Arbeitsmedizinische Vorsorge

Definition

Maßnahmen für und Behandlung von Beschäftigten zum vorbeugenden Erhalten ihrer Gesundheit, Befinden und Leistungsfähigkeit sowie zum Vorbeugen vor Berufskrankheiten.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterungen

Die arbeitsmedizinische Vorsorge wird durch das Arbeitssicherheitsgesetz ASiG geregelt. Demnach sollen alle Beschäftigte ärztlich arbeitsmedizinisch betreut werden. Sollten dafür vorgesehene Betriebsärzte nicht ausreichend zur Verfügung stehen, können auch niedergelassene Ärzte mit einer entsprechenden Ermächtigung durch die gewerblichen Berufsgenossenschaften und den Landesgewerbearzt arbeitsmedizinisch vorsorgen.

Die arbeitsmedizinische Vorsorge entspricht dem Aufgabenkatalog des Betriebsarztes im Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG).

Apertometer

Definition

Prüfgerät zur Bestimmung des Sichtfeldes eines Atemanschlusses, z. B. einer Vollmaske oder Gasschutzbrille.

Erläuterungen

Durch das Tragen einer Atemschutzmaske (eines Atemanschlusses) wird das Sichtfeld des Maskenträgers eingeschränkt. Zur Bestimmung des Gesichtsfeldes eines Atemanschluss wird dieser auf einem Prüfkopf fixiert. Die Augen des Maskenträgers werden durch Glühlampen simuliert, deren Strahlenfeld durch den Prüfgegenstand das Gesichtsfeld auf der Innenfläche einer Halbkugel abbildet. So lassen sich natürliches und effektives Gesichtsfeld prüfen und ggf. Sichtfeldeinschränkungen messen.

Bildquelle: Dräger AG

Arbeitsdruck

Definition

Arbeitsdruck ist der Gasdruck z.B. von Luft oder Sauerstoff, der benötigt wird, um Funktionen an einem Atemschutzgerät in Bewegung zu setzen, z.B. im Sicherheitsventil eines Pressluftatmers.

Erläuterungen

Der Arbeitsdruck ist also der Mindestdruck zum Auslösen einer Funktionen. So darf das Sicherheitsventil des Pressluftatmers z. B. erst oberhalb des zulässigen Arbeitsdruckes, z. B. 13 bar im Mitteldruckbereich, ansprechen und muss geschlossen bleiben, wenn dieser Arbeits- oder Ansprechdruck unterschritten ist.

Der maximale Arbeitsdruck ist der in der Gebrauchsanweisung vorgesehene maximale innere Druck einer Gasflasche, z. B. der Fülldruck oder Nenndruck 300 bar des Pressluftatmers.

Bildquelle: Dräger AG

Antibeschlagmittel

Definition

Zähflüssiges Mittel mit Tensiden zum Verringern der Oberflächenspannung von Wasser.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterungen

Durch Auftragen von Antibeschlagmittel auf:

können Sichtbehinderungen durch die abgesetzte Feuchtigkeit der in den Anzug ausgeatmeten und abgesetzten Luft verhindert werden.

Alternativ kann dieser Effekt auch durch eine Anti-Fog-Scheibe erzielt werden.

Anti-Fog-Scheibe

Definition

wird von innen vor die Chemikalienschutzanzug-Sichtscheibe gesetzt.

Erläuterungen

Anti-Fog-Scheiben bestehen aus speziell beschichtetem, durchsichtigem und flexiblen Material. Sie verringern die Oberflächenspannung der darauf abgesetzten Feuchtigkeit, z. B. der aus der Ausatemluft des CSA-Trägers. Dadurch bildet sich auf der Anti-Fog-Scheibe ein gleichmäßiger Flüssigkeitsfilm und die Sicht des CSA-Trägers bleibt trotz hoher Luftfeuchtigkeit relativ unbehindert.

Bildquelle: Dräger AG

Anschlussgewinde

Definition

Bezeichnung für das Gewinde zwischen Atemanschluss und Lungenautomat des Pressluftatmers oder dem Filter.

Erläuterungen

Das Anschlussgewinde ist bei Atemschutzgeräten für die Überdruck – Atemtechnik am Atemanschluss ein Innengewinde, am Lungenautomat und Filter ein Außengewinde M 45 x 3;

  • bei Atemschutzgeräten für Normaldruck am Atemanschluss ein Innengewinde und am Lungenautomat bzw. Filter ein Außengewinde 40 x 1/7 Zoll
  • bei Regenerationsgeräten am Atemanschluss und am Anschlussstück ein Zentralgewindeanschluss.

Bildquelle: Dräger AG

Anfangszeit

Definition

Zeitpunkt, an dem der Atemschutzeinsatz mit einsatzbereitem Atemschutzgerät beginnt.

Erläuterungen

Die Anfangszeit kann je nach der Organisation der Atemschutzüberwachung entweder ein Zeitpunkt auf einer Uhr mit durch- (bzw. fort-) laufender Zeit, z.B. 13:27 Uhr, oder aber auch der Beginn des Countdowns oder des Startzeitpunktes auf einer Kurzzeituhr, z.B. 25 min, sein.

Bildquelle: Dräger AG

Ammoniak (zusätzliche Informationen)

Ammoniak ist eine Grundchemikalie und wird in großem Maßstab produziert. Im Jahr 2009 wurden weltweit 139 Millionen Tonnen in einer Direktsynthese über das Haber-Bosch-Verfahren hergestellt. Es entsteht auch durch Pyrolyse- und Verbrennungsvorgänge organischer Materialien.

Ammoniak lässt sich nachweisen durch:

  • typischen Geruch
  • Verfärbung von Indikatoren
  • typischen weißen Rauch, wenn Ammoniak mit Salzsäure zu Ammoniumchlorid reagiert
  • dunkelblaue Färbung des Reaktionsproduktes Kupfertetramminkomplex [Cu(NH3)4]2+ ,
    das bei der Mischung von Ammoniak mit Kupfersalzlösung entsteht
Aggregatzustandgasförmig
Dichte0,77 kg·m−3 bei 0 °C, 1,013 bar
Schmelzpunkt−77,7 °C
Siedepunkt−33 °C
Dampfdruck8573 hPa (20 °C

Alterung

Definition

Ein Verlust der Funktionen von Produkten, Materialien, u. a. durch Umwelteinflüsse, wie Wärme, Feuchtigkeit, Ultraviolette Strahlen, Staub, Chemikalien, Ozon, Kohlenwasserstoffe.

Erläuterung

Beispiele:

Rosten von Metallen in feuchter Umgebung, Rissbildung an Gummiteilen durch Sonneneinwirkung, Versprödung von Gummiteilen durch Einwirkung von Kohlenwasserstoffen oder Chemikalien.

Die Folge der Alterung sind Verluste an Einsatzbereitschaft des betroffenen Gerätes. Abhilfe lässt sich schaffen durch notwendige Qualitätsüberwachung schaffen, gefolgt von einem periodischen und vom Hersteller und Prüf- und Wartungsrichtlinien festgeschriebenen Austausch der betroffenen Ersatzteile.

Arbeitsmedizinischer Dienst (AMD)

Definition

Übernimmt betriebsärztliche Aufgaben im Sinne des Arbeitssicherheitsgesetzes ASiG für Betriebe, die keinen eigenen Betriebsarzt bestellt oder beauftragt haben.

Erläuterungen

Der arbeitsmedizinischer Dienst befasst sich mit der Untersuchung, Bewertung, Begutachtung und Beeinflussung der Wechselbeziehungen zwischen Organisation der Arbeit und dem Menschen, seiner Gesundheit, seiner Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit und seinen Krankheiten

Allergie (Zusatzinformation)

Allergien können sich äußern:

Allergieauslösende Stoffe lassen sich mit Hilfe verschiedener Allergietests nachweisen. Vor allem verwendet man Hauttests, Provokationstests und Blutuntersuchungen.

Allergien sind derzeit nicht heilbar, lassen sich aber mit Medikamenten (Antiallergika) in ihrer Auswirkung mildern oder verhindern. Diese Medikamente werden je nach Form und Schwere der Erkrankung verabreicht, z. B. als Tabletten, Nasensprays, Asthmasprays, Augentropfen und Salben.

Mit entsprechender ärztlicher Behandlung können selbst allergische Atemschutzgeräteträger weiter einsatzbereit bleiben. Bei Untersuchungen zur à G 26 hat der Atemschutzgeräteträger bekannte Allergien anzugeben.

Allergie

Definition

sind bis zur Überempfindlichkeit gesteigerte Reaktionen des Körpers auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe, die Allergene. Eine Allergie kann sich beim Menschen entwickeln, wenn er eine angeborene oder entwickelte Sensibilisierung für diese Substanzen besitzt. Eine Allergie äußert sich durch typische, entzündliche Prozesse.

Erläuterungen

Allergene bewirken Veränderungen an Haut und Schleimhäuten und lösen bei wiederholter Einwirkung Krankheiten wie Bronchialasthma, Heuschnupfen und Nesselsucht aus. Schwere allergische Reaktionen können zu einem lebensbedrohlichen Schock führen. Allergiker können an einer dieser Krankheitsformen leiden, aber auch an Mischformen von ihnen und können z. B. auf Blütenstaub, Katzenhaare oder Erdbeeren u.ä. reagieren.

Im Bereich Atemschutz kann es zu Allergien auf Materialien der Vollmaske, z. B. Chloropren-Kautschuk und Silikon kommen.

Akkreditierte Stelle

Definition

Eine die Vorgaben der Zentralstelle der Länder für Sicherheit (ZLS) erfüllende Institution, z.B. Dekra-Exam GmbH, Am Technologiepark 1, 45307 Essen, zur Erfüllung (Qualitätssicherung) der Anforderungen des Gerätesicherheitsgesetzes (GSG).

Bildquelle: Dekra

Erläuterungen

Die Erfüllung der Anforderungen des Gerätesicherheitsgesetzes (GSG) wird durch ein Zertifikat (Teilprozess der Konformitätsbewertung) bestätigt und berechtigt die Institution zur Durchführung von Prüfungen und Zertifizierungen von Produkten gemäß der Europäischen Direktive, die ins nationale Recht in Form von Verordnungen zum Gerätesicherheitsgesetz übertragen wurden bzw. werden.

Derartige Zertifizierungsstellen können nach erfolgreicher Zulassungsprüfung die Eignungsfeststellung von persönlicher Schutzausrüstung für Einsatzaufgaben bei deutschen Feuerwehren erbringen. Dazu müssen sie die Bestätigung ihrer Akkreditierung entsprechend der europäischen Richtlinie 89/686/EWG (PSA-Richtlinie) sowie den Nachweis ihres Kooperationspartners dem Referat 8 „Atemschutz und persönliche Schutzausrüstung“ vorlegen. Nach Prüfung der Voraussetzungen wird die Entscheidung über die Benennung von der turnusmäßig stattfindenden Mitgliederversammlung des Referates 8 unter Beachtung der Satzung der vfdb durch Beschluss getroffen.

Adapter

Definition

Bauteil (Zwischenstück), um unterschiedliche Baugruppen oder Geräte elektrisch oder mechanisch einander anzupassen.

Erläuterungen

Beispiel:

Mit Hilfe ei­nes Adapters wird z.B. ein Atemschutzgerät mit einem Überdruck-Anschluss zur Prüfung mit einem Prüfgerät mit Normaldruck-Anschluss ver­bunden.

In diesem Beispiel dient ein Schlauch zur Verlän­gerung der Mitteldruckleitung (um Prüfungen an Atemschutzgeräten vorzunehmen), als Adapter.

Bildquelle: Dräger AG

Adsorptionsmittel

Definition

Wasserunlösliche poröse Substanzen, die aufgrund ihrer großen Oberfläche Wasser oder andere Moleküle durch Adsorption an sich binden.

Erläuterungen

Mit Adsorptionsmitteln gefüllte Atemschutzgeräte, z. B. Filter, müssen nach Ihrer Benutzung oder bei Überlagerung nach Herstellerangaben entsorgt werden.

Oft verwendete Adsorptionsmittel sind Aktivkohle, Aluminiumoxid und Kieselgel .

Durch die Imprägnierung der Adsorptionsmittel steuert der Hersteller von Filtern Qualität und Quantität des Adsorptionsvermögens.

Bildquelle: Dräger AG

Abschnittsgruppe/-kanal

Definition

Zur Kommunikation zwischen:
  • vorgehenden Trupps und deren Einheits- bzw. Fahrzeugführern
  • Fahrzeugführern und den Zugführern/Abschnittsleitern
    wird meist ein eigener 2-m-BOS-Kanal je Abschnitt genutzt. Es gibt auch Modelle mit Verkabelungen zwischen den vorgehenden Truppangehörigen und dem Fahrzeugführer bzw. Atemschutzüberwacher (Kombination aus Orientierungsleine und Kommunikationsanlage).

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterungen

Die Frequenz- bzw. Kanalvergabe erfolgt durch die jeweiligen Landesbehörden im Rahmen der BOS-Richtlinie. Der Funkverkehr wird nach FwDV 810 und der BOS-Richtlinie geführt. Dabei ist zu achten auf:

  • Sicherung der maximalen Reichweiten der eingesetzten Geräte
  • den Schutz vor Überlastung der Funkkanäle
  • eindeutige Funkrufnamen
  • rechtzeitige Durchführung der Kanaltrennung.

Bei kabelgestützten Geräten muss eine Schnittstelle zwischen „normalem“ Einsatzstellenfunk und der Kabelanlage vorhanden sein. Mindestens der Truppführer des Trupps mit Kabelanlage muss zusätzlich über ein 2-m-FuG verfügen, um sich ggf. mit Trupps ohne Kabelanlage verständigen zu können.

Absorptionsmittel

Definition

Chemische Verbindungen mit der Eigenschaft der Absorption.

Erläuterungen

typische Absorptionsmittel sind Rezepturen mit Hauptbestandteil

  • Natriumhydroxid NaOH in der Alkalipatrone
  • Kalziumhydroxid Ca(OH)2 im Kalkabsorber.

Neben Absorptionsmitteln mit ausschließlicher Kohlendioxidbindung gibt es auch Absorptionsmittel, die zusätzlich Sauerstoff freisetzen, z. B. Kaliumhyperoxid KO2 .

Absorptionsmittel müssen nach Herstellerangaben entsorgt werden

Abriebfestigkeit

Definition

Im Atemschutz Ausdruck für die Stabilität eines fraktionierten
Materials gegenüber mechanischer Belastung, z. B. der
Absorptionsmittel und der Adsorptionsmittel in
Absorbern oder Gasfiltern.
Vor allem durch Transport und Benutzung der Atemschutzgeräte
kann die mechanische Belastung des fraktionierten Materials
zu Abrieb an der eigenen Oberfläche oder der benachbarter
Strukturen führen.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Absorptionsmittel (alkalische Füllmasse) und Adsorptionsmittel, z. B. Aktivkohle, unterliegen dem Abrieb vor allem durch Schütteln des Absorbers bzw. Filters. Abrieb lässt sich durch geeignete Rezepturen, Herstellungstechnologien und konstruktive Maßnahmen vermindern. Entsteht er dennoch, lässt sich durch geeignete Maßnahmen, z. B. durch den Einbau konstruktiver Elemente wie Filter oder Filterschichten, das Einatemgas säubern.

Brandübungsanlage – Unfallverhütung

Definition

In Brandübungsanlagen werden Einsatzsituationen realitätsnah nachgestellt. Daher müssen auch bei einer Übung in solchen Anlagen ebenso strenge Maßstäbe an den Unfallschutz gestellt werden wie im Einsatz.

Erläuterung

Folgende Grundsätze zur Unfallverhütung bei Absolvierung von Brandübungsanlagen sollten als Mindest­em­pfeh­lung befolgt werden:

Übungsteilnehmer müssen:

− ausgebildete Atemschutzgeräteträger sein

− über eine gültige Untersuchung nach G 26/3 verfügen

− geschützt sein durch eine vollständige
Feuerwehrschutzkleidung, bestehend aus:

Bildquelle: Dräger AG

Brandübungsanlage – Unfallverhütung (Zusatzinformation)

Bei der Wahl des Feuerwehr -Schutzhelm mit Nackenschutz ist die Temperaturbeständigkeit des Helmmaterials zu berücksichtigen. Helme aus Textil-Phenol-Kunstharz sind für die starke thermische Be­las­tung, die während eines Einsätze im Innenangriff bzw. einer Übung in Brand­simula­tions­anlagen auftreten kann, nicht geeignet.

Weiterhin sollte daran gedacht werden, Körperschmuck jeglicher Art abzulegen, nicht unter Alkohol stehend zu trainieren sowie frei von Drogen, behinderten Medikamenten und Krankheiten zu sein. Vor und nach der Übung ist ausreichend zu trinken.

Brand-Trainingszentrum

Definition

Ist eine Anlage mit der Möglichkeit, Einsätze von taktischen Einheiten bis zu Verbänden zu trainieren sowie Einsatzkräfte für spezielle Aufgaben und Situationen auszubilden.

Erläuterung

In einem Brand-Trainingszentrum sind zusätzlich zu Brandhäusern und -con­tai­nern Ge­fah­ren­an­lagen besonderer Art, wie z.B. In­du­strie­-, Schiffs-, Hafen- und Tun­nel­an­la­gen, Tankanlagen oder Flugzeuge, nachgebildet; Brandhaus; Brandcontainer, gasbetrieben; Brand­con­tainer, feststoffbetrieben, Brandübungsanlagen – Unfallverhütung.

Bildquelle: Dräger AG

Brandhaus

Definition

Ist ein Feuerwehr-Übungshaus nach DIN 14097 in der Größe eines Ein- oder Mehrfamilienhauses mit der Möglichkeit, taktische Einheiten bis zur Zugstärke bei realistischen Temperaturen trainieren zu lassen. Brandherde und Rauchgasdurchzündung werden meist durch Gasbrände simuliert.

Erläuterung

Ein Brandhaus dient der Übung und dem Training von Feuerwehreinsatzkräften unter realitätsnahen Bedingungen. Es werden realistische Eindrücke von Hitze-, Flam­men- und Wasserdampfeinwirkung auf die Einsatzkraft vermittelt. Da jedoch zur Befeuerung des Brandhauses aus Umweltschutzgründen meistens rückstandslos verbrennendes Propangas benutzt wird, können Verrauchung und Rauch­gas­durch­zün­dung nur simuliert werden.

Das taktische Vorgehen zur Suche von Vermissten und das truppweise Zusammenarbeiten unter Hitze sind die Trainingsziele.

Die Anzahl und die Art der Brandstellen variiert je nach örtlichen Voraussetzungen.

Bildquelle: Dräger AG

Brandrauch (Zusatzinformation)

Brandrauch kann den menschlichen Organismus erheblich schädigen.

Bei vielen Bränden entstehen aus geringen Mengen brennbarer Stoffe große Mengen Atemgifte und andere schädigende Stoffe mit teilweise extremen Vergiftungspotentialen.

Brandrauch besitzt folgende gefährliche Wirkungen, die in Abhängigkeit von Zusammensetzung und Konzentration:
  • toxisch wirken
  • chemische Wirkung besitzen
  • die Sicht behindern
  • dem Wärmetransport dienen
  • zu Durchzündungen (Flashover) beitragen können
StoffePyrolyse- bzw. Verbrennungsprodukte
HolzKohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2), Wasser (H2O), niedrige Alkohole und Aldehyde, Essigsäure, verschiedene Kohlenwasserstoffe
Wolle  CO, CO2, H2O, Ammoniak (NH3), verschiedene Kohlenwasserstoffe, Blausäure (HCN), Schwefelwasserstoffe
PolystyrolCO, CO2, H2O, monomeres Styren, oligomere Styrole, Ethylbenzol, Alkene, Aldehyde, höhere Aromaten
PolyurethaneCO, CO2, H2O, NH3, HCN, verschiedene Kohlenwasserstoffe, Amine, Nitrile, Aldehyde, Carbonsäure,  Isocyanate 
PVC         CO, CO2, H2O, Chlorwasserstoff, gesättigte und ungesätigte Kohlenwasserstoffe, Chlorkohlenwasserstoffe wie z.B. Vinylclorid
PhenolharzeCO, CO2, H2O, Formaldehyd, Ameisensäure, Phenole, ldehyde
Polyamid CO, CO2, H2O, NH3, HCN, verschiedene Kohlenwasserstoffe, Aldehyde, Ketone, Amine, Stickoxide
Beispiele für die komplette Darstellung von Pyrolyse- und Verbrennungsprodukten im Brandrauch
Chemische
Bezeichnung
 Kurz-
zeichen
 Handelsnamen
(Auszug)
 wichtigste
Zersetzungsprodukte
1. Thermoplaste
Polyvinylchlorid PVCHostalit, Vestolit, Mipolam, Astrolon, Trovidur, Supralen, Kautex u.a.Salzsäure, Benzol und Folgegase
Polyethylen PEHostalen, Lupolen, Trolen, Vestolen u.a.CO, CO2 und sonstige
Polymethacrylsäure-ester PMA Plexiglas, Resartglas,
Persprex, Plexigum u.a.
CO in großen Mengen, Spuren evtl. von C1 und Phosgen
Polyacrylnitrit PANOrlon, Dralon u.a.Blausäure, Ammoniak,
Ammoniumcyanid
Polystyrol PS Styropor, Vestyron, Luren, Trolitul u.a. Benzol und Folgegase
Polyamide PANylon, Perlon, Ultramid,
Durethan, Supramid,
Trogamid
Ammoniak, Aminverbindungen, Ameisensäure
Phenolharze (Phenolplaste)PFBakelite, Eshalite, Resiform u.a.Phenol und Formaldehyd
HarnstoffharzeUFUltrapas, Formica, Resopal, Iporka, Kauritleim u.a.Harnstoffe – Ammoniak,
Amine, Blausäure
Polyester UPTrevira, Diolen, Leguval, Palatal u.a.CO, CO2, evtl. C1, wenn zugesetzt
Polyester mit GlasfaserFilon, Lamilux, Scobalit, Pecolit u.a.  
 KautschukIsopren u. Folgeproduk­te, evtl. Schwefel u. Chlorverbindungen
 Synthetischer Kau-tschukBuna S, Buna N, ButylkautschukButadien, Benzol u. Folgeprodukte, evtl. Blausäure, Ammoniak, Schwe­fel u. Chlorverbindungen
PolyurethanePURMoltopren, Desophen, Desmodur, VollcollanAmmoniak, Zyanate, Spuren von Blausäure
2. Abgewandelte Naturstoffe
Nitro-ZelluloseZelluloid, ZellhornCO, Nitrose, Gase, Stickstoffe
Zellulose-AcetatAcetat-Seide, Rhodiafil u.a.CO, Essigsäure 
KunsthornGalalith, Berolith, EsbrilithAmine, Ammoniak, Formaldehyd
Wichtigste Zersetzungsprodukte verschiedener Stoffe