Instandhaltung – Atemschutz

Definition

Instandhaltung ist die Tätigkeit, die in einer Atemschutzwerkstatt dazu dient, Atemschutzgeräte für den Einsatzfall funktionsfähig zu halten, wieder gebrauchsfähig zu machen und die Gebrauchsfähigkeit nachzuweisen.

Erläuterung

Die Instandhaltung wird auf der Grundlage der Herstellervorschriften (Informationsbroschüre), bei der Feuerwehr auch nach vfdb-Richtlinie 0804 „Wartung von Atemschutzgeräten der Feuerwehr“, durchgeführt. Zur Instandhaltung hat der Unternehmer in Betrieben und Institutionen mindestens einen Sachkundigen bzw. Atemschutzgerätewart (ASGW) zu bestellen und ihm die erforderlichen Einrichtungen, Messgeräte und Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Der ASGW muss die ihm anvertrauten Atemschutzgeräte Warten, Prüfen und Instandsetzen können.

Bildquelle: Dräger AG

Isoliergerät, nicht frei tragbar

Definition

von der Umgebungsluft isolierendes Atemschutzgerät, bei dem die Atemluft dem Atemschutzgeräteträger von außerhalb zugeführt wird.

Erläuterung

Dazu zählen Schlauchgeräte in den Ausführungen Frischluftschlauchgeräte und Druckluftschlauchgeräte. Mit diesen Atemschutzgeräten ist der Atemschutzgeräteträger vom Atemgasvorrat zeitlich unabhängig, aber örtlich abhängig durch die Atemluftversorgung, z. B. mittels Druckluft-Zuführungsschlauch. Deshalb eignen sich diese Atemschutzgeräte weniger zu Rettungseinsätzen. Öffentliche Feuerwehren nutzen sie kaum. Im industriellen Atemschutz werden sie z. B. bei der Innenreinigung von Tanks getragen.

Bildquelle: Dräger AG

Isolationswiderstand

Definition

Der Isolationswiderstand ist ein Maß für die Güte eines Isolationsmaterials zwischen zwei elektrischen Leitern.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Der Isolationswiderstand setzt sich aus dem Oberflächenwiderstand und dem Durchgangswiderstand zusammen und hängt vom verwendeten Material und dessen Beschaffenheit ab. Der Isolationswiderstand ist längenabhängig und wird in Ohm x Meter bzw. in Ohm x cm [Ω] angegeben.

Für Atemschutzgeräte muss der Isolationswiderstand so hoch sein, dass eine Schädigung des Geräteträgers ausgeschlossen ist, wenn er mit dem Gerät eine Leitung mit 440 V Wechselspannung berührt.

Inverkehrbringen

Definition

bedeutet, ein Produkt, das die grundlegenden Anforderungen einer Europäischen Direktive erfüllt und CE-gekennzeichnet ist Europäische Direktive 89/686/EWG, vom Hersteller an den Verwender bzw. Besteller liefern (an den Bestimmungsort) und zur Verwendung frei geben.

Instandhaltung

Definition

Maßnahmen zur Bewahrung und Wiederherstellung des Soll-Zustandes sowie zur Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes von technischen Mitteln eines Systems.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Die Instandhaltung soll den funktionsfähigen Zustand erhalten. Grundlegend strukturiert die DIN 31051 „Grundlagen der Instandhaltung“ die Instandhaltung in fünf Grundmaßnahmen Wartung, Inspektion, Instandsetzung, Verbesserung und Schwachstellenanalyse. Für die Instandhaltung von Atemschutzgeräten führen Atemschutzgerätewarte Wartung, Prüfung (Inspektion) und Instandsetzung durch, Sachverständige die Druckbehälterprüfung und die Wartung der Druckminderer und Lungenautomaten.

Atmung

Definition

Tätigkeit der Lunge mit dem Ziel, dem Organismus den lebenswichtigen Sauerstoff 02 zuzuführen (Einatmung) und das beim Stoffwechsel entstehende Kohlendioxid C02 und Wasser H20 zu entsorgen (Ausatmung). Die Steuerung der Atmung erfolgt über den C02-Anteil im Blut. Die Atmung läuft in zwei Schritten ab, in der inneren und der äußeren Atmung.

Erläuterung:

Ein erwachsener und gesunder Mensch atmet täglich etwa 24.000-mal und bewegt dabei rund 13 m3 Luft.

Die Atmung unterscheidet man in

  • äußere Atmung:

Einatmung und Ausatmung durch die Atmungsorgane und Vorgang in der Lunge, bei dem das Blut durch die Wand der Lungenbläschen (Alveolen, Atemwege) Sauerstoff 02 aufnimmt und die Endprodukte des Stoffwechsel C02 und H20 abgibt (sog. Gasaustausch);

  • innere Atmung:

Transport von 02 nach der Einatmung zum Kapillargebiet, wo der Sauerstoff 02 vom Blut an die Zellen abgegeben wird. In den Zellen des Körpers werden ebenfalls mit dem Blut angeschwemmte Substanzen, z. B. Traubenzucker, mit Hilfe von 02 oxidiert. Dabei entstehen als Endprodukte unter anderem Energie, C02 und H20 (C6H1206 + 6 02 —> 6 H20 + 6 C02 + Energie).

Die Endprodukte C02 und H20 werden ins Blut aufgenommen, zur Lunge transportiert und durch die äußere Atmung ausgeatmet.

Innenmaske

Definition

Bauteil einer Vollmaske zur Steuerung von Ein- und Ausatemluft. Sie teilt das Maskeninnere in

  • Augenraum: Raum zwischen Sichtscheibe und Innenmaske und
  • Atemraum: Raum im Innern der Innenmaske.

Erläuterung

Die Innenmaske ist mit zwei Steuerventilen ausgestattet, die die Wege von Ein– und Ausatmluft trennen und entsprechend der Druckverhältnisse in der Innenmaske steuern.

Bildquelle: Dräger AG

Innenangriff

Definition

ist das Vordringen der Einsatzkräfte im Inneren, z. B. von Gebäuden und Anlagen, um dort das Löschmittel aufzubringen. Er ist die wirksamste Angriffsart der Feuerwehr zur Brandbekämpfung.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Beim Innenangriff bestehen Gefahren für den Menschen, z. B. durch Sauerstoffmangel, Atemgifte und andere Schadstoffe sowie schädigende Energien wie Radioaktivität und Wärmestrahlung.

Zur Kompensierung dieser Gefahren nutzen die Einsatzkräfte ihre Persönliche Schutzausrüstung, z. B. umluftunabhängigen Atemschutz und einsatztaktisch richtiges Vorgehen.

Inkorporation

Definition

Aufnahme von Stoffen, z.B. atomare, biologische oder chemische Gefahrstoffe, in den menschlichen Körper über die Atemluft, Essen, Trinken, durch Haut oder über Wunden.

Bildquelle: FwDV 500

Erläuterung

Inkorporation lässt sich verhindern durch Atemschutz, Schutzkleidung und einsatztaktisch richtiges Verhalten.

infektiöser Stoff

Definition

Stoff, der aus biologischen Substanzen oder pathogenen (krankmachend) Mikroorganismen besteht und die beim Eindringen oder Anhaften (Übertragen) in den Körper von Menschen und Tiere und ihre Vermehrung darin Infektionskrankheiten übertragen oder Wundinfektion verursacht.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Infektiöse Stoffe, von denen erhebliche Gefahren für Menschen und Tiere ausgehen können, sind z. B. mit Ausatemluft anderer Atemschutzgeräteträger kontaminierte Atemschutzgeräte, medizinische Abfälle, mit Mikroorganismen kontaminierte biologische Proben, Viren, Toxine aus biologischen Quellen.

Infektionskette

Definition

Weg der Übertragung eines Erregers von einem Wirt auf einen anderen. Sie stellt dar die reihenweise Übertragung von Krankheitserregern von Mensch zu Mensch, von Tier zu Mensch (und umgekehrt) oder von Tier zu Tier.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Die Infektionskette besteht aus der Infektionsquelle (Mensch, Tier), dem Übertragungsweg und dem Individuum, das infiziert wird. Die Möglichkeit zum Enstehen einer Infektionskette ist Voraussetzung für die Aus­breitung jeder Infektionskrankheit.

Infektion

Definition

(auch: Infekt, Anstecken) das Eindringen sowie Anhaften (Übertragen) und Vermehren von pathogenen (krankmachenden) Mikroorganismen in den Körper.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Eine Infektion kann zu einer Infektionskrankheit oder zu einer Wundinfektion führen.

Beispiel: die Infektion eines ungeschützten Atemschutzgerätewartes bei der Entgegennahme einer im Einsatz von einem infizierten Atemschutzgeräteträger getragenen Vollmaske.

Inertisierung

Definition

Verringerung der Sauerstoffkonzentration, um eine Verbrennung zu verhindern.

Erläuterung

Inerte Gase sind beispielsweise Stickstoff N2, Kohlendioxid CO2 und die Edelgase.

Im Brandschutz nutzt man inerte Gase zum Verdrängen des Luftsauerstoffs. So lässt sich eine explosionsfähige Atmosphäre vermeiden.

Die inerten Gase besitzen gegenüber dem Menschen eine Wirkung als Atemgift mit erstickender Wirkung.

Bildquelle: Dräger AG

Industrieübungsanlage

Definition

ist als Hinderniselemente in der Atemschutzübungsanlage im Bereich der Orientierungsstrecke integriert und muss von den übenden Atemschutzgeräteträgern absolviert werden.

Erläuterung

Sie lässt sich aus den Anlagenteilen „Tankübungsanlage“, „Industrieanlage“ und „Fassumfüllanlage“ kombinieren. Sollte eine „CSA-Anschlussübungsanlage“ vorhanden sein, lassen sich auch Übungen mit CSA durchführen. Optional bestehen derartige Anlagen auch als mobile Einheiten.

Bildquelle: Dräger AG

Imprägnierung

Definition

Behandlungsverfahren, mit dessen Hilfe auf die Oberfläche von Aktivkohle Chemikalien aufgetragen werden, die gewollte Eigenschaften der „imprägnierten“ Aktivkohle gegenüber dem unbehandelten Ausgangsmaterial sicherstellen.

Bildquelle: Miele

Erläuterung

Mit Hilfe der Imprägnierung kann der Hersteller von Filtern Qualität und Quantität des Adsorptionsvermögens der Filter steuern. Zur Imprägnierung eingesetzte Chemikalien aus herstellerspezifischen Rezepturen werden in speziellen technologischen Tränkverfahren auf die Aktivkohle aufgebracht.

Hyperventilation

Definition

verstärkte, zu intensive und zu tiefe Atmung, die zu übergroßem Atemminutenvolumen und zur Überbelüftung der Lunge führt.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Das hohe Atemminutenvolumen kann wegen der fehlenden Stoffwechselsteigerung zum Sinken des Kohlendioxidgehaltes (C02) des Blutes und zu vorübergehendem Atemstillstand führen. Sobald der Partialdruck des Kohlendioxid (pC02) im Blut wieder einen bestimmten Schwellenwert erreicht hat, wird vom Atemzentrum die nächste Einatmung veranlasst.

Hygieneplan

Definition

Beschreibt die Reinigung und Desinfektion von Atemschutztechnik und Einsatzkleidung sowie die persönliche Hygiene der Mitarbeiter in der Atemschutzwerkstatt.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Der Hygieneplan sollte in jeder Atemschutzwerkstatt öffentlich einsehbar ausgehängt werden.

Hygiene

Definition

Die Lehre von der Förderung der Gesundheit und der Verhütung von Krankheiten, vor allem durch Vorbeugung, Reinigung, Desinfektion und Schutzmaßnahmen.

Erläuterung

Ziel der Einsatzhygiene als ein Teilgebiet der Hygiene ist die Vermeidung gesundheitsschädlicher und die Schaffung gesundheitsfördernder Einsatzbedingungen.

Für die Einsatzhygiene der Einsatzkräfte besonders gut geeignet sind Hygienetücher, die reinigen, pflegen und desinfizieren können.

Hubvolumen

Definition

Ist die Menge Luft, die während eines Hubes der Künstlichen Lunge eines Prüfgerätes angesaugt oder ausgestoßen wird, um bei der Prüfung eines Atemschutzgerätes die Funktion zu prüfen.

Erläuterung

Je nach Prüfvorschrift und Aufbau der Prüfeinrichtung kann das Hubvolumen bis

11 Liter Luft je Hub betragen.

Bildquelle: Dräger AG

Hopkalit

Definition

Katalysator aus Manganoxid und verschiedenen Metalloxiden, z. B. Kupferoxid und Silberoxid.

Bildquelle: hnfirecontrol

Erläuterung

Im Atemschutz wird Hopkalit als Filterermaterial für CO-Filter (Filter, Gasfilter) und in anderen Atemschutzgeräten genutzt, da es die Oxidation von giftigem Kohlenmonoxid (CO) zum geringer giftigen bzw. in Grenzen unschädlichen Kohlendioxid (CO2) ermöglicht.

Bekannt sind Zusammensetzungen des Hopkalit von 60% MnO2 , 40% CuO oder 50% MnO2 , 30 % CuO , 15% CoO und 5% Ag2O

Höchstwert

Definition

Höchstwert ist der vom Hersteller festgelegte Druck- oder Prüfwert, bei dem das zu prüfende Atemschutzgerät noch ohne Funktionsfehler benutzt werden kann.

Quelle: Dräger AG

Erläuterung

Für Atemschutzgeräte sind die von den Herstellern festgelegten Druck- oder Ansprechdruckwerte einzuhalten. Dabei sind Höchstwerte festgelegt, die eine einwandfreie Funktion gewährleisten. Bei einer Überschreitung der Werte bei der Prüfung dürfen die betreffenden Geräte nicht zum Einsatz gebracht werden.

Gegensatz: Mindestwert.

Hitzeschutzkleidung

Definition

Teil der Persönlichen Schutzausrüstung zum Schutz vor Wärme, der während der Brandbekämpfung mit umluftunabhängigem Atemschutz zu tragen ist.

Bildquelle: Tesimax

Erläuterung

Die Hitzeschutzkleidung schützt die vorgehenden Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung gegen Wärmestrahlung, Wärmeleitung (Kontakthitze) und Funken. Sie wird bei sehr hohen Brandtemperaturen getragen, z. B. bei Metallbränden.