Gemeindeunfallversicherung

Definition

als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung ist sie gesetzlicher Unfallversicherungsträger für alle Beschäftigten im öffentlichen Bereich, getrennt nach kommunalen, Landes- und Bundesbereich, auch Unfallkasse.

Erläuterung

Die Gemeindeunfallversicherungen verfolgen als Hauptziel die Vermeidung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Alle deutschen Gemeindeunfallversicherungen, Feuerwehrunfallkassen und Berufsgenossenschaften (Unfallversicherung) sind seit 2007 in einem Dachverband, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV), zusammengeschlossen

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Gefahrgut

Definition

Begriff aus dem Gefahrgutrecht, umfasst alle Stoffe oder Gegenstände, von denen beim Transport Gefahren für die öffentliche Ordnung und Sicherheit, für wichtige Gemeingüter, für Leben und Gesundheit von Mensch und Tier sowie für andere Sachen ausgehen können.

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Erläuterung

Gefahrgut befindet sich im Gegensatz zu Gefahrstoffen in Behältnissen. Den Umgang mit Gefahrgut regeln internationale Gefahrguttransportvorschriften wie ADR, RID, IATA und die nationale Gefahrguttransportvorschrift Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt.

Gefahrstoffverzeichnis – Gefahrennachweis

Definition

informieren auf einen Blick über die Eigenschaften und Gefahren ausgewählter Gefahrstoffe, oft auch über Maßnahmen zum Kompensieren ihrer Gefahren und dem Schutz vor ihnen.

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Erläuterung

Nachschlagewerke in elektronischer oder gedruckter Form, die folgende Angaben enthalten:

  • Bezeichnungen der Gefahrstoffe
  • Angaben der gefährlichen Eigenschaften
  • Schutzmöglichkeiten
  • Hinweise zum Vorgehen im Gefahrenbereich
  • Hinweise zur Nachbereitung von Aufenthalten in derartigen
    Gefahrenbereichen.

Derartige Gefahrennachweise unterliegen Änderungs- und Aktualisierungsdiensten.

Beispiele:

  • Handbuch der gefährlichen Güter (Hommel), Springer-Verlag
  • ERICards (Emergency Response Intervention Cards, CEFIC
  • GESTIS (Gefahrstoffauskunft), Institut für Arbeitssicherheit
  • Gefahrstoffauskunft Transport-Unfall-Informations-System
    (TUIS), VCI
  • Gefahrstoffauskunft Memplex – Berechnung Gefahrenpotential,
    Keudel
  • Ausbreitungsberechnung toxischer Gase und Dämpfe MET,
    Keudel
  • Gefahrgutdatenbank (GGDAT), Zigler + Weiss

Gefahrstoffverzeichnis

Definition

informieren auf einen Blick über alle Gefahrstoffe in einem Betrieb – ihre Mengen, Gefährdungsgrade und Verwendungen.

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Erläuterung

Gefahrstoffverzeichnisse oder Gefahrstoffkataster müssen geführt werden, wenn Stoffe vorhanden sind, die eine Gefahr für die Beschäftigten darstellen. Das Verzeichnis enthält folgende Angaben:

  • Bezeichnungen der Gefahrstoffe
  • Verweis auf entsprechende Sicherheitsdatenblätter bzw.
    Einstufungen oder Angaben der gefährlichen Eigenschaften
  • durchschnittlich vorhandene Mengen
  • Arbeitsbereiche, in denen die Stoffe eingesetzt werden.

Als wichtige Informationsquelle müssen Gefahrstoffkataster immer auf dem aktuellen Stand sein.

Gefahrstoff

Definition

Stoffe und Zubereitungen, die für Mensch, Tier und Umwelt gefährliche Eigenschaften besitzen und am Arbeitsplatz verwendet werden.

Erläuterung

Gefährliche Stoffe besitzen mindestens eine gefährliche Eigenschaft wie explosionsgefährlich, brandfördernd, entzündlich, giftig, gesundheitsschädlich, ätzend, reizend, allergieauslösend, krebserzeugend, fortpflanzungsgefährdend, erbgutverändernd und umweltgefährlich.

Im Gegensatz zu Gefahrstoffen im Transport, also in Behältnissen; (Gefahrgut).

Den Umgang mit Gefahrstoffen regelt die Gefahrstoffverordnung (GefStoffVO).

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Gefahrengruppen

Definition

kennzeichnen die biologischen Risiken, die von infektiösen Stoffen ausgehen.

