegenüber Stahl-DLF höherer Preis
  • Reparaturen an beschädigten CFK-DLF nur durch Hersteller selbst

Dipl. Ing. W. Gabler