Notsignal – akustisches

Definition

akustisches, automatisch oder manuell auslösbares Zeichen, um auf eine Notlage aufmerksam machen zu können, siehe auch Notsignal.

Erläuterung

Von einigen Herstellern werden akustische Zusatzwarneinrichtungen angeboten; eine Variante ist dabei der Einbau einer manuell auszulösenden „Pfeife“ in der Mitteldruckleitung des Pressluftamers.

Notsignal

Definition

Akustisches und/oder optisches, automatisch oder manuell auslösbares Zeichen, um auf eine Notlage aufmerksam machen zu können.

Erläuterung

Das Notsignal kann sowohl am Atemschutzgeräteträger als auch am Standort der Atemschutzüberwachung aktiviert werden. Ein Notsignal kann z.B. ein aktiviertes Tonsignal, ggf. ergänzt durch eine Blitzleuchte, sein. Es kann durch einen ausgelösten Notsignalgeber, durch eine Pfeife o.ä. in der Mitteldruckleitung , o.ä. erzeugt werden.

Die Lautstärke am Atemschutzgeräteträger darf nicht zu laut sein, da sonst Hörschäden folgen können, aber auch nicht zu leise, da das Signal sonst überhört werden kann. Üblich sind Notsignale mit 90 bis 100 dB.

Notsignalgeber sollten bei Abgabe des Notsignals bei Fehlalarmen Rückstellbar und bei Quittierung abstellbar sein.

Bildquelle: Dräger AG

Notfallmeldung

Definition

über Sprechfunk abgesetzter Hilferuf von in Not geratenen Atemschutzgeräteträgern (ASGT).

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Die Notfallmeldung wird als Notruf mit dem Kennwort „mayday, mayday, mayday“ eindeutig und unverwechselbar gekennzeichnet. Dieses Kennwort muss bei allen Notfallsituationen im Atemschutz verwendet werden.

Notfallmeldung:

Mayday, Mayday, Mayday

<Funkrufname>

<Standort>

<Lage>

Mayday, kommen!

Beispiel:

Mayday, Mayday, Mayday

<Angriffstrupp 2/23-3>

<Brandwohnung, 2. Obergeschoss, Küche>

<Truppmann bewusstlos>

Mayday, kommen!

Notifizierte Stelle

Definition

eine Stelle, der von den EG-Mitgliedstaaten für die Durchführung der Verfahren gemäß Artikel 8 der PSA-Richtlinie (Bescheinigungsverfahren), spezifische Aufgaben übertragen wurden.

Erläuterung

In ihrem Amtsblatt veröffentlicht und pflegt bzw. aktualisiert die Europäische Gemeinschaft alle notifizierten Stellen als Liste. Dabei nennt sie deren Kennummer und die ihr übertragenen Aufgaben. In Deutschland zählt z. B. die DEKRA-EXAM in Essen, Kenn-Nummer 0158 als notifizierte Stelle für Atemschutzgeräte einschließlich Chemikalienschutzanzüge.

Bildquelle: Dekra

Norm

Definition

Regelungen, mit denen Produkte vereinheitlicht und mit einem allgemein gültigen Stand der Technik beschrieben werden.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Normen können technische Anwendungshemmnisse durch Vereinheitlichungen und Standardisierungen ausschließen und den Austausch von Waren und Dienstleistungen fördern. Normen dienen der Rationalisierung, Kompatibilität, Gebrauchstauglichkeit und Sicherheit bei der Anwendung der Produkte.

Normen werden in Normungsverfahren auf nationaler Ebene (DIN), europäischer Ebene (EN) und weltweit (ISO) erarbeitet.

Nonkonformität

Definition

Nachweis, dass ein Produkt bzw. das verwendete Material die Vorgaben einer Norm erfüllt.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

So muss z. B. der Pressluftatmer und sein Material bzw. seine Werkstoffe hinsichtlich der Wärmestrahlung den Forderungen der DIN EN 137 „Pressluftatmer“ entsprechen.

Nitrox

Definition

künstliche Luft.

Erläuterung

Nitrox ist ein Hochdruck-Gasgemisch, bestehend aus Nitrogen (N, Stickstoff) und Oxygen (O2, Sauerstoff). Bei Kreislaufgeräten und Tauchgeräten wird meist ein Gemisch von 60 % N und 40 % O2 als Atemgas verwendet.

Bildquelle: Dräger AG

nitrose Gase

Definition

Gemisch aus Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2), Atemgifte mit Reiz- und Ätzwirkung, wirkt bereits in sehr geringer Konzentration giftig auf den Menschen.

Erläuterung

Eigenschaften: gelb bis rotbraunes, sehr giftiges und stechend riechendes Gas, gleich schwer wie Luft, brennbar;

Entstehung: vor allem bei Autogen- und Elektroschweißen sowie Zersetzung von Stickstoffdünger und als Verbrennungsprodukte z. B. von fossilen Brennstoffen.

Nitrose Gase können noch nach mehr als 24 Stunden nach dem Einatmen zu einem Lungenödem führen.

Niederdruckprüfung

Definition

dient der Prüfung der Dichtheit von Lungenautomaten und Atemanschlüssen, auch Niederdruckdichtigkeitsprüfung.

Erläuterung

Erfolgt hersteller- und gerätespezifisch im Bereich bis 25 mbar. Man ermittelt mit Prüfgeräten für Atemschutzgeräte die Dichtheit, z.B. die Dichtheit des Lungenautomaten und des Atemanschlusses. Dabei werden die Bauteile auf Lippendichtung, Atemanschluss und die Aus– und Einatemventile geprüft. Gleichzeitig werden die Ansprechdrücke für die Teile im Niederdruckbereich (Niederdruck) erfasst, siehe auch Dichtigkeitsprüfung

Bildquelle: Dräger AG

Niederdruck

Definition

Ist der bei Atemschutzgeräten vorherrschenden Druck des der Atemluft im Niederdruckbereich von Dosiereinrichtung bzw. Lungenautomat und im Atemanschluss.

Erläuterung

Atemgas strömt mit Mitteldruck aus dem Druckminderer des Atemschutzgerätes in den Atemanschluss und entspannt sich dabei zum Niederdruck. Der Niederdruck beträgt hersteller- und gerätespezifisch bei Normaldruckgeräten 3 bis 5 mbar und bei Überdruckgeräten maximal 25 mbar, bei Pressluftatmern Überdruck bis zu etwa 6 mbar.

Bildquelle: Dräger AG

nicht frei tragbar

Definition

Ortsabhängig tragbar, z. B. ortsabhängig tragbares Isoliergerät, z. B. Schlauchgeräte.

Bildquelle: Dräger AG

Nervengift (Atemgift)

Definition

Gefährliche Stoffe, die Nerven oder Nervensysteme beeinflussen oder lähmen können.

Erläuterung

Als Atemgift zählen sie zu den in der Luft befindlichen Gasen, Dämpfen und Schwebstoffen, die mit der Atmung in den menschlichen Körper gelangen und schädlich auf den Organismus einwirken können sowie eine Wirkung auf Blut, Nerven und Zellen besitzen. Dazu zählt z. B. die Blausäure HCN.

Nenngebrauchszeit

Definition

In Minuten ausgedrücktes Kriterium bei der Klassifizierung von Atemschutzgeräten, z. B. bei den Selbstrettern.

Bildquellen: Dräger AG

Erläuterung

In der jeweiligen Europäischen Norm (EN) des Selbstretters ist die Prüfung der Nenngebrauchszeit typgerecht vorgeschrieben. Die prüft man während der Zertifizierung mit reproduzierbaren Prüfbedingungen unter Laborprüfungen. So z. B. auch den Volumenstrom.

Die Nenngebrauchszeit ermöglicht dem Atemschutzgeräteträger das Abschätzen der Zeit, in dem seine Atemluftversorgung aus dem Atemschutzgerät unter Laborbedingungen gesichert ist.

Nennschutzfaktor

Definition

Verhältnis zwischen der Konzentration einer Verunreinigung in der Umgebungsatmosphäre und der Konzentration dieser Verunreinigung im Atemanschluss während seiner Benutzung.

Erläuterung

Mit dem Nennschutzfaktor lässt sich die Schutzleistung eines Atemschutzgerätes beschreiben. Je größer der Nennschutzfaktor ist, desto weniger Schadstoffe gelangen in den Atemanschluss und in die Atemorgane des Atemschutzgeräteträgers.

SN = C0 / C1

SN nomineller Nennschutzfaktor
C0 Konzentration der Verunreinigung in der Umgebungsatmosphäre
C1 Konzentration der Verunreinigung im Atemanschluss

Negativzeit

Definition

Negativer Zeitbereich auf dem Zifferblatt der Uhren von Atemschutzüberwachungstafeln.

Erläuterung

Einige Kurzzeituhren auf Atemschutzüberwachungstafeln gehen nach Erreichen der „Null“ auf dem Zifferblatt der Uhr in den negativen Zeitbereich weiter, um damit die Dauer der Einsatzzeitüberschreitung darzustellen und zu dokumentieren. Dies wird als Negativzeit bezeichnet.

Die Negativzeit dient zur Abschätzung der Zeitüberschreitung von Atemschutztrupps, wenn man z.B. aufgrund von zu wenig Rückmeldungen bzw. Druckangaben zu Zeitschätzungen gezwungen ist.

Bildquelle: Dräger AG

Nebel in ASÜ

Definition

Die Atemschutzübungsanlagen können mit Nebelgeräten ausgestattet werden. Sie vernebeln die Orientierungsstrecke mit ungefährlichem, künstlichem Innenraumnebel, z. B. Disko-Nebel.

Erläuterung

Eine vernebelte Orientierungstrecke erhöht die Realitätsnähe der Atemschutzübung und fördert so die Intensität der Vorbereitung auf Atemschutzeinsätze zur Brandbekämpfung.

Nebel

Defination

Verteilung von Flüssigkeiten in Tröpfchenform in einem Gasgemisch, z. B. Luft.

Erläuterung

Die Zeitdauer des Schwebens der Tröpfchen ist abhängig vom Partialdruck in der Gasphase. Nebel gehören zu den flüssigen Aerosolen. Am bekanntesten ist der Wassernebel, z. B. in der Natur, am gefährlichsten die Nebel brennbarer Flüssigkeiten. Diese sind eben so gefährlich wie Gas– oder Dampf-Luftgemische und können zwischen unterer und oberer Explosionsgrenzen explodieren. Die Zündbereiche von Nebeln aus brennbaren Flüssigkeiten stimmen mit denen entsprechender Dampf-Luftgemische überein.

Natriumchlorat

Definition

Chemikal mit größeren Mengen chemisch gebundenem Sauerstoff.

Erläuterung

Natriumchlorat wird in RegenerationsgerätenChemikalsauerstoffschutzgerät als Chloratkerze eingebaut und zur Sauerstoffproduktion in der Startphase des Gerätes genutzt.

Dabei wird der vom Atemschutzgeräteträger in dieser Phase benötigte Sauerstoff aus der chemischen Reaktion der Chloratkerze aus Natriumtrichlorat (NaClO3) freigesetzt: 2 NaClO3 —> 2 NaCl + O2.

Bildquelle: Dräger AG

Nasenbügel

Definition

Teil eines Filtergerätes.

Erläuterung

Der Nasenbügel dient zum Anpassen des Filtergerätes an die Nase zur Absicherung des Dichtsitzes von Filtergeräten, die aus Atemanschluss und Filter oder einem filtrierenden Atemanschluss bestehen.

Bildquelle: Dräger AG

Nahtfestigkeit

Definition

Normativ vorgegebene Festigkeitswerte von Nähten eines Chemikalienschutzanzuges (CSA).

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Die Nähte eines CSA müssen bestimmte Festigkeitswerte erfüllen. Diese werden im Rahmen der Zulassungsprüfung nach Chemikalienschutzkleidungsnorm (DIN EN 943-1) wie das Chemikalienschutzanzug – Material geprüft. Nahtfestigkeit teilt man in Klassen ein, wobei die Klasse 6 die höchsten Festigkeitswerte aufweist.