Nachsteiger

Definition

Ungewollte Erhöhung des statischen Mitteldrucks eines Pressluftatmers in Folge einer Überfunktion oder Undichtigkeit seines Druckminderers.

Erläuterung

Der Mitteldruck im Pressluftatmer sollte möglichst konstant sein. Andernfalls kann die konstante Versorgung mit Atemluft gestört werden. Moderne Pressluftatmer sind gegen Nachsteiger relativ sicher. Deshalb wird heute auf eine Prüfung auf Mitteldrucknachsteiger mit Duldung der Hersteller verzichtet.

Bildquelle: Dräger AG

Nachrichtenart im Sprechfunk

Definition

Beim Sprechfunk unterscheidet man formlose und formgebundene Nachrichten. Sie werden nach Vorrangstufen eingeteilt.

Erläuterung

Formlose Nachrichten mit Bedeutung für den Sprechfunkverkehr im Atemschutz sind Gespräch und Durchsage. Von den formgebundenen Nachrichten wird vor allem der Spruch im Atemschutz angewendet. Im Atemschutz zur Anwendung kommende Vorrangstufen sind Einfach-Nachrichten, Sofort-Nachrichten und Blitz-Nachrichten.

Bildquelle: Dräger AG

Nachfüllung (Atemluftflasche)

Definition

Wiederauffüllen der Atemluftflasche eines Pressluftatmers mit Atemluft (Druckluft für Atemschutzgeräte).

Erläuterung

Die Nachfüllung von Atemluftflaschen von Pressluftatmern ist nach dem Einsatz vorgeschrieben, wenn der Druck der Atemluft unter die Toleranzgrenze abgefallen ist. Pressluftatmer, die bei Einsatzbeginn einen Druck der Atemluft unterhalb der Toleranzgrenze aufweisen, dürfen nicht eingesetzt werden. Die Toleranzgrenze liegt bei – 10% vom Nenndruck, also bei 180 bar oder 270 bar Fülldruck der Atemluftflaschen.

Bildquelle: Dräger AG

Gruppenführer

Definition

Gruppenführer bzw. Gruppenführerin (GrFü; auch: GF). Führt die taktische Einheit „Gruppe“ im Einsatz.

Erläuterung

Im Einsatz ist der Gruppenführer an keinen Platz gebun­den. Er bestimmt die Fahrzeug- und Geräteaufstellung. Im Atemschutzeinsatz weist er nach der Lageerkundung den Atemschutzgeräteträgern die erforderlichen Atemschutzgeräte zu und sorgt für die Durchsetzung der Einsatzgrundsätze, z. B. für die Führung der Atemschutzüberwachung.

Gruppe

Definition

ist laut FwDV 3 die taktische Grundeinheit der Feuerwehr, die für die Bewältigung eines Einsatzes mindestens vorhanden sein sollte. Die Mannschaftsstärke der Gruppe beträgt 1:8 (Führungspersonal:Mannschaft).

Erläuterung

Die Gruppe gliedert sich in:

Bildquelle: Feuerwehr München

Grenzwerte (GW)

Definition

definieren die höchst zulässige Konzentration eines Schadstoffes in der Umgebungsatmosphäre an Arbeitsplätzen. Hierbei handelt es sich um Arbeitsplatzgrenzwerte, Beurteilungsmaßstäbe und weitere orientierende Grenzwerte. Arbeitsplatzgrenzwerte (national und EU) und Beurteilungsmaßstäbe sind rechtsverbindlich. Nachrangig können weitere orientierende Grenzwerte herangezogen werden.

Erläuterung

Diese Grenzwerte beziehen sich auf krebserzeugende, erbgutverändernde, fortpflanzungsgefährdende und andere, Mensch, Tier und Umwelt gefährdende Eigenschaften.

Beispiele: AGW-Wert, AEGL-Wert, ETW-Wert

Glimmen

Definition

unvollständige Verbrennung eines Stoffes im festen Zustand ohne Flammenerscheinung, aber mit Ausstrahlung von Licht aus der Reaktionszone.

Erläuterung

Bei dieser exothermen Reaktion mit meist niedriger Verbrennungstemperatur entstehen eine sichtbare Wärmestrahlung bzw. sichtbares Lichtflackern und giftige Pyrolyseprodukte (Pyrolyse).

Giftinformationsstellen

Definition

beraten telefonisch in Vergiftungs– und Verdachtsfällen. So sind sie täglich kostenlos 24 Stunden erreichbar.

Erläuterung

Giftinformationsstellen verfügen über eine große Anzahl von Datenbanken sowie eine umfangreiche Fachbibliothek. Sie gestatten es ihnen, selbst seltene Stoffe oder ausländische Medikamente zu identifizieren und Therapievorschläge zu erstellen.

Eine Liste der – insgesamt zehn in Deutschland – Giftinformationszentren mit Links zur jeweiligen Homepage ist abrufbar im Internet.

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Gesichtsschutzschild

Definition

Teil der Persönlichen Schutzausrüstung des Feuerwehrmannes, wird am Feuerwehrschutzhelm befestigt und schützt einen Teil des Gesichtes oder das ganze Gesicht.

Erläuterung

Dieses fest oder abnehmbar am Feuerwehrschutzhelm angebrachte Bauteil aus Kunststoff bietet Schutz vor Chemikalien, Funken, flüssigen Stoffen, herumfliegenden Teilen oder bei spezieller Ausrüstung auch vor Wärmestrahlung.

Bildquelle: Dräger AG

Gesichtsgröße

Definition

Abmessungen in mm eines Gesichtes, festgelegt in der DIN EN 136.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Die Gesichtsgröße wird in der DIN EN 136 festgelegt durch die vier Gesichtsmaße:

  • Gesichtslänge: Maß von der Nasenwurzel bis zum Kinnende,
  • Gesichtsbreite: Maß zwischen den beiden Ohren,
  • Gesichtstiefe: Maß von der Nasenspitze bis zum Ohr,
  • Mundbreite: Maß des Mundes von einem Mundwinkel bis zum
    anderen Mundwinkel.

Bei Vollmasken werden überwiegend Einheitsgrößen verwendet, die für jede Gesichtsgröße passen.

In der aktuellen Erarbeitung von ISO-Normen wird die Gesichtsgröße umfassend dargestellt und künftig voraussichtlich in 4 Größen eingeteilt:

S = small; M = medium; L = large; SW = short/wide; LN = long/narrow

Gesichtsfeld

Definition

der mit einem oder beiden unbewegten Augen wahrnehmbare Teil des Raumes.

Erläuterung

Das effektive Gesichtsfeld einer Vollmaske darf nicht weniger als 70 % des natürlichen Gesichtsfeldes sein. Es wird bei der Prüfung mit einem Apertometer gemessen.

Moderne Vollmasken verfügen meist über ein Gesichtsfeld von 120 %.

Bildquelle: Dräger AG

Gerätewarthandbuch

Definition

Wartungs- und Prüfanleitung für den Atemschutzgerätewart. Es wird vom Hersteller der Atemschutzgeräte nach Absolvierung des Lehrganges zum Atemschutzgerätewart durch den Hersteller der Atemschutzgeräte übergeben und systematisch ergänzt.

Quelle: Dräger AG

Erläuterung

Im Gerätewarthandbuch sind alle Arbeiten an den jeweiligen Atemschutzgeräten beschrieben, unterstützt durch Bilder und mit wichtigen Hinweisen versehen. Ferner sind alle notwendigen Werkzeuge aufgeführt und die wichtigsten Prüfaufbauten schematisch dargestellt.

Gerätewart

Definition

nach Feuerwehrdienstvorschrift FwDV 2 „Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr“ ausgebildete Personen, z. B. der Feuerwehr, die alle Geräte warten, pflegen und prüfen, ausgenommen Atemschutzgeräte (Atemschutzgerätewart).

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Gerätewarte der Feuerwehr sind mindestens Maschinist und Truppführer. Ihre Ausbildung erfolgt z.B. an einer Landesfeuerwehrschule. Danach ist der Gerätewart auch befähigt, im Atemschutz Lager- und Verwaltungsaufgaben zu erfüllen, z. B.

  • Atemschutzgeräte zu überwachen, zu lagern und zu verwalten,
  • die Personalkartei sowie den Bestandsnachweis bzw.
    Gerätenachweis zu führen und
  • Geräteprüfungen zu beantragen und Termine zu überwachen.

Gerätewagen Atemschutz

Definition

ein Feuerwehrfahrzeug nach DIN 14555-1 bzw. DIN EN 1846-1 mit Schwerpunkt Bereitstellung von Geräten, z. B. als Gerätewagen Atemschutz.

Bildquelle:

Erläuterung

Gerätewagen werden in der Regel von einem Trupp besetzt.

Für den Atemschutz ist der GW Atemschutz (GW-A) vorgesehen. Er kann der Versorgung der Einsatzkräfte mit Atemschutzausrüstung bei Großeinsätzen dienen oder im Einzugsgebiet Wartungsarbeiten an Atemschutzgeräten direkt bei den Feuerwehren durchführen.

Gerätewagen

Definition

ein Feuerwehrfahrzeug nach DIN 14555-1 bzw. DIN EN 1846-1 mit Schwerpunkt Bereitstellung von Geräten, z. B. als Gerätewagen Atemschutz.

Bildquelle:

Erläuterung

Gerätewagen werden in der Regel von einem Trupp besetzt.

Gerätewagen haben meist die Aufgabe dem Einsatzort Einsatzmittel zuzuführen, die in der Regel auf den Normfahrzeugen der Feuerwehr nicht in ausreichender Menge vorhanden sind. So gibt es beispielsweise den GW-Gefahrgut (GW-G), den GW-Messtechnik (GW-Mess), den GW-Atemschutz (GW-A) oder den GW-Tierrettung (GW-Tier) uvm.

In der heutigen Zeit nutzen viele Feuerwehren außerdem Abrollbehälter. Diese haben in der Regel eine ähnliche Beladung wie die GW, müssen aber von einem Trägerfahrzeug (WLF) zur Einsatzstelle gebracht werden und können da abgesattelt werden. Die Rüstzeit eines solchen Abrollbehälters darf nicht länger als 90 Sekunden dauern.

Gerätenummer

Definition

Nummer des Atemschutzgerätes, mit dem dieses im Gerätebestand katalogisiert und terminlich überwacht wird, um z.B. die Fristen der Wartungen einhalten zu können.

Erläuterung

Wartungen erfolgen nach Gebrauch und in regelmäßigen Abständen nach Prüfkalender, z. B. aus der DGUV R112-190 „Einsatz von Atemschutzgeräten“ oder der Bedienungsanleitung des Atemschutzgerätes.

Die Gerätenummer ist bei EDV-gestützten Wartungssystemen auch als Strichcode bzw. über Transponder darstellbar.

Bildquelle: Dräger AG

Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG)

Definition

Das Gesetz regelt in Deutschland gemäß § 1 Satz 1 „das Inverkehrbringen und Ausstellen von Produkten, das selbstständig im Rahmen einer wirtschaftlichen Unternehmung erfolgt“ sowie gemäß § 1 Satz 2 auch „die Errichtung und den Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen, die gewerblichen oder wirtschaftlichen Zwecken dienen oder durch die Beschäftigten gefährdet werden können“.

Quelle: Dräger AG

Erläuterung

Das Gesetz sichert, dass Produkte bzw. überwachungsbedürftige Anlagen nur in den Verkehr gebracht bzw. errichtet werden dürfen, wenn sie Benutzer oder Dritte bei der bestimmungsgemäßen Verwendung gegen Gefahren aller Art für Leben, Leib und Gesundheit so weit schützen, wie es die Art der bestimmungsgemäßen Verwendung gestattet.