Oxidation

Definition

Chemische Reaktion, bei der ein zu oxidierender Stoff Elektronen abgibt und ein anderer Stoff, dass Oxidationsmittel, diese Elektronen aufnimmt.

Erläuterung

Es gibt Oxidationen mit und ohne Flammenerscheinung. Eine Oxidation unter Flammenerscheinung wird als Verbrennung oder Feuer bezeichnet. Bekannt ist vor allem die Verbrennung fossiler Brennstoffe. Verbrennungen benötigen vorbestimmte Mengen an Zündenergie, aufbereitetem Brandstoff und Sauerstoff als Oxidationsmittel. Das bekannteste Oxidationsmittel ist Sauerstoff (O2).

Im Körper erfolgt der Stoffwechsel zur Energiegewinnung als Oxidation aufbereiteter Nahrung unter Bildung von körpereigenen Stoffen, Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O).

In reinem Sauerstoff kann sogar Metall verbrennen.

Orientierungsstrecke

Definition

ist der Bereich einer Atemschutzübungsanlage, in der Atemschutzgeräteträger das Orientieren unter erschwerten Sichtverhältnissen (Dunkelheit, Rauch) sowie die Handhabung des Atemschutzgerätes in engen Räumen und unter körperlicher Belastung trainieren sollen.

Erläuterung

Zusätzlich lassen sich psychologisch belastende Trainingselemente wie Wärmestrahlung Lichtspiele und Geräusche in eine Atemschutz-Übung integrieren.

Die Orientierungsstrecke soll vom Übenden durch Hindernisse und die Streckenführung möglichst einsatznahes und weitestgehend realistisches Kriechen, Gehen und Steigen erfordern. Orientierungsstrecken sollen nach DIN 14093-1 „Atemschutz-Übungsanlage – Planungsgrundlage“ eine abgewickelte Länge von mindestens 50 m haben. Die Streckenführung muss z.B. durch ver­än­der­bare Gitterfelder und Hindernisse variiert werden können.

Bildquelle: Dräger AG

Ölgehalt in Atemluft

Definition

die DIN EN 12021 „Atemschutzgeräte – Druckluft für Atemschutzgeräte definiert als Ölgehalt in der Atemluft Schmierstoffaerosole mit dem Grenzwert von 0,5 mg/m3. Dieser Ölgehalt muss überwacht werden.

Erläuterung

Zur Überwachung des Ölgehaltes in Atemluft eignen sich sonst übliche Prüfröhrchen nicht, da ihr Messbereich dafür zu gering ist, sie die heute für Kompressoren üblichen synthetische Öle nicht nachweisen können und für mineralische Öle mit einem Faktor 20 bis 30 zu unempfindlich sind.

Für die Ölüberwachung in komprimierter Atemluft wird deshalb ein Ölimpaktor eingesetzt. In dieses Messgerät lassen sich auch die Überwachungssets zur Überwachung der restlichen Schadstoffe in Atemluft nach DIN EN 12021 integrieren.

Bildquelle: Dräger AG

Rohrübungsanlage

Definition

Übungsanlage zur Simulation des Arbeitens an Gas– und Flüssigproduktrohrleitungen.

Erläuterung

Rohrübungsanlagen sind zum Üben von Einsätzen unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) konzipiert. In ihnen lassen sich Einsätze in Anlagen und Bereichen wie Tankwagen, Kesselwagen, Rohrleitungsbrücken und Kanaleinstiegen üben.

Optimal ausgerüstet sollten die Rohrübungsanlagen ausgerüstet sein mit Rohranschlüsse nach DIN, Gasuhr und elektronischem Schaltkasten. Lassen sich die Anlagen mit Druckluft oder Wasser befüllen, können Leckagen in den Rohrleitungen simuliert werden. Der Erfolg der Übung kann vom Kontrollraum aus überwacht werden.

Rohrübungsanlagen existieren stationär und mobil.

Bildquelle: Dräger AG

Risikobewertung

Definition

Einschätzung einer Gefahr.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Die Risikobewertung beurteilt auf der Basis einer Risikoanalyse, ob das Risiko, das z.B. von einer Einsatzsituation der Feuerwehr ausgeht, unter den gegebenen Bedingungen am Einsatzort akzeptabel und eventuelle Restrisiken vertretbar sind.

Die Bewertung erfolgt hierbei als Teil des Risikomanagements des Einsatzleiters.

Risikoanalyse

Definition

Erfassung von Gefährdungen (Gefährdungsbeurteilung), ihrer Häufigkeit, Größe und Auswirkungen auf den Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz.

Erläuterung

Entsprechend Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) § 3 und DGUV I 205-021 “Leitfaden zur Erstellung einer Gefahrenbeurteilung im Feuerwehrdienst“ umfasst die Risikoanalyse nach durchgeführter Gefährdungsermittlung die Risikoermittlung, Häufigkeitsabschätzung und Wahrscheinlichkeit des Eintreffens einer Gefährdung. Davon wird Risiko R folgendermaßen abgeleitet:

R = W*F

R: Risiko
W: Wahrscheinlichkeit des Zusammentreffens der Person mit der Gefährdung
F: Schweregrad der Folgen der Gefährdung

Die Werteskala für L und S kann von 0 bis 4 betragen:
  • Beispiel: Farbspritzen in einer Kammer mit
    Lösemitteldampf-Absaugung
  • Gefährdung durch Lösemitteldämpfe bei Ausfall der Absaugung; Wert S = 4
  • Ausfallwahrscheinlichkeit; Wert L = 1
  • Risiko R = 4, d.h. Tragen eines Filtergerätes mit Schutz
    gegen Lösemitteldämpfe

Risiko

Definition

die Kombination aus der Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Schadens und seines Ausmaßes.

Erläuterung

Das Risiko ergibt sich als Produkt von Eintrittshäufigkeit bzw. Eintrittswahrscheinlichkeit und Ereignisschwere bzw. Schadensausmaß. Die Eintrittshäufigkeit bezeichnet dabei die Häufigkeit, mit der ein Ereignis innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls eintritt.

Bildquelle: Dräger AG

Hinweis

Oft werden die Begriffe Risiko und Gefährdung synonym benutzt, obwohl sie in der Fachliteratur unterschieden werden!

Rettungswindel

Definition

Mögliche Ausrüstung für die Atemschutznotfallrettung zur Rettung gehunfähiger Atemschutzgeräteträger.

Erläuterung

Die Rettungswindel wird aus einem Bergetuch hergestellt, indem das Bergetuch an einem Ende eingeschlagen und mit zwei Karabinerhaken in der Mitte so befestigt wird, dass der Verunfallte wie in einer Windel zu liegen kommt. Der Verunfallte kann dann leicht an den oberen Griffen in Schräglage auch über leichtere Unebenheiten oder sogar über Treppen gerettet werden.

Es handelt sich beim Einsatz der Rettungswindel um ein mögliches Hilfsmittel für die Crashrettung.

Bildquelle: Herbald.de, CSSt.lu, Sapross.ch,Atemschutz.org

Rettungstrupp

Definition

frühere und veraltete Bezeichnung für Sicherheitstrupp.

Rettungspuppe

Definition

dient als Hilfsmittel in Übungen, z. B. für die Personenrettung aus rauchgefüllten Räumen unter Atemschutz.

Erläuterung

Spezielle Füllungen geben dem Modell das realistische Gewicht und vermitteln zusammen mit der hohen Elastizität des Kunststoffes den Eindruck menschlichen Gewebes. Das Modell ist in den Gelenken voll beweglich.

Größe: 162 cm, Gewichte: 48, 70, 80 kg

Spezielle Ausführungen sind die brennbare Rettungspuppe und die Rettungspuppe mit unterschiedlichen Wärmeimitaten.

Rettungsmulde

Definition

Mögliche Ausrüstung für die Atemschutznotfallrettung, ausgeführt als Hartschalenmulde mit Gurten und Grifflöchern zur Rettung bzw. Bergung verunfallter Personen, auch Schleifkorbtrage genannt.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Seitliche Griffe an der Rettungsmulde dienen zum Tragen, Gurte zum Ziehen; die Anschrägungen am Boden helfen beim Ziehen über Hindernisse.

Die verunfallte Einsatzkraft wird in die Mulde gelegt und dort fest geschnallt. Der Sicherheitstrupp zieht bzw. trägt die Mulde in einen sicheren Bereich.

Rettungsmesser

Definition

Mögliche Ausrüstungen für die Atemschutznotfallrettung.

Bildquelle: Ziegler

Erläuterung

Rettungsmesser ähneln einem Tauchermesser. Mit ihnen kann man sich oder andere zu Rettende von Leinen, aus Chemikalienschutzanzügen o.ä. befreien. Rettungsmesser oder Rettungsschere sind so zu tragen, dass sie für den Atemschutzgeräteträger im Einsatz möglichst gut erreichbar sind.

Eine Befestigung an Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) darf nicht deren Zulassung verletzen. Im Zweifelsfall ist der Hersteller der PSA zu befragen.

Rettungskette

Definition

Organisationsprinzip in der Ersten Hilfe zur Sicherung einer effektiven Versorgen Verletzter.

Erläuterung

Die vier Hilfeleistungen bei einem Notfall: Sofortmaßnahmen –> weitere Maßnahmen –> Rettungsdienst –>Krankenhaus sollen ineinander greifen wie die Glieder einer Kette. So lässt sich erreichen, dass die notwendige Hilfe innerhalb kürzester Zeit sachgerecht zur Wirkung und der Verletzte schnell in ärztliche Behandlung kommt.

Rettungsgerät

Definition

ein Pressluftatmer oder ein ähnliches Atemschutzgerät zur Rettung in Not geratener Atemschutzgeräteträger im Rahmen der Atemschutznotfallrettung.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Das Rettungsgerät führt der Sicherheitstrupp neben anderen Geräten zur Rettung verunfallter Atemschutzgeräteträger mit. Bei Rettungsgeräten sind meist die Mitteldruckleitungen verlängert, um den Verunfallten auch im Liegen leichter mit Luft versorgen zu können. Teilweise handelt es sich auch um spezielle Geräte, die nur noch aus in Tragetaschen gelagerter Druckluftflasche, Druckminderer und (verlängerter) Mitteldruckleitung mit Lungenautomat bestehen.

Retten

Definition

Maßnahmen zur Befreiung von Menschen aus lebensgefährlichen Zwangslagen und Abwenden eines lebensgefährlichen oder gesundheitsbedrohlichen Zustandes.

Erläuterung

Zum Retten aus Bereichen mit freien gefährlichen Stoffen oder mit Atemgiften wird entsprechender Atemschutz benötigt. So erfordert z. B. das Retten von Bewohnern aus einem brennenden Haus die Verwendung von Pressluftatmern für die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr und Brandfluchthauben für die Bewohner.

Bildquelle: Dräger AG

Restrisiko

Definition

Gefahren, die nicht durch technische Maßnahmen ausgeschlossen werden können.

Erläuterung

Beispiel: selbst bei einem ordnungsgemäß gewarteten Pressluftatmer kann der Druckminderer versagend die Atemluft plötzlich abströmen lassen. Der Atemschutzgeräteträger unter diesem Pressluftatmer gerät in Lebensgefahr, wenn er zu diesem Zeitpunkt das Gerät im Gefahrenbereich benutzt.

Bildquelle: Dräger AG

Restdruck

Definiton

ist der Druck in der Druckgasflasche eines Atemschutzgerätes, z.B. in der Druckluftflasche eines Pressluftatmers, der sich nach Beendigung der Einsatz- oder Arbeitstätigkeit noch in der Druckgasflasche befindet.

Erläuterung

Auch der Restdruck ist, z. B. beim Pressluftatmer, am Manometer ablesbar. Der sich aus dem Restdruck ergebende Atemluftvorrat lässt sich berechnen. Er ermöglicht Rückschlüsse auf die weitere Verweilzeit unter dem Atemschutzgerät.

Bildquelle: Dräger AG

Respiratorischer Quotient (RQ)

Definition

Quotient aus dem Volumen des Kohlenstoffdioxids in der Ausatemluft (CO2– Austrag) und des Sauerstoffverbrauches (O2–Verbrauch) während der menschlichen Atmung. Er dient bei der Entwicklung von Atemschutzgeräten deren Dimensionierung.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Der respiratorische Quotient wird in Abhängigkeit von Alter, Kondition und Gesamtbelastung eines Probanden gebildet.

Der Sauerstoffverbrauch ergibt sich aus der Differenz zwischen Sauerstoffgehalt in der Einatemluft und Sauerstoffgehalt in der Ausatemluft.

Formel zur Berechnung von RQ

Reservepressluftatmer

Definition

zusätzlicher Pressluftatmer für Atemschutzeinsätze.

Erläuterung

Reservepressluftatmer

  • wird als Reservegerät für einen eventuell ausgefallenen
    Pressluftatmer des Atemschutztrupps vom Sicherheitstrupp
    mitgeführt.
  • bezeichnet die zusätzlichen Pressluftatmer, die z. B. auf
    einem Gerätewagen Atemschutz mitgeführt werden oder in der
    Atemschutzwerkstatt bereit liegen, damit weitere Kräfte
    eingesetzt werden können oder ein Gerätetausch durchgeführt
    werden kann.

Bildquelle: Dräger AG

Repeater

Definition

Im Funkverkehr eingesetzt dient er dazu, Funksignale wie in einer Funkkette, auch automatisch zu übertragen.
Erläuterung.

Repeater nutzt man heute in der Telemetrie der Atemschutzüber- wachung, um Stellen mit unzureichendem Empfang, z. B. durch Funkschatten verursacht, zu überbrücken.

Bildquelle: Dräger AG

Reißverschluss – gasdicht

Definition

Der Reißverschluss eines Chemikalienschutzanzuges (CSA) und der Bereich um ihn herum muss den normativen Anforderungen der EN 943-1 bzw. EN 943-2 erfüllen. Dazu zählt die in Grenzen vorgegebene chemischen Beständigkeit gegen CSA – Prüfchemikalien.
Bei Anzügen nach vfdb-Richtlinie 0801 bzw. GUV-I 8671 muss der Reißverschluss darüber hinaus auch gasdicht ausgeführt sein.

Erläuterung

Zur Sicherung dieser Eigenschaften kann der Reißverschluss selber mit einer Beschichtung aus chemikalienbeständigem, gasdichten Material versehen sein oder z.B. durch eine Abdeckung geschützt werden. Für den bequemen Ein- und Ausstieg aus dem Anzug muss dieser einen großen Öffnungsbereich ermöglichen. Dies kann z.B. seitlich vom Kopfbereich abwärts oder auch im Rückenbereich quer über die Schulterpartie erfolgen.

Bei gasdichten CSA muss zum Anlegen unbedingt eine zweite Person als Hilfe beim Ein- und Ausstieg anwesend sein (Chemikalienschutzanzug – Hauptteile). Das Verschluss-System hat eine außen liegende Kette.

Der Reißverschluss muß regelmäßig gefettet werden, um die Leichtgängigkeit zu erhalten.

Bildquelle: Dräger AG