Erläuterung

Entsprechend der Richtlinie vfdb 10/02 „Einsatz in Bereichen mit infektiösen Stoffen 2 unterscheidet man die drei Gruppen:

Gefahrengruppe 1 (Bio I): Entsprechend Sicherheitsbereich S 1; für Einsatzkräfte der Feuerwehr keine Sonderausrüstung erforderlich

Gefahrengruppe 2 (Bio II): Entsprechend Sicherheitsbereich S 2; für Einsatzkräfte der Feuerwehr nur mit Sonderausrüstung und unter Einhaltung besonderer Hygienemaßnahmen

Gefahrengruppe 3 (Bio III): Entsprechend Sicherheitsbereich S 3 und S 4; für Einsatzkräfte der Feuerwehr nur mit Sonderausrüstung und unter Einhaltung besonderer Hygienemaßnahmen

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Gefahrenmerkmale

Definition

Merkmale bzw. kennzeichnende Eigenschaften von Gefahrstoffen.

Erläuterung

Begriff aus dem Gefahrgutrecht, Beispiele: entzündlich, explosiv, giftig, radioaktiv.

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gefährliche Stoffe

Definition

Stoffe mit mindestens eine der folgenden Eigenschaften:

  • explosionsgefährlich
  • brandfördernd oder entzündlich
  • giftig
  • gesundheitsschädlich
  • ätzend oder reizend
  • allergieauslösend
  • krebserzeugend
  • fortpflanzungsgefährdend oder erbgutverändernd
  • umweltgefährlich.

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Erläuterung

Atemgift lässt sich den gefährlichen Stoffen gleichsetzen.

Erste Hinweise auf die Eigenschaften und notwendige Vorsichtsmaßnahmen gibt die Verpackung. Auf ihr müssen vermerkt sein: der Name des Stoffes, die Gefahrensymbole mit Gefahrbezeichnungen, Name und Anschrift des Herstellers. Vor gefährlichen Stoffen sollen vorrangig technische und organisatorische Maßnahmen schützen. Können sie keinen umfassenden Schutz gewährleisten, müssen die Beschäftigten persönliche Schutzausrüstungen tragen, z. B. Atemschutzgeräte. Detaillierte Informationen zu einzelnen Gefahrstoffen geben Stoffdatenbänke, z. B. GESTIS oder Handbuch gefährlicher Stoffe (Hommel).

Gefährdungsbeurteilung

Definition

systematische und allumfassende Ermittlung von Gefährdungen und Belastungen und die Bewertung der daraus resultierenden Risiken im Arbeits- oder Ausrückebereich, entsprechend Arbeitsschutzgesetz (§§ 5 und 6). Sie stellt die Basis zur Ermittlung der erforderlichen Maßnahmen für die Kompensierung der Gefährdungen dar.

Erläuterung

Gefährdungsbeurteilung hat jeder Unternehmer, so auch jeder Bürgermeister bzw. Leiter Feuerwehr usw. durchzuführen und zu dokumentieren. Dabei sind alle Gefährdungen tätigkeitsbezogen zu ermitteln und zu analysieren.

Ermittelte Gefahren sind zu beseitigen, z. B. durch Umorganisation der Produktion.

Wenn das unmöglich ist, muss solche Persönliche Schutzausrüstung bereit gestellt werden, die die Gefahren kompensieren kann.

Gefährdung

Definition

Tritt ein, wenn Mensch und Gefahr zusammenkommen. Es ist ein nicht unerheblicher Schaden zu erwarten.

Erläuterung

So sind z.B. Einsatzkräfte gefährdet, wenn sie ohne Atemschutz in den mit Atemgiften gefüllten Bereich eindringen.

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Gefahrenbereich

Definition

ist der Bereich, in dem Gefahren für Menschen, Tiere, Umwelt und Sachwerte bestehen, z. B. durch Atemgifte, Sauerstoffmangel oder Gefahrstoffe.

Erläuterung

Gefahrenbereiche werden abgesperrt. Bei Einsätzen der Feuerwehr entscheidet der Einsatzleiter, wo abgesperrt wird. Als Entscheidungshilfe wird für die Brandbekämpfung empfohlen, z. B. am Hauseingang oder bei mehrgeschossigen Gebäuden in der Etage unter dem Brandbereich abzusperren. Bei ABC-Einsätzen sollte zunächst wenigstens 50m vor der äußeren Ausbreitungsgrenze des Gefahrstoffes der Beginn des Gefahrenbereiches angenommen werden.

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Gefahr – putativ

Definition

Atemschutzgeräteträger nimmt irrig Gefahr an, obwohl ein objektiver Anhaltspunkt dafür fehlt.

Erläuterung

Atemschutzgeräteträger fühlt sich von einem weißen GasDampfLuftgemisch bedroht, das sich später als austretender Wasserdampf aus einer Kalt-Dampfleitung erweist.

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Gefahr – im Verzug

Definition

Schadenseintritt kann nicht rechtzeitig verhindert werden.

Erläuterung

Die Feuerwehr kann meist auf Gefahren nur reagieren, selten dagegen agieren.

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Gefahr

Definition

sind alle Kräfte, die dem Menschen Schaden zufügen können. Es ist mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein nicht unerheblicher Schaden zu erwarten.

Erläuterung

Gefahren gehen von Energien aus, zum Beispiel von der Bewegungsenergie, der thermischen, elektrischen, chemischen und der Strahlungsenergie. Eine Gefahr stellt ein Gefahrstoff, vorhandenes Atemgift oder brennende Deckenbalken dar.

Die Gefahr wirkt noch nicht direkt auf den Menschen.

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Gebrauchszeit, effektive

Definition

in Minuten ausgedrückte Zeit des Tragens eines Atemschutzgerätes durch einen Atemschutzgeräteträger vom ersten Einatmen aus dem Atemschutzgerät bis zum Ende der Benutzung.

Erläuterung

Die Benutzung kann zu Ende gehen wegen spezieller Bedingungen am Atemschutzgerät, z. B. durch Ansprechen eines Warnsignales, Erhöhung des Atemwiderstandes in seinen Grenzbereich oder das Erreichen einer kritischen Menge an Atemgasvorrat (Warneinrichtung).

Die effektive Gebrauchszeit hängt maßgeblich ab von der

  • physischen Konstitution, z. B. Alter, Körpergewicht, Trainingszustand,
  • psychischen Verfassung, z. B. Stressverhalten und
  • körperlichen Belastung, z. B. der Arbeitsschwere

des Atemschutzgeräteträgers. Während sich die effektive Gebrauchszeit durch die Benutzung eines Atemschutzgerätes durch einen Atemschutzgeräteträger ergibt, wird die Nenngebrauchszeit durch reproduzierbare Prüfbedingungen an Prüfeinrichtungen ermittelt.

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Gebrauchsdauer

Definition

ist die Zeit, in der das Atemschutzgerät gebraucht wird. Sie beginnt mit der Herstellung der Verbindung zwischen dem Atemschutzgerät und der gerätetragenden Person, ab der die gerätetragende Person atembares Gas bzw. atembare Luft erhält. Sie endet mit dem Lösen der Verbindung oder dem Ausbleiben von atembaren Gas bzw. atembarer Luft.

Erläuterung

Bei umluftunabhängigen Atemschutzgeräten ist die Gebrauchsdauer abhängig von der Größe des Vorrates und dem Verbrauch an Atemluft.

Umluftabhängige Atemschutzgeräte lassen sich je nach Filterart, Belastung, Schadstoffmenge und Verfallsdatum verwenden.

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Gebrauchsanleitung

Definition

Gebrauchsanleitungen von Produkten sind Informationen, die z.B. in Form von Schrift, Symbolen oder Diagrammen, zusammen mit dem Produkt an den Benutzer weitergeleitet werden.

Erläuterung

Die Gebrauchsanleitung gehört zum Lieferumfang des Produktes und sollten den vorgesehenen, bestimmungsgemäßen Gebrauch des Produktes klar und unmissverständlich festlegen und alle Informationen enthalten, die erforderlich sind, um den sicheren und korrekten Gebrauch des Produktes zu beschreiben.

Ferner sollten in der Gebrauchsanleitung für Geräte angemessene Warnhinweise für mögliche Gefahren angebracht sein.

Gebrauch

Definition

im Atemschutz ist die Verwendung eines Atemschutzgerätes zur Erfüllung einer Einsatz-, Übungs- oder Arbeitsaufgabe.

Erläuterung

Findet statt, solange die Verbindung zwischen der atemschutzgerätetragenden Person und dem Atemschutzgerät hergestellt ist und die gerätetragende Person atembares Gas bzw. atembare Luft erhält.

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Gebläseunterstützte Filtergeräte –physiologische Akzeptanz

Definition

Gebläseunterstütze Filtergeräte bieten von allen umluftabhängigen Atemschutzgeräten die höchste physiologische Akzeptanz wegen der bequemen Trageweise an Gurt oder an Gurt und Maske und wegen ihrer komfortablen Atemluftversorgung.

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Erläuterung

Durch die Gebläseunterstützung verringert sich der bei anderen Filtergeräten sonst auftretende Atemwiderstand auf ein physiologisch kaum spürbares Niveau. Bei warmer Umgebungsluft, z. B. im Sommer, kühlt das Gebläse die Einatemluft angenehm. Das kann jedoch bei empfindlichen Atemschutzgeräteträgern zu Reizungen der Atemwege führen. Im Winterbetrieb kann eine Heizung des Gebläsestromes vor übermäßiger Reizungen durch Kälte schützen. Die Tragezeitbegrenzung, Einsatzdauer, Erholungszeit und Einsätze pro Schicht entsprechen bei Arbeitseinsätzen denen der Filter.

Für Atemschutzgeräteträger im Einsatz zur Erfüllung von Rettungsaufgaben der Feuerwehr sind gebläseunterstütze Filtergeräte wegen dem möglichen Einsaugen von Funken nicht geeignet .

Gebläseunterstützte Filtergeräte – Instandhaltung und Prüfung

Definition

Gebläseunterstütztes Filtergerät wird auf der Grundlage der Herstellerhinweise und der Vorgaben in der DGUV R112-190 „Regeln für den Einsatz von Atemschutzgeräten“ durch Atemschutzgerätewarte instand gehalten und geprüft.

Erläuterung

An Atemanschluss, Filter und Gebläse sind unterschiedliche Arbeiten auszuführen. Sie unterliegen z.T. unterschiedlichen Fristen.

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Gebläseunterstützte Filtergeräte – Einsatzbeschränkungen

Definition

Je nach Verwendung mit Partikel-, Gas- oder Kombinationsfilter besitzen gebläseunterstützte Filtergeräte Einsatzbeschränkungen gegen Partikel, Gase oder Partikel und Gase.

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Erläuterung

Je nach Einsatzbeschränkung lassen sie sich unterscheiden nach:
  • Abscheideleistung des Partikelfilters in Abhängigkeit des
    Atemanschlusses,
  • Filterleistung des Gasfilters in Gasfiltertypen und Gasfilterklassen
    in Abhängigkeit des Atemanschlusses,
  • Filterleistung der Kombination von Gasfiltertypen in
    Gasfilterklassen, Mehrbereichsfilter in Abhängigkeit des
    Atemanschlusses,
  • Abscheideleistung des Partikelfilters und Filterleistung der
    Gasfilter in Gasfiltertypen und Gasfilterklassen oder
    Filterleistung der Kombination von Gasfiltertypen in
    Gasfilterklassen in Abhängigkeit des Atemanschlusses.

Gebläseunterstützte Filtergeräte

Definition

umluftabhängige Atemschutzgeräte mit einem Atemanschluss nach DIN EN 12941 „Atemschutzgeräte – Gebläsefiltergeräte mit einem Helm oder einer Haube – Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung“ als Atemschutzhelm oder Atemschutzhaube oder nach DIN EN 12942 „Atemschutzgeräte – Gebläsefiltergeräte mit Vollmasken, Halbmasken oder Viertelmasken – Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung“ eine Atemschutzmaske.

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Erläuterung

Als Filter lassen sich wahlweise Partikel-, Gas- oder Kombinationsfilter verwenden.

Je nach verwendetem Filter beitzen gebläseunterstützte Filtergeräte Schutzwirkung gegen Partikel, Gase oder Partikel und Gase. Damit lassen sie sich unterscheiden nach:
  • Abscheideleistung des Partikelfilters in Abhängigkeit des
    Atemanschlusses
  • Filterleistung des Gasfilters in Gasfiltertypen und
    Gasfilterklassen in Abhängigkeit des Atemanschlusses
  • Filterleistung der Kombination von Gasfiltertypen in
    Gasfilterklassen, Mehrbereichsfilter in Abhängigkeit des
    Atemanschlusses
  • Abscheideleistung des Partikelfilters und Filterleistung der
    Gasfilter in Gasfiltertypen und Gasfilterklassen oder
    Filterleistung der Kombination von Gasfiltertypen in
    Gasfilterklassen in Abhängigkeit des Atemanschlusses.