Chemikalienschutzanzug – Materialien

Definition

aus mehreren Schichten bestehnder Anzugstoff. Dieser mehrschichtige Aufbau sichert die mechanische und chemischen Stabilität des Chemikalienschutzanzuges (CSA).

Erläuterung

Vor dem Einsatz ist die Beständigkeit der Materialien gegen die auftretenden Gefahrstoffe zu prüfen. Nur bei Beständigkeit innerhalb der vorgesehenen Einsatzzeit lassen sich die CSA nutzen. (Limited-Use-Anzüge, Wiederverwendbare Anzüge).

Meist werden beschichtete Gewebe, z. B. Himex, Viton und Butyl, mit hoher mechanischer und chemischer Beständigkeit oder Laminate mit guter Chemikalien- und schwacher mechanischer Beständigkeit eingesetzt.

Chemikalienschutzanzug -Prüfkriterien (Zusatzinformation)

PrüfkriteriumTestzweck
Abriebfestigkeit Teststandard EN 530Prüfung der mechanischen Stabilität gegen Abscheuern bzw. Reiben.
Berstfestigkeit ISO 2960Prüfung, unter welchem Prüfdruck eine Materialprobe birst.
Biegerissfestigkeit ISO 7854Prüfung, nach wie vielen Biege-Zyklen eine Materialprobe in einem Leckdichtig-keitstest den erlaubten Wert überschreitet (“Knickprobe”).
Biegerissfestigkeit bei –30 °C ISO 7854Gleicher Test wie Biegerissfestigkeit nur unter tiefen Temperaturen zur Abschätzung des Kälteverhaltens. Dieser Test ist nicht zwingend vorgeschrieben.
Durchstichfestigkeit EN 863Prüfung der mechanischen Stabilität gegen Sticheinwirkungen (“Messerprobe”).
Weiterreißfestigkeit ISO 9073-4Prüfung einer eingeschnittenen Material-probe auf Weiterreißen unter Zugbelastung.
Widerstand gegen Flammeneinwirkung entsprechend EN 943:2002Teststandard EN 1146Prüfung des CSA-Materials, ob es selbstverlöschend , d.h. nicht leicht brennbar, ist und keine Tropfen bildet.
Widerstand gegen FlammeinwirkungEN 1146Prüfung bei verschieden langen Expositionszeiten gegenüber einer Flamme auf Materialverhalten, z.B. selbstverlöschend, und anschließendem Dichtheitstest.
Widerstand gegen die Permeation von Chemikalien Prüfung der Diffusion verschiedener gasförmiger und flüssiger Prüfchemikalien durch eine Materialprobe. Gemessen wird die Zeitdauer bis zur Freisetzung auf der gegenüberliegenden Materialseite.
ZugfestigkeitISO 13934-1Prüfung der Reisskraft an einer Materialprobe unter Zugbelastung.
NahtfestigkeitISO 5082Prüfung der Beständigkeit der Nähte eines Schutzanzuges
Prüfkriterien von CSA

CFK

Definition

Abkürzung für Kohlefaser-Verbundwerkstoff (carbonfaser Kompound) oder kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff. In derartigen Werkstoffen dienen die Kohlenstofffasern als Verstärkung in einer Kunststoffmatrix, in die sie mehrlagig eingebettet liegen. Als Kunststoff verwendet man oft Duromere, z. B. Epoxidharz.

Erläuterung

Hergestellt wird CFK, in dem mehrmals hintereinander der Kunststoff mit quer- und längslagiger Kohlefaser gefüllt bei etwa 850° C unter dem Schutzgas Stickstoff pyrolysiert wird.

CFK ermöglicht eine enorme Gewichtsreduzierung gegenüber z. B. Stahl und eine höhere Druckfestigkeit, ist aber z. B. gegen über mechanischen und chemischen Belastungen anfälliger.

Druckluftflaschen aus CFK sind gegenüber Druckluftflaschen aus Stahl erheblich leichter und druckfester. Der Berstdruck liegt bei über 1400 bar. Thermisch ist CFK ein guter Isolator. Daher ist die Wärmeverteilung z. B. in einer CFK-Druckluftflasche problematisch.

Bildquelle: Dräger AG

Durchflussmesser (Zusatzinformation)

Der Durchflusssensor erfasst qualitativ oder quantitativ die gewünschte Eigenschaft des strömenden Mediums, z.B. Strömungsgeschwindigkeit, Temperatur, Druck, Schall, Beschleunigung, und/oder die stoffliche Beschaffenheit seiner Umgebung

Der Transmitter wandelt die erfassten Werte in weiterverarbeitbare Größen, meist elektrische Signale, um und gibt sie an die Anzeige- oder Auswerteeinheit weiter.

Im Atemschutz werden vorwiegend mechanisch-volumetrische Verfahren oder Wirkdruck-(Stau)Verfahren zur Durchflussmessung benutzt.

Durchbruch (Zusatzinformation)

Für die Wahrnahme des Geruchsindikators als Anzeige der Erschöpfung der Gasfilterleistung ist zu beachten, dass die Geruchsempfindung der persönlichen Disposition unterliegt, z. B. Alter, Tagesform und Wahrnehmungsschwelle des Atemschutzgeräteträgers, sowie Umweltfaktoren wie Druck, Temperatur, relative Feuchte und Konzentrationsgradient.

Müssen Gasfilter ohne wahrnehmbares Durchbruchsverhalten benutzt werden, sind spezielle betriebliche Einsatzregeln zu erstellen und ausnahmslos und streng umzusetzen. Für die Feuerwehren existieren dafür spezielle Einsatzgrundsätze (Atemschutzgeräte, Auswahl im Einsatz; Innenangriff). Jeder Abweichung davon gefährdet Leben und Gesundheit der Atemschutzgeräteträger.

Drucksauerstoff-Selbstretter (Zusatzinformation)

In einer Druckgasflasche steht komprimierter Sauerstoff zur Verfügung, der durch geeignete Druckminderung über eine Konstantdosierung oder bedarfsabhängigen Dosierung lungenautomatisch dem umluftunabhängigem System zugeführt wird. Dieses kann als Kreislaufgerät, Pendelatmungsgerät oder deren Kombination ausgelegt sein. Ein Atembeutel im System gestattet die Entnahme von Sauerstoff für den Geräteträger beim Einatmen. Die Ausatemluft wird im Absorber des Selbstretters von Kohlendioxid gereinigt. Ein Überschussventil lässt überschüssige Atemluft abströmen.

Die Geräte sind mehrfach nutzbar. Dazu sind sie nach Gebrauch wieder in betriebsfähigen Zustand zu versetzen, z. B. durch Reinigung, Desinfizierung, Sauerstoffnachfüllung und durch Erneuern des verbrauchten Absorbers.

Hinweis: Die DIN EN 400 Atemschutzgeräte zur Selbstrettung – Drucksauerstoffselbstretter, wird mit der DIN EN 401 Selbstretter, Regenerationsgeräte mit Chemikalsauerstoff (Kaliumhyperoxid, KO2), und DIN EN 1061 Atemschutzgeräte zur Selbstrettung – Regenerationsgeräte mit Chemikalsauerstoff NaClO3 künftig in einer gemeinsamen Norm DIN EN 13794 zusammengefasst.

Drucksauerstoffgerät (Zusatzinformtion)

Die vom Atemschutzgeräteträger ausgeatmete Ausatemluft strömt bei Geräten mit Kreislaufatmung aus dem Atemanschluss durch den Ausatemschlauch und das Ausatemventil in die Regenerationspatrone. Der dort enthaltene Atemkalk absorbiert das Kohlendioxid (CO2) der Ausatemluft. Die dabei erzeugte Wärme lässt sich durch einen Kühler binden. Die gereinigte Atemluft strömt in den Atembeutel, überschüssige Atemluft durch ein Überdruckventil in die Umgebungsatmosphäre. In den Atembeutel wird Sauerstoff auf 5 bis 10 bar druckreduziert zu dosiert. Diese Sauerstoff-Einspeisung kann entweder konstant, lungenautomatisch oder als Kombination aus beiden erfolgen. Möglich sind heute auch eine kombinierte Dosierung mit einer konstanten Sauerstoff-Dosierung von 1,5 l/min und atemgesteuerten, lungenautomatischen Dosierung zum Decken des zusätzlichen Sauerstoff-Bedarfs bei schwerer Arbeit.

Ein Signal dient dem Atemschutzgeräteträger als Warnung, falls das Flaschenventil nicht geöffnet worden ist. Dieses Signal ist kein Rückzugssignal.

Als Sauerstoffvorrat dient überwiegend Drucksauerstoff mit einem Reinheitsgrad größer als 99,5 Vol.-% oder für Sonderzwecke ein Sauerstoff/Stickstoff-Gemisch (Mischgas). Als Sauerstoffspeicher dient eine Gasflasche mit einem maximalen Fülldruck von 200 oder 300 bar. Diesen Druck kann der Atemschutzgeräteträger an einem Manometer ablesen.

So ersetzt das Gerät den vom Atemschutzgeräteträger verbrauchten Sauerstoff.

Das nun regenerierte Atemgas gelangt über das Einatemventil und den Einatemschlauch zurück in den Atemanschluss.

Bei einfachen Geräten ist für die Ein- und Ausatmung nur ein Atemschlauch vorgesehen, in dem Pendelatmung herrscht.

Die Gerate können auch mit einer Restdruckwarnung ausgerüstet sein, das den Atemschutzgeräteträger warnt, wenn der Druck in der Sauerstoffflasche unter 55 bar sinkt.

Ein Sauerstoff-Zuschussventil erlaubt dem Atemschutzgeräteträger im Notfall die direkte Einspeisung von Sauerstoff aus dem Hochdruckteil des Gerätes in den Atemkreislauf.

Die Geräte sind mehrfach nutzbar. Dazu sind sie nach Gebrauch wieder in betriebsfähigen Zustand zu versetzen, z. B. durch Reinigung, Desinfizierung, Sauerstoffnachfüllung und durch Erneuern des verbrauchten Absorbers.

Atemschutzgeräteträger benötigen vor dem Ersteinsatz unter regenerationsgeräten eine Zusatzausbildung zum Atemschutzgeräteträger Pressluftatmer, Atemschutzgerätewarte eine Fortbildung.

Drucksauerstoffgerät

Definition

sind rückentragbare Regenerationsgerät mit Drucksauerstoff, von der Umgebungsatmosphäre unabhängig wirkende, frei tragbare und isolierende Atemschutzgeräte mit einer Druckgasflasche nach DIN EN 145 „Atemschutzgeräte; Regenerationsgeräte mit Drucksauerstoff und Drucksauerstoff/-stickstoff; Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung“

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Sauerstoffschutzgeräte werden nach ihrem Sauerstoff-Vorrat in folgende Geräteklassen eingeteilt:
GeräteklasseMindestsauerstoffvorrat in [l]
1-Stunden-Gerät150
2-Stunden-Gerät240
3-Stunden-Gerät360

Ihren Sauerstoffvorrat führen diese Geräte in einer Druckgasflasche mit einem Inhalt von 0,5 bis 2 Litern mit. Moderne Geräte verfügen über eine Atemluftkühlung und eine Einrichtung zur elektronischen Überwachung mittels telemetrische Überwachungs- und Kommunikationssysteme.

Als Atemanschluss wird ein Ein-Weg-Atemanschluss benötigt.

Druckminderer (Zusatzinformation)

Der Druckminderer von Atemschutzgeräten enthält Anschlüsse für das Warnsignal, das Manometer (Druckmesser) und evtl. weitere Versorgungskomponenten, wie einen Anschluss für einen zweiten Lungenautomaten und für eine Schnellfüllanlage.

Man unterscheidet Kolben-Druckminderer und Membran-Druckminderer.

Kolben-Druckminderer:

Die Druckminderung erfolgt, wenn das Hochdruckgas, z.B. Atemluft, einen federbelasteten Kolben aus seinem Sitz drückt und dann durch die dadurch geöffnete Düse aus dem Hochdruckraum in den Mitteldruckraum des Druckminderers ausströmt. Die Federkraft ist entsprechend der gewünschten Druckminderung einstellbar. Bei zurückgehendem Atemluftverbrauch steigt der Mitteldruck an und der Kolben wird in die Ausgangslage zurückgedrückt. Die Luftzufuhr ist dann unterbrochen.

Membran-Druckminderer:

eine starke Gummimembran bewegt sich entsprechend der Druckverhältnisse im Druckminderer. Wird im Mitteldruckbereich Gas verbraucht, z.B. Atemluft, zieht die Membran im Druckminderer nach innen und öffnet so ein Ventil. Die dadurch in den Mitteldruckbereich austretende Atemluft wird auf einen vorbestimmten Mitteldruck gemindert. Wird keine Luft mehr verbraucht, steigt im Mitteldruckbereich der Staudruck. Dadurch wird die Membran in ihre Ausgangsstellung zurückgedrückt und das Ventil geschlossen. Die Luftzufuhr ist unterbrochen.

Druckluftflasche – Flaschenprüfung (Zusatzinformation)

Die Flaschendruckprüfung ist die Basis für die Atemschutzüberwachung.

Ergibt die Flaschendruckprüfung, dass weniger als 90 Prozent des Nenn-Fülldruckes angezeigt werden, ist das Atemschutzgerät nicht einsatzbereit

Der Truppführer kontrolliert die Behälterdrücke im Trupp und meldet den niedrigsten.

Nach einem und nach zwei Drittel der zu erwartenden Einsatzzeit (Dritteldruck, Drittelzeit) ist durch die Atemschutzüberwachung der Atemschutztrupp auf die Durchführung der Flaschendruckprüfung zum Ermitteln der aktuellen Behälterdrücke hinzuweisen.

Für den Rückweg ist in der Regel die doppelte Atemluftmenge wie für den Hinweg einzuplanen. Bei einem Flaschendruck von 55 ± 5 bar muss beim Atemschutzgerät eine akustische und/oder optische Warnung ansprechen. Der Atemschutzgeräteträger hat jetzt spätestens den Rückweg anzutreten.

Druckluft – Versorgung (Zusatzinformation)

Eine Druckluft-Versorgung für technische Zwecke und zur Speisung von Druckluft-Schlauch­geräten wird als Mitteldruck-Versorgung mit Drücken von 7 bis 10 bar betrieben. Sollen Atemluftflaschen gefüllt werden, muss die Druckluft-Versorgung als Hochdruck-Versorgung ausgelegt sein, um die Druckluftflaschen mit den erforderlichen 300 bar Nennfülldruck befüllen zu können. Moderne Atemluft-Kompressoren können einen Druck von bis zu 420 bar aufbauen, dabei sind Luftliefermengen von bis zu 600 Liter/min realisierbar.

Die Druckluft muss als Atemluft bzw. Druckluft für Atemschutzgeräte die Qualitätskriterien der EN 12021 erfüllen.

Druckluft – Schlauchgerät (Zusatzinformation)

Druckluft-Schlauchgeräte mit Regelventil liefern einen kontinuierlichen Luftstrom, der im Atemanschluss (Vollmaske, Halbmaske oder Haube) klimatisierend wirkt. Das Druckluft-Schlauchgerät mit Regelventil hat aufgrund des kontinuierlichen Luftstroms einen höheren Luftverbrauch als Geräte mit Lungenautomaten und ist hauptsächlich eine Lösung für eine stationäre Druckluft-Versorgung.

Druckluft-Schlauchgeräte mit Lungenautomaten liefern Atemluft nur beim Ein­atem­zyklus des Geräteträgers und haben daher einen gerin­ger­en Luftverbrauch als Geräte mit Regelventil. Druckluft-Schlauchgeräte mit Lungen­auto­maten eignen sich somit optimal für eine Atemluftversorgung aus Druckluft-Flaschen.

Druckluft-Schlauchgeräte mit Lungenautomaten mit Über­druck­ erzeugen im Atem­an­schluss des Geräteträgers einen Überdruck von maximal 5 mbar und verhindern so das Ein­dringen von Gefahrstoffen aus der Umgebungsatmosphäre in die Maske; um­luft­un­ab­hängiges Atemschutzgerät; Isoliergerät, nicht frei tragbar.

Druckluft – Zuführungsschlauch

Definition

für Arbeitseinsätze unter Atemschutz über längere Zeit kann aus einem Atemluftvorrat über einen Druckluft-Zuführungsschlauch der Geräteträger versorgt werden (Druckluft-Schlauchgerät).

Erläuterung

Der Druckluft-Zuführungsschlauch kann an eine Kupplung angeschlossen werden, von der aus der Atemanschluss für den Geräteträger versorgt wird. Ein Druckluft-Zuführungsschlauch unterliegt Zulassungsanforderungen als Teil eines Druckluftschlauchgerätesystems. Der Druckbereich für die Mitteldruckversorgung liegt meist zwischen 3 und 12 Bar.

Seit 2009 werden verstärkt automatische Umschaltventile (ASV) verwendet. Diese schalten bei Unterschreitung eines Mindestdruckes automatisch zwischen Pressluftatmer und externer Versorgung um. Somit ist eine sichere und gründliche Dekontamination der CSA nach Einsätzen möglich.

Bildquelle: Dräger AG

Druckgasflasche (Zusatzinformation)

Bei Druckluftflaschen an Behältergeräten mit Druckluft ersetzen andere Sicherheitseinrichtungen die geforderten Schutzkappen, z. B. der Stoßschutz an der Tragevorrichtung und ein Verschlussstopfen.

Auf der Flaschenschulter sind folgende Angaben eingeschlagen:
  • Gasart
  • Name des Herstellers der Druckgasflasche
  • Prüfdatum und Stempel der Erstabnahme (Monat/Jahr)
  • Datum von Wiederholungsprüfungen.

Druckgasflaschen müssen gewartet und je nach Prüfvorschrift regelmäßig der Sachverständigenprüfung nach Druckbehälterverordnung unterzogen werden.

Druckgas

Definition

unter Druck stehendes Gas als Stoff oder Stoffgemisch, z. B. Atemluft, in einem Druckgasbehälter

Erläuterung

Druckgase haben eine kritische Temperatur Tc unter 50 °C, einen Sättigungsdampfdruck bei 50 °C über 300 kPa und einen Dampfdruck bei 15 °C über 200 kPa

Der hohe Druck von 200 bar oder 300 bar, mit denen z. B. ein Druckbehälter eines Pressluftatmers gefüllt ist, wirkt als Energiespeicher, der bei plötzlichem und unkontrolliertem Freiwerden zu erheblichen Zerstörungen führen kann.

Druck (Zusatzinformation)

Jedes Gas steht unter Druck. Der Gasdruck ist die Summe aller durch ein Gas oder Gasgemisch wirkenden Kräfte auf eine Gefäßwand. Der Gasdruck pflanzt sich nach allen Seiten gleichmäßig fort, indem die Teilchen des Gases an eine Wand stoßen. Dabei tauschen sie mit der Wand einen Druck verursachenden Impuls aus. Die Anzahl all dieser Impulse pro Zeiteinheit addieren sich zum Gesamtdruck.

Je wärmer das Gas ist, desto schneller sind die Teilchen, desto stärker ist der Impuls und desto größer ist der Druck.

Im Bereich der Feuerwehr gibt es noch die Druckeinheit Meter Wassersäule [mWS]: 1 mWS = 9806,65 Pa = 0,980668 bar.

Als absoluter Druck (Absolutdruck) pabs wird der Druck gegenüber Null im leeren Raum bezeichnet. Überdruck ist die Druckdifferenz zwischen dem absoluten und dem jeweiligen atmosphärischen Druck bzw. Luftdruck. Diese Druckdifferenz kann positive Werte (Überdruck) oder negative Werte (Unterdruck) annehmen.

Druckbehälter (Zusatzinformation)

Die Betriebsvorschriften von Druckbehältern sind in der Betriebssicherheitsverordnung enthalten.

Druckbehälter besitzen eine bestimmte Funktion, z. B. der Speicherung von großen Mengen an Umgebungsluft als Atemluft. Die häufigste Form von Druckbehältern ist die zylindrische.

Druckbehälter werden nach ihren Funktionen eingeteilt, z. B. in Lagerbehälter für Flüssiggase, Druckspeicherbehälter wie Windkessel und Druckluftbehälter wie Druckluftflaschen für Pressluftatmer.

Druckbehälter für Pressluftatmer werden aus Kohlefaser-Komposit-Werkstoff (CFK) oder Stahl hergestellt. Druckbehälter aus CFK sind gegenüber Druckluftflaschen aus Stahl erheblich leichter und druckfester. Der Berstdruck liegt bei über 1400 bar. Thermisch ist CFK ein guter Isolator. Daher ist die Wärmeverteilung in einer CFK-Druckluftflasche problematisch. CFK-Druckbehälter sind gegen mechanische und chemische Belastungen anfälliger als solche aus Stahl.

Druckbehälter

Definition

geschlossene Behälter, deren Innendruck über dem Umgebungsdruck liegt.

Erläuterung

Nach Druckgeräterichtlinie 97/23/EG zählen alle Druckbehälter mit mehr als 0,5 bar Überdruck zu den Druckgeräten. Sie müssen mit einer EG-Konformitätserklärung und einem CE-Zeichen in Verkehr gebracht werden. In Abhängigkeit ihres Gefahrenpotentials aus Betriebsdruck, Volumen und Inhalt werden Druckgeräte in die Kategorien I bis IV eingestuft. Druckbehälter für Pressluftatmer zählen zur Kategorie 3 und müssen aller 2 Jahre einer Inneninspektion und aller 5 Jahre einer Drucksachverständigenprüfung unterzogen werden.

Bildquelle: Dräger AG

Dochtwirkung

Definition

Aufsaugen einer Flüssigkeit durch kapillare Kräfte innerhalb eines stoffähnlichen Mediums.

Erläuterung

Eine Dochtwirkung kann z. B. bei beschädigten Chemikalienschutzanzügen auftreten, wenn flüssige Chemikalien am Nähfaden des CSA von außen nach innen vordringen.

DIN (Zusatzinformation)

DIN-Normen sollen auf den gesicherten Ergebnissen von Wissenschaft, Technik und Erfahrung basieren und der Allgemeinheit dienen. Sie werden im Prozess der Normung erarbeitet.

DIN-Normen sind Empfehlungen. Ihre Anwendung ist freigestellt, hat sich aber bewährt und wird oft vom Gesetzgeber zwangsläufig mittels Gesetze oder Verordnungen festgelegt.

DIN

Definition

Abkürzung für Deutsches Institut für Normung e.V. Die unter der Leitung von Arbeitsausschüssen dieser Normungsorganisation erarbeiteten Standards werden als deutsche Norm verwendet, als DIN-Normen bezeichnet und mit dem „DIN“ gekennzeichnet.

Erläuterung

Der Name wurde 1975 im Zusammenhang mit dem zwischen der Organisation und der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossenen Normenvertrag gewählt.

Beispiele für wichtige DIN im Atemschutz:

DIN 3171 „Atemschutzgeräte; Nahtlose Stahlflaschen für Druckluft und verdichteten Sauerstoff; Prüfdruck 300 und 450 bar“.

DIN 14093-1 „Atemschutz-Übungsanlagen – Teil 1: Planungsgrundlagen“

DIN 14092-4 „Feuerwehrhäuser – Teil 4: Atemschutz-Werkstätten; Planungsgrundlagen“

DIN EN (Zusatzinformation)

Weitere wichtige Atemschutz-Normen sind:
  • DIN EN 132 Atemschutzgeräte; Definitionen
  • DIN EN 133 Atemschutzgeräte; Einteilung
  • DIN EN 134 Atemschutzgeräte; Benennungen von Einzelteilen
  • DIN EN 135 Atemschutzgeräte; Liste gleichbedeutender Begriffe
  • DIN EN 137 Atemschutzgeräte; Behältergeräte mit Druckluft (Pressluftatmer)
  • DIN EN 140 Atemschutzgeräte; Halbmasken und Viertelmasken
  • DIN EN 143 Atemschutzgeräte; Partikelfilter
  • DIN EN 144-1 Atemschutzgeräte; Gasflaschenventile; Gewindeverbindung am Einschraubstutzen
  • DIN EN 145 Atemschutzgeräte; Regenerationsgeräte mit Drucksauerstoff; und Drucksauerstoff/-stickstoff
  • DIN EN 148-3 Atemschutzgeräte; Gewinde für Atemanschlüsse, Gewindeanschluss M 45 x 3
  • DIN EN 149 Atemschutzgeräte; Filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikeln
  • DIN EN 269 Atemschutzgeräte; Frischluft-Schlauchgeräte mit Motorgebläse in Verbindung mit Haube
  • DIN EN 402 Atemschutzgeräte; Lungenautomatische Behältergeräte mit Druckluft (Pressluftatmer) mit Vollmaske oder Mundstückgarnitur für Selbstrettung
  • DIN EN 403 Atemschutzgeräte für Selbstrettung; Filtergeräte mit Haube für Selbstrettung bei Bränden
  • DIN EN 404 Atemschutzgeräte für Selbstrettung; Filterselbstretter
  • DIN EN 405 Atemschutzgeräte; Filtrierende Halbmasken mit Ventilen zum Schutz gegen Gase, oder Gase und Partikeln
  • DIN EN 1089 Farbkennzeichnung von Gasflaschen
  • DIN EN 1146 Atemschutzgeräte für Selbstrettung; Behältergeräte mit Druckluft mit Haube (Druckluftselbstretter mit Haube)
  • DIN EN 1827 Atemschutzgeräte; Halbmasken ohne Einatemventile und mit trennbaren Filtern zum Schutz gegen Gase, Gase und Partikeln oder nur Partikeln
  • DIN EN 12021 Atemschutzgeräte; Druckluft für Atemschutzgeräte.
  • DIN EN 12941 Atemschutzgeräte; Gebläsefiltergerät mit Helm oder Haube
  • DIN EN 12942 Atemschutzgeräte; Gebläsefiltergerät mit Vollmaske, Halbmaske oder Viertelmaske
  • DIN EN 13794 Atemschutzgeräte; Isoliergeräte für Selbstrettung
  • DIN EN 14387 Atemschutzgeräte; Gasfilter und Kombinationsfilter
  • DIN EN 14593-1 Atemschutzgeräte; Druckluftschlauchgeräte mit Lungenautomat, Teil 1 Vollmaske
  • DIN EN 14593-2 Atemschutzgeräte; Druckluftschlauchgeräte mit Lungenautomat, Teil 2 Halbmaske mit Überdruck
  • DIN EN 14594 Atemschutzgeräte; Druckluftschlauchgeräte mit kontinuierlichem Luftstrom
Aus der Bezeichnung für die Norm kann man den Normenursprung erkennen:
  • DIN: Norm mit nationaler Bedeutung
  • DIN EN: für Deutschland unverändert übernommene europäische Norm
  • DIN ISO: für Deutschland unverändert übernommene Norm der ISO
  • DIN EN ISO: von CEN oder ISO oder entwickelte Norm, die dann von CEN und ISO veröffentlicht werden
  • DIN VDE: spezifische Normen der Themenkreise Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik mit nationalem Charakter

Dioxin

Definition

umgangssprachliche Bezeichnung für verschiedene chemische Substanzen aus der Verbindung von Kohlenwasserstoffen mit Halonen. Dioxine sind u.a. im Brandrauch enthalten und verfügen über hochtoxische Eigenschaften. Sie gelangen vor allem durch Einatmen der Brandgase und Brandrückstände in den Körper, gelegentlich auch durch die Haut.

Erläuterung

Beispiele:
  • polyhalogenierte Dibenzodioxine und -furane (PXDD/PXDF), z. B.
  • 1,2 Dioxin
  • 1,4 Dioxin
  • Dibenzodioxin
  • 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin, auch als „Sovesogift“ bekannt

Dichtkontrolle

Definition

vor jedem Gebrauch eines Atemschutzgerätes oder nach Flaschenwechsel durch Atemschutzgeräteträger durchzuführende Kontrolle der Gasdichtheit des Atemschutzgerätes entsprechend der Anleitung in der Bedienungsanleitung des Gerätes.

Erläuterung

Die Dichtkontrolle der Atemschutzgeräte (ASG) ist eine vorgeschriebene Aufgabe des Atemschutzgeräteträgers und erfolgt entsprechend Bedienungsanleitung

  • vor jedem Gebrauch, z.B bei der Übernahme seines Gerätes gemeinsam mit der Sichtkontrolle und Funktionskontrolle entsprechend Bedienungsanleitung
  • beim Anlegen des Atemschutzgerätes
  • nach Flaschenwechsel

Die Dichtsitzkontrolle ist Bestandteil der Dichtkontrolle.

Hinweis: Kontrolltätigkeiten am Atemschutzgerät können die ausgebildeten Atemschutzgeräteträger durchführen, z.B. die Dichtkontrolle. Zu Prüfungen an Atemschutzgerät sind nur die ausgebildeten sachkundigen Personen berechtigt, z.B. die Atemschutzgerätewarte.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (Zusatzinformation)

DGUV ist ein eingetragener Verein. Ihre Organe der sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand. Beide sind paritätisch besetzt. Die Mitgliederversammlung berät und entscheidet mindestens einmal jährlich über Grundsatzfragen und wählt den Vorstand. Der Vorstand führt die Geschäfte der DGUV und wählt den Hauptgeschäftsführer. Dem Vorstand gehören die Vorsitzenden der Mitgliederversammlung, die Vorsitzenden des Vorstandes, der Hauptgeschäftsführer und die stellvertretenden Hauptgeschäftsführer an.

Der Verband hat seinen Sitz in Berlin. Weitere Geschäftsstellen befinden sich in Sankt Augustin und München.

Desorption

Definition

Freisetzung adsorbierter oder absorbierter Atome oder Moleküle von der Oberfläche eines Festkörpers durch äußere Einflüsse wie Temperatur, Druck und Feuchte.

Erläuterung

Die Desorption ist die Umkehrung der Adsorption. Sie kann auch durch die Wechselwirkung zwischen unterschiedlich desorbierenden Stoffen, z. B. durch unterschiedliche alkalische und basische Eigenschaften, hervorgerufen werden, benötigt aber Energie zum Überwinden der Bindungskräfte.

Beispiel: Desorption von Dampf- und Gasmolekülen aus Gasfilterstoffen.


Desinfektionsnachweis – orientierender Schnellnachweis (Zusatzinformazion)

Als zu beprobende Stellen wählt man für Reinigungs- und Desinfektionsflüssigkeiten schwer erreichbare Stellen, z. B. an Vollmasken das Maskeninnere im Bereich der Steuerventile und Sprechmembran.

Schnellnachweise reagieren mit Farbumschlägen auf Teststreifen. Stellen sich dunkle Verfärbungen ein, ist der Desinfektionsmisserfolg nachgewiesen. ,

Benutzte Teststreifen zählen als Sondermüll.