Einweganzug

Definition

werden als partikel- bzw. flüssigkeitsdichte Anzüge zum einmaligen Gebrauch angeboten. Sie entsprechen damit den europäischen Typklassen 3 bis 6.

Erläuterung

Partikeldichte Einweganzüge werden z.B. in der Asbest- oder Brandschadensanierung eingesetzt.

Gegen Biologische Stoffe, z. B. Viren, Bakterien, Sporen und Enzyme, schützen aufgrund der notwendigen Desinfektionsfähigkeit (Desinfektion) flüssigkeitsdichte Anzüge nach vfdb 0806 Desinfektionsanzüge. Derartige Anzüge erlauben einen sicheren Ausstieg des Geräteträgers aus dem Anzug und eine anschließende leichtere Entsorgung, als bei Verwendung von CSA nach DIN EN 943 und vfdb Richtlinie 0801.

Bildquelle: Dräger AG

Einstellung

Definition

ist der Prozess, bei dem man ein Gerät oder die Funktion eines Gerätes auf einen optimalen Gebrauch bringt.

Quelle: Dräger AG

Erläuterung

Bei Atemschutzgeräten ist dies bei negativen Prüfergebnissen notwendig, damit die vorgeschriebene Gebrauchseigenschaft in vollem Umfang erhalten wird, z.B. der Ventildruck, oder damit bei Ersteinstellungen, z.B. der Warnpfeifen-Ansprechdruck, überhaupt zum Tragen kommt. Einstellungen an Atemschutzgeräten können am Lungenautomaten und an den Maskenventilen in den Atemschutzgerätewerkstätten erfolgen. Druckminderer werden durch autorisierte Personen, z. B die Hersteller, instandgesetzt und eingestellt.

Einsatzzeittabelle

Definition

Eine oder mehrere Verbrauchstabellen (Atemminutenvolumen) mit Angaben über den durchschnittlichen Luftverbrauch in Abhängigkeit der verrichteten Arbeit (leicht, mittelschwer und schwer) und dem Restdruck bzw. der Restarbeitszeit.

Erläuterung

Aus der Einsatzzeittabelle lässt sich der Restdruck bzw. die (Rest-)Arbeitszeit ablesen.

Mit einer oder mehreren Verbrauchstabelle(-n) werden mit Hilfe des durchschnittlichen Luftverbrauches (Luftverbrauchstabelle) aus dem Restdruck die verbleibende oder auch Resteinsatzzeit dargestellt.

Einsatzzeit

Definition

ist die Zeit, innerhalb derer die Einsatzkraft ohne eine Gefährdung ihre Tätigkeit durchführen kann.

Erläuterung

Die Einsatzzeit richtet sich immer nach der geringsten zur Verfügung stehenden Einsatzzeit aller im Trupp eingesetzten Einsatzkräfte. Im Atemschutzeinsatz entscheidet z. B. immer der jeweils geringste Atemluftvorrat aller Atemