Hinderniselemente

Definition

sind in der Orientierungsstrecke einer Atemschutzübungsanlage integriert und müssen von den übenden Atemschutzgeräteträgern absolviert werden.

Erläuterung

Zu den wichtigsten Hinderniselementen gehören „Durchgang – Diagonal geteilt“, „Durchgang – Vertikal oder horizontal geteilt“, „Tür“, „Rollbahn“, „Durchstieg auf halber Höhe“, „Durchstieg auf halber Höhe mit Schwenkgitter“, „Gittertür“, „ schiefe Ebene“, „Vorreibetür“, „Kriechrohr“, „Mannloch“, „heiße Tür

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Herzinfarkt (HI)

Definition

Akute und lebensbedrohliche Erkrankung des Herzens.

Erläuterung

Beim Herzinfarkt sterben Teile des Herzmuskels in Folge einer Durchblutungsstörung ab. Die Durchblutungsstörungen entstehen vor allem durch Blutgerinnsel in einer krankhaft veränderten Engstelle eines Herzkranzgefäßes. Betroffene verspüren einen plötzlich auftretenden, meist mehr als 20 Minuten anhaltenden und meist starken Schmerz im Brustbereich mit Ausstrahlung bis in die Schultern, in Arme, Unterkiefer und Oberbauch.

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Herzfrequenz

Definition

Pumpvorgänge des Herzens pro Minute.

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Erläuterung

Beim Erwachsenen erfolgen etwa 60 bis 80 Pumpvorgänge pro Minute. Diese können sich je nach Belastungssituation, z. B. im Atemschutzeinsatz, auf mehr als das Doppelte steigern.

Herz

Definition

Hohlmuskel, der sich in der Brustkorbmitte hinter dem unteren Teil des Brustbeins direkt auf dem Zwerchfell befindet und das Blut in einen Kreislauf im Körper (Blutkreislauf) bringt.

Erläuterung

Der Herzmuskel wird durch die Herzkranzgefäße, die Koronargefäße, mit Blut versorgt. Durch Kontraktion (Zusammenziehen, Systole) und Erschlaffung (Diastole) wird die Zirkulation des Blutes in den Blutgefäßen bewirkt. Die Herzscheidewand (Septum) trennt das Herz in eine rechte und eine linke Hälfte. Jede Hälfte ist unterteilt in den Vorhof (Atrium) und die Herzkammer (Ventrikel). Das Herz besitzt vier Herzklappen und ist vom Herzbeutel (äußere Schicht des Herzens) umgeben. Die Herzarbeit wird durch ein eigenes Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystem gesteuert.

Herstelldatum

Definition

Zeitpunkt, zu dem ein Produkt hergestellt wurde.

Erläuterung

Die Lebensdauer, also der Zeitraum zwischen Herstell- und Verfallsdatum, wird durch das Verfallsdatum angegeben.

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heiße Tür

Definition

ist als Hinderniselement in der Orientierungsstrecke einer Atemschutzübungsanlage integriert und muss von den übenden Atemschutzgeräteträgern absolviert werden.

Erläuterung

Jedes Öffnen von Türen oder Fenstern kann von einer Rauchdurchzündung begleitet sein – eine Gefahr bei jedem Brandeinsatz. Mit der Heißen Tür lässt sich das dafür richtige Verhalten üben.

Die Heiße Tür lässt sich auf bis zu 60°C thermostatisch gesteuert aufheizen und als zusätzliche Übungsmöglichkeit in die vorhandenen Orientierungsstrecke einbauen.

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Hautschutz

Definition

Bietet bedarfsgerechten Schutz der Haut vor schädigenden Energien und Stoffen.

Erläuterung

Zum Hautschutz gehören Schutz-, Reinigungs- und Pflegemaßnahmen. Zu den Schutzmaßnahmen zählt das Tragen entsprechnder persönlicher Schutzausrüstung. Reinigungsmaßnahmen werden von der Einsatzstellenhygiene (Hygiene, Einsatzhygiene) bestimmt. Pflegemaßnahmen umfassen das Auftragen von Hautschutzpräperaten vor der Tätigkeit und von feuchtigkeits- und fetthaltigen Salben nach Tätigkeitsabschluss.

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Hautresorption

Definition

Die Aufnahme eines Stoffes durch die Haut und von dort in die Blut- oder Lymphbahn.

Erläuterung

Kommen solche Stoffe im Einsatzbereich vor, ist die Verwendung von Chemikalienschutzkleidung, z. B. Chemikalienschutzanzug, zu prüfen.
Bestimmte Stoffe besitzen ein hohes Potential für Hautresorption, z.B. Benzol.

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Hauptalarm

Definition

Zustand eines Notsignalgebers, desssen Bewegungssensor im Gerät einen akustisch und optisch signalisierten Hauptalarm ausgelöst hat.

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Erläuterung

Der Bewegungssensor des Notsignalgebers löst zeitabhängig Vor- und Hauptalarm aus. Eine manuelle Auslösung ist meist zusätzlich vorhanden. Die akustische Anzeige des Hauptalarms erreicht dabei Lautstärken größer als 100 dB(A) und soll einem Sicherheitstrupp das Finden einer verunglückten Einsatzkraft erleichtern.

harmonisierte Norm

Definition

Eine Europäische Norm (EN), die vonden Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und der EFTA (European Free Trade Association, europäische Freihandelszone) übernommen wurde.

Erläuterung

Harmonisierte Normen werden auch als vereinheitlichte Norm bezeichnet, z. B. die DIN EN 136 „Vollmasken“.

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Handwäsche

Definition

Im Atem– und Körperschutz kann die Reinigung benutzter Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) in einer Waschlösung per Hand erfolgen, wenn die Reinigungsvorschrift der Hersteller der PSA und die Anwendungsvorschrift des Herstellers des Reinigungsmittels das zulassen.

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Erläuterung

Der Waschvorgang der Teile der zu reinigenden PSA per Hand erfordert Wasch- bzw. Reinigungsmittel für höchstens 40° C Waschtemperatur. Handwäsche ist für die Reinigung geringer Stückzahlen geeignet. Die Waschkraft lässt sich ggf. mit Bürstenbehandlung der zu reinigenden Flächen verstärken In den meisten Atemschutz- und CSA-Werkstätten reinigt man heute allerdings mittels spezieller Industriewaschmaschinen, siehe Maschinenwäsche.

Halbmasken – gasfiltrierend

Definition

Unfallverhütungsvorschrift Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz, auch
DGUV-Regel.

Erläuterung

z. B. DGUV R112-190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“. Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz (DGUV-Regeln) sind Zusammenstellungen bzw. Konkretisierungen von Inhalten aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften (Gesetze, Verordnungen), Unfallverhütungsvorschriften, technischen Spezifikationen und den Erfahrungen der Präventionsarbeit der gesetzlichen Unfallversicherungsträger.

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Hafenfeuerwehr

Definition

Feuerwehr, von Hafenbehörden eingerichtet und besonders für die Bekämpfung von Schiffsbränden und Bränden im Hafengebiet eingerichtet.

Erläuterung

Hafenfeuerwehren werden meist als Werkfeuerwehr, seltener als betriebliche Feuerwehr geführt.

Füllvolumen

Definition

In die Druckgasflasche z. B. mit einem Kompressor hinein gedrücktes Gasvolumen in Liter. Dieses Füllvolumen ist abhängig von:

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Erläuterung

Das Füllvolumen lässt sich berechnen als die in einer Druckgasflasche gespeicherte Atemluft Vges , so z. B. der Luftvorrat von Druckluftflaschen (DLF) eines Behältergerätes.

Das Füllvolumen der DLF eines Behältergeräten, DLFVges, gibt die Menge an Atemluft an, die ein Atemschutzgeräteträger pro DLF in seinem Pressluftatmer mitführt.

Das Füllvolumen einer Druckluftflasche beträgt z. B. bei einer Druckluftflasche 4,0 Liter gefüllt mit 200 bar Druckluft DLFVges = 800 Liter.

Funktionsprüfung

Definition

Aufgabe der Funktionsprüfung ist es nach Richtlinie vfdb 0804 „Wartung von Atemschutzgeräten für die Feuerwehren“ und der jeweiligen Bedienungsanleitung zu prüfen, dass keine Sicherheitsmängel an den Atemschutzgeräten (ASG) bestehen.

Erläuterung

Die Funktionsprüfung der ASG ist eine vorgeschriebene Aufgabe des Atemschutzgerätewartes nach jedem Gebrauch und halbjährlich, z. B. nach der Wartung des Atemschutzgerätes gemeinsam mit der Sichtprüfung und Dichtigkeitssprüfung entsprechend DGUV R112-190 „Regeln für den Einsatz von Atemschutzgeräten“, der Richtlinie der vfdb, 0804 Wartung von Atemschutzgeräten für die Feuerwehr und den Herstellerhinweisen.

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Funktionskontrolle

Definition

Aufgabe der Funktionskontrolle ist es nach Richtlinie vfdb 0804 „Wartung von Atemschutzgeräten für die Feuerwehren“ und der jeweiligen Bedienungsanleitung zu kontrollieren, dass keine Sicherheitsmängel an den Atemschutzgeräten (ASG) bestehen.

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Erläuterung

Die Funktionskontrolle der Atemschutzgeräte (ASG) ist eine vorgeschriebene Aufgabe des Atemschutzgeräteträgers:

  • vor jedem Gebrauch, z. B. bei der Übernahme seines Gerätes
    gemeinsam mit der Sichtkontrolle und Dichtigkeitsskontrolle
    entsprechend Bedienungsanleitung;
  • nach Flaschenwechsel.

Funkkette

Definition

im Sprechfunk eine Kommunikationskette zwischen den Einsatzkräften. Sie wird aufgebaut wird, um größere Reichweiten oder bauliche Hindernisse überwinden zu können.

Erläuterung

Die Weitergabe der Information erfolgt dabei „von Mann zu Mann“ über herkömmlichen Sprechfunk. Funkketten werden z. B. bei Atemschutzeinsätzen in Bereichen mit Funkschatten eingesetzt.

Es ist äußerste Sprechdisziplin zu wahren, da es sonst leicht zur Verzerrung bzw. Verfälschung der weitergegebenen Nachrichten kommen kann.

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Fünfpunkt – Bebänderung

Definition

bei Vollmasken, bestehend aus einem Stirn-, zwei Schläfen- und zwei Wangenbändern.

Erläuterung

Jedes Band ist am Maskenkörper lösbar befestigt, bei einer Maske für den Einsatz zu Rettungszwecken bzw. für die Feuerwehr nach DIN EN 136-3 mit Schnellverschlüssen. Die Bänderung wird in einer so genannten Spinne zusammengeführt. Die sitzt bei angelegter Vollmaske auf dem Hinterkopf des Atemschutzgeräteträgers.

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Füllleiste

Definition

Anlageteil zum Füllen von Druckluftflaschen mit Atemluft, z. B. Druckluftflaschen für Pressluftatmer.

Erläuterungen


Die Füllleiste wird in der Regel in der Atemschutzwerkstatt in Wandmontage oder Ständerbauweise untergebracht. Sie ist in der Anlage zur Erzeugung und Verteilung von Atemluft mit Hochdruck das Teil der Übergabe der Hochdruckatemluft aus der Hochdruckleitung vom Kompressor an die Druckluftflaschen. Die werden hier an der Fülleinrichtung befestigt, z.B. mittels Kipphebel-Füllventilen mit automatischer Entlüftung und dann gefüllt.
Füllleisten und Kompressoranlagen dürfen nur dafür ausgebildete Personen, z. B. Atemschutzgerätewarte mit jährlicher Fortbildung bedienen.

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Zusatzinformation


An den Füllleisten lassen sich je nach Ausführung mehrere Druckluftflaschen mit 200- oder/ und 300 bar Druck füllen. Über Füllbrücken bzw. Füllschläuche können auch größere Druckluftflaschen gefüllt werden.

Füllleisten können ausgerüstet sein mit:
  • Anschlüsse für Druckluftflaschen mit Gasflaschenventilen nach DIN EN 144-2, z. B. mittels Schraubanschluss oder mit Schnellanschluss
  • Fernein- und Fernausschaltung des Kompressors
  • Möglichkeiten zur Überwachung der Kompressoranlage einschließlich deren Notabschaltung
  • System zur Überwachung der Luftqualität
  • Schalldämpfer
  • Füllgeschwindigkeitskontrolle.

Durch Einhausung in eine Sicherheitsfüllrampe wird der Schutz der Bediener vor berstenden oder abreisenden Druckluftflaschen oder abreißenden Füllschlauchverbindungen verbessert.

Fülldruck – maximaler

Definition

ist der in einem Druckbehälter (Druckluftflasche oder Sauerstoffflasche) maximal vorherrschende Gasdruck (Flaschendruck).

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Erläuterung

Der maximal zulässige Fülldruck einer Pressluft- oder Sauerstoffflasche für Atemschutzgeräte ist von der Bauart und der damit verbundenen Zulassung der Flasche abhängig und beträgt Nenndruck + 10 %. Zur Zeit werden Druckluftflaschen mit den Nenndrücken, maximalen Fülldrücken und Prüfdrücken entsprechend Tabelle verwendet

Der Prüfdruck ist um je 50 % höher und beträgt 300 bzw 450 bar.

DruckbehälterartNenndruckmax. FülldruckPrüfdruck
Stahlflasche 200 bar220 bar300 bar
Stahlflasche 300 bar330 bar450 bar
CFK Flasche300 bar (Aluliner)330 bar450 bar
CFK Flasche300 bar (Kunststoffliner)330 bar450 bar
Druck und Prüfdruck von Druckgasflaschen

Füllanschluss

Definition

dient in Atemschutzwerkstätten zur Verbindung der zu füllenden Druckluftflaschen mit dem Kompressor.

BIldquelle: Dräger AG

Erläuterung

Meist werden die Druckluftflaschen mit einer Schraub­ver­bindung unmittelbar an die Füllleiste an­ge­schraubt. Das Füllen von Druckluftflaschen kann durch den Einsatz von Füllschläuchen erleichtert werden, mit denen die Flaschen mit der Fülleinrichtung verbunden werden.

Führungsgruppe/-kanal

Definition

dient bei Feuerwehren der Kommunikation mittels Sprechfunk, z.B. zwischen den Abschnittsleitern untereinander bzw. von diesen mit dem Einsatzleiter auf einem 2-m-Kanal bzw. Gruppe im Digitalfunk.

Erläuterung

I.d.R. werden für den Führungskanal bzw. -gruppe ein BOS-Kanal im 2-m-Band bzw. eine Gruppe im Direktbetrieb des Digitalfunks genutzt. Die Kommunikation innerhalb eines Abschnitts erfolgt auf einem Abschnittskanal, die Kommunikation zwischen den Abschnitten und zur Einsatzleitung auf dem Führungskanal. Bei größeren Entfernungen zwischen Abschnittsleitern und Einsatzleitung muss im analogen Funk das 4-m-Band, im Digitalfunk der Netzbetrieb genutzt werden.

Bildquelle: Dräger AG

Frischluft-Saugschlauchgerät

Definition

umluftunabhängiges Atemschutzgerät nach DIN EN 138, bei dem der Atemschutzgeräteträger mit eigener Lungenkraft Luft aus atemgiftfreier Außenluft saugt. Die Ausatemluft entweicht durch das Ausatemventil des Atemanschlusses.

Bildquelle: PM-Atemschutz

Erläuterung

Wegen der begrenzten Schlauchlängen von max. 20 m sind die Schlauchgeräte ortsabhängig und die Bewegungsfreiheit des Trägers dadurch stark eingeschränkt. Bei Saugschlauchgeräten ist die Einsatzzeit zeitunabhängig, da der Atemluftvorrat praktisch unbegrenzt vorhanden ist.

Frischluft – Druckschlauchgerät

Definition

umluftunabhängiges Atemschutzgerät nach DIN EN 138, bei dem der Atemschutzgeräteträger mit eigener Lungenkraft Luft aus atemgiftfreier Außenluft saugt. Die Ausatemluft entweicht durch das Ausatemventil des Atemanschlusses.

Bildquelle: PM-Atemschutz

Erläuterung

Frischluftdruckschlauchgeräte verfügen über ein Gebläse, das Umgebungsluft von außerhalb des Gefahrenbereiches ansaugt und durch eine Schlauchleitung zum Atemschutzgeräteträger drückt. Die Schlauchlängen kann mehr als 50 m betragen. Saugschlauchgeräte lassen sich zeitunabhängig nutzen, da der Atemluftvorrat praktisch unbegrenzt vorhanden ist.