Am 13. und 14.03.2019 veranstaltete die BG RCI in Wernigerode ihre 3. Tagung gemeinsam mit dem Werkfeuerwehrverband für Führungskräfte von Werkfeuerwehren, Atemschutzbeauftragten und Gasschutzleitern Deutschlands. www.atemschutzlexikon.com durfte durch W. Gabler vertrenden zu Gefahren für Atemschutzgerätewarte infolge äußerer und innerer Kontamination und die Kompensation dieser Gefahren sprechen. Wir haben uns entschlosen diesen Beitrag wegen seiner Brisanz hier zu veröffentlichen. Atemschutzgerätewarte sollten um die Gafahren in ihrem Bereich wissen und Abwehrstrategien dagegen kennen lernen.
Wenn die Druckluftrflaschen mit nur 2 gbis 5 bar gefüllt sind, sind sie entsprechend ADR, Abschnitt 1.1.3.2 c) (siehe unten), so von der ADR freigestellt und besitzen mit ihrem Restdruck immer noch genügend Überdruck zum Schutz gegen das Eindringen z. B. feuchter Umgebungsluft.
Neufassung der Anlagen A und B des Europäischen Übereinkommens vom 30. September 1957 über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) mit Stand 01.01.2013
1.1.3.2 Freistellungen in Zusammenhang mit der Beförderung von Gasen Die Vorschriften des ADR gelten nicht für die Beförderung von: c) Gasen der Gruppen A und O (gemäß Unterabschnitt 2.2.2.1), wenn der Druck des Gases im Gefäß oder Tank bei einer Temperatur von 20 °C höchstens 200 kPa (2 bar) beträgt und das Gas kein verflüssigtes oder tiefgekühlt verflüssigtes Gas ist. Das schließt jede Art von Gefäß oder Tank ein, z.B. auch Maschinen- und Apparateteile.
Hinweis zu 2.2.2.1 Kriterien für Begriff „Klasse 2: Gase“ Der Begriff der Klasse 2 umfasst reine Gase, Gasgemische, Gemische eines oder mehrerer Gase mit einem oder mehreren anderen Stoffen sowie Gegenstände, die solche Stoffe enthalten. Gase sind Stoffe, die a) bei 50 °C einen Dampfdruck von mehr als 300 kPa (3 bar) haben oder b) bei 20 °C und dem Standarddruck von 101,3 kPa vollständig gasförmig sind. … (Auszug aus ADR, Abschnitte 1.1.3.2 und 2.2.2.1)
Der Spülkanal wird durch die Formung des Anschlussstückes gebildet. Die relativ trockene Einatemluft wird von ihm zur Sichtscheibe gelenkt und kann so dort abgesetzte Feuchtigkeit aufnehmen. Danach strömt die Einatemluft durch die Steuerventile der Innenmaske in den Augenraum und weiter in die Atemorgane des Maskenträgers.
In der Regel bestehen Spülschränke aus Edelstahl. Sie und ihre unmittelbare Umgebung können mit Wasserversorgung, Wasserentsorgung, Dosierautomaten für Desinfektionsmittel, Luftdruckanlagen zum unter Druck setzen von Lungenautomaten, Abtropfregalen und oft auch mit Entlüftungsanalgen ausgerüstet.
Dabei wird der Prüfling einer Vibrationsbelastung ausgesetzt, die das Tragen und Transportieren eines Atemschutzgerätes simuliert. Im Anschluss an den Rütteltest werden Funktionskontrollen am Prüfling durchgeführt, um eine schädigende Auswirkung des Tragens und Transportierens für einen bestimmungsgemäßen Gebrauch auszuschließen.
Optische Signale bzw. Sichtzeichen sind für Feuerwehren entsprechen Feuerwehrdienstvorschrift FwDV 1, „Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz -“, Abschnitt 20, festgelegt. Sie werden mit dem Arm bei flachgehaltener Hand gegeben und dienen zum Übermitteln von Befehlen und Meldungen, wenn andere Arten der Übermittlung nicht möglich oder unzweckmäßig sind.
Beispiele für mögliche Medien von Rückzugsignalen:
dreimaliges kurzes Drücken der Fahrzeughupe, Pause, Wiederholung,
alle Martinhörner an der Einsatzstelle einschalten
vereinbarter Funkspruch als Dauerschleife
Werksirene bei Industrieeinsätzen
Lichtsignale in dunklen Räumen oder bei Nachteinsätzen
Vor dem Einsatz bzw. der Arbeitsaufnahme vereinbarte optische, akustische oder elektronische Möglichkeit zum Übermitteln von Anweisungen zum Rückzug der Atemschutzgeräteträger aus dem Gefahrenbereich. Sie dienen der Sicherung der im Gefahrenbereich befindlichen Atemschutzgeräteträger.
Erläuterung
Rückzugsignale können den Rückzug planmäßig einleiten oder bei Unregelmäßigkeiten oder gefährlichen Lageveränderungen auf den sofort erforderlichen Rückzug hinweisen. Sie sollen bei einer Lageänderung auch unter schwierigen Verhältnissen eine schnelle Räumung des gefährdeten Bereichs sichern. Rückzugsignale müssen klar sein und eindeutig vereinbart sein.
Bei Rückzugssignal/ -warnung oder -befehl ist sofortiger Rückzug aus dem Gefahrenbereich wichtig.
Der Rückweg ist anzutreten, wenn bereits eine der folgenden 7 Rückzugsbedingungen zutrifft, also wenn: • nur noch die doppelte Menge an Atemluft vorhanden ist wie die beim Vormarsch verbrauchte d.h., die doppelte Menge der auf dem Vormarsch verbrauchten Atemluft muss für den Rückzug bereit stehen. Für den Rückweg ist in der Regel die doppelte Atemluftmenge wie für den Hinweg einzuplanen.
Die Näherungsformel zum Abschätzen des Drucks bei Beginn Rückmarsch lautet:
prück = 2 x pan
prück: Druck in der Druckluftflasche bei Beginn Rückmarsch
pan : Druck in der Druckluftflasche bei Ankunft am Einsatzziel
Der Trupp tritt den Rückweg geschlossen an. Der Truppführer verlässt als letzter die Einsatzstelle. Nach abgeschlossenem Rückweg melden sich die Atemschutzgeräteträger beim Einsatzleiter oder dessen Beauftragten.
die Warneinrichtung des Pressluftatmer anspricht
das weitere Erfüllen der Einsatzaufgabe das Leben der Truppangehörigen akut gefährdet, z.B. wenn der Trupp einen Unfall erleidet oder deutliche Einsturzgefahr entsteht
Defekte an der Atemschutzausrüstung auftreten
die Sprechfunkverbindung unterbricht oder ausfällt
der Befehl zum Rückzug erteilt wird bzw. der Einsatzbefehl erfüllt ist
bei thermischer Überlastung z. B. nach einer Durchzündung.
Der Trupp tritt den Rückweg geschlossen an. Der Truppführer verlässt als letzter die Einsatzstelle. Nach abgeschlossenem Rückweg melden sich die Atemschutzgeräteträger beim Einsatzleiter oder dessen Beauftragten.
Ist der Weg, den der Trupp Atemschutzgeräteträger aus dem Gefahrenbereich heraus nimmt. Der Trupp muss seinen Rückweg, auch Rückzug, rechtzeitig antreten und ausreichend sichern.
Bildquelle: Dräger AG
Erläuterung
Der Rückweg lässt sich gegen mögliche Gefahren der Einsatzstelle wie Brandeinwirkungen durch Flammen und Hitze, Ein- und Absturz sowie Gefahrstoffeinwirkungen sichern, z. B. durch eine Schlauchleitung, eine Feuerwehrleine oder ein Leinensicherungssystem. Eine Funkverbindung und die Verwendung von Wärmebildkameras sind zur Sicherung des Rückweges ungeeignet. Für den Beginn des Rückweges bestehen 7 Rückzugsbedingungen.
Moderne Pressluftatmer verfügen über ein Tragegestell, das dem Atemschutzgeräteträger ergonomisch geformt in Zusammenhang mit drehbarem Beckengurt, breiten Schultergurten und leicht bedienbaren Schnellverschlüssen ein Höchstmaß an Tragekonform bietet. Selbst bei schwierigen Einsatzbedingungen sichern so ausgestattete Rückentrageplatten stets den erforderlichen Sitz des Pressluftatmers am Körper des Atemschutzgeräteträgers. Die in der Rückentrageplatte integrierten Hoch- und Mitteldruckleitungen des Gerätes ermöglichen hohe Tragesicherheit und Wartungskonform.
„Die Erfindung betrifft ein Atemgerät mit einem Kreislauf für Atemgas und mit einem durch ein Verdunstungsmittel gekühlten flachen Atemkalkabsorber mit einer verbesserten Kühlung, wobei a) die Verdunstungsmittel aufnehmende Außenfläche des Atemkalkabsorbers mittels mindestens einer Gasfördereinrichtung mit einem Gasvolumenstrom von mindestens 60 Litern pro Minute beaufschlagt ist und b) das Verdunstungsmittel mittels aufgeprägtem Druck aus einem Verdunstungsmittel-Reservoir über mindestens eine Verbindungsleitung auf die Außenfläche des Atemkalk-absorbers gefördert wird.“
Bei Regenerationsgeräten atmet der Atemschutzgeräteträger durch seinen Atemanschluss in das Gerät aus. Das Kohlenstoffdioxid (CO2) seiner Ausatemluft strömt zu nächst in einen Absorber. Um zu vermeiden, dass sich das ausgeatmete CO2 im Kreislauf auf unphysiologische Werte anreichert, ist in ist in dem Absorber ein Absorptionsmittel vorhanden, das das CO2 dem Atemkreislauf entzieht. Absorptionsmittel bestehen aus einem oder mehreren Alkalihydroxiden oder bestehen aus Calciumhydroxid. Bei der entstehenden chemischen Reaktion zwischen dem CO2 und dem Absorptionsmittel entsteht Wärme und Feuchtigkeit, die zu einer Erhöhung der Atemgastemperatur bis zu nachgewiesenen 15 K und damit zu einer Beeinträchtigung des Geräteträgers führt. Deshalb werden Regenerationsgeräte für 2 und 4 Stunden Einsatzzeit mit Atemkühler ausgerüstet. Die Kühlung von Regenerationsgeräten mit Atemkalkabsorbern funktioniert dabei gemäß Patentanmeldung von Dr. J. Koch, Dräger Safety & Co. KGaA, Nummer DE10304394A vom 02.04.2003 (Abgabedatum) als Wärmepumpe und wird als Rotationsgebläse bezeichnet.
In diesen Anlagen lassen sich folgende Lernziele verfolgen:
Aussehen von Feuer kennenlernen und die Entwicklung des Feuers und der Rauchschichten beobachten
Wirkung der Entrauchung vermittelt bekommen
Brandphasenverlauf erkennen
Üben der korrekte Löschtaktik
Erkennen der Leistungsfähigkeit der Schutzkleidung
psychische und physische Belastungen verspüren
Vorgehen unter realistischen Bedingungen trainieren
Erkennen und Bekämpfen lernen der besonderen Gefahren bei Bränden in Räumen wie Rauchdurchzündung (“Flashover”) und Rauchexplosion (“Backdraft”)
Die Atemschutzgeräteträger werden hohen Temperaturen ausgesetzt. Dadurch wird ihre Ausrüstung sehr stark thermisch beansprucht. Nach der Übung müssen deshalb die zum realen Einsatz bereitzuhaltenden Atemschutzgeräte neben der üblichen Reinigung, Desinfektion, Wartung sowie Sicht-, Dicht- und Funktionsprüfung einer besonders intensiven Sichtprüfung und einer Veratmung unterzogen werden.
Übungsanlage zur Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern der Feuerwehr für die Bekämpfung von Zimmerbränden unter einsatznahen Bedingungen in gas- oder feststoffbefeuerten Anlagen.
Erläuterung
Hier trainieren Einsatzkräfte neben der Brandbekämpfung auch das systematische Absuchen von Räumen und Türöffnungsprozeduren sowohl Rauschichtungen richtig zu beurteilen als auch den Gefahren eines Flash-Overs wirkungsvoll zu begegnen. Insgesamt unterscheidet man zwischen Anlagen zum Flashover-Training, z. B. mit Rauchdurchzündungsanlagen, Realbrandausbildung und Gasbrandausbildung.
Bietet unabhängig von der ausgeübten Belastung eine ständige Online-Kontrolle der Herzfrequenz und schützt so das Herz-Kreislauf-System des Übenden z. B. in der Atemschutzübungsanlage während der Bewältigung der Ergometer, der Übungsanlage, im Hitze- oder Zielraum.
Erläuterung
Die von der Telemetrie-Anlage erfassten Daten werden auf einem Kompaktdisplay im Kontrollpult oder auf einem PC angezeigt. Sie lassen sich speichern. Vor der Übung werden die Grenzwerte an minimaler und maximaler Herzfrequenz für einen gesunden Atemschutzgeräteträger hinterlegt. Das Überschreiten dieser Werte löst einen optischen Alarm aus. So lassen sich gesundheitsschädliche Überbelastungen vermeiden. Puls-Telemetrie-Anlagen bieten durch die ständige Überwachung der Herzfrequenz optimale Unterstützung beim Training. Der Trainingszustand kann dadurch kontrolliert aufgebaut und optimiert werden. Zusatzantennen ermöglichen die Erhöhung der Empfangsreichweiten.
Von der Verordnung (EU) 2016/425 des Europäischen Parlamentes und des Rates über Persönliche Schutzausrüstung (PSA-V) eingeführte drei PSA-Kategorien zur Unterscheidung der unterschiedlichen Fähigkeit zur Gefahrenkompensation der Persönlichen Schutzausrüstung. Diese Kategorien I, II und III basieren auf einer Abstufung nach der zu erwartenden Verletzungsschwere, die im Notfall mit einer entsprechenden PSA abgewehrt werden kann.
Bildquelle: Bohle.com und Berufsbekleidung.schroeter.de
Erläuterung
PSA der Kategorie I
Diese Kategorie umfasst Produkte zum Schutz des Nutzers vor geringfügigen Risiken („simple design“). Der Hersteller geht davon aus, dass die PSA-Anwender die Wirksamkeit der PSA selbst einschätzen können, z. B. Schutzhandschuhe zum Schutz vor schwach aggressiven Reinigungsmitteln
PSA der Kategorie II
Produkte, die weder in Kategorie I noch in Kategorie III eingeordnet werden können, z. B. Sicherheitsschuhe S3
PSA der Kategorie III
komplexe persönliche Schutzausrüstung („complex design“) zum Schutz vor tödlichen Gefahren und irreversiblen Gesundheitsschäden, also PSA, die gegen Gefährdungen schützen soll, die ein Anwender nicht selbst einschätzen kann, z.B. Filter, Pressluftatmer, Regenerationsgerät, Vollmaske und Chemikalienschutzhandschuhe.
Beim Regenerieren der Ausatemluft des Atemschutzgeräteträgers im Regenerations- bzw. Kreislaufgerät wird das Kohlendioxid CO2 der Ausatemluft meist durch chemische Bindung an Absorptionsmittel mittels einer exothermen Reaktion zurückgehalten. In einem Absorber laufen je nach Absorber folgende Hauptreaktionen ab:
Absorber Natriumhydroxid (NaOH):
2 NaOH + 2 CO2 -> Na2CO3 + H2O
Absorber Kaliumhyperoxid (KO2):
2 KO2 + CO2 -> K2CO3 + 1,5 O2
Natriumhydroxid (NaOH), ist ein weißer hygroskopischer Feststoff, der mit dem Kohlenstoffdioxid der Luft zu Natriumhydrogencarbonat und reinem Wasser reagiert. Kaliumhyperoxid (KO2) ist eine gelbe, salzartige, chemische Verbindung und zählt zu den Hyperoxiden, weil sie nach wasseraufnahme Sauerstoff freisetzt. Zur Sauerstoffbereitstellung verwendet man je nach Typ Regenerationsgerät und Hersteller Drucksauerstoff aus einer Druckgasflasche im Regenerationsgerät oder gekapseltes Kaliumhyperoxid (KO2) 2 KO2 + H2O -> 2 KOH + 1,5 O2 .
Der Atemschutzgeräteträger eines Regenerationsgerätes atmet in seinen Atemanschluss aus. Von hier strömt seine Ausatemluft direkt in das Gerät. Dort wird das Kohlendioxid (CO2) aus seiner Ausatemluft in einem Absorber gebunden. Danach wird seine Ausatemluft mit Sauerstoff (O2) angereichert und wieder zur Einatmung gebracht. Die O2-Anreicherung lässt sich je nach Regenerationsgerät bedarfsgerecht entsprechend Atemintensität regeln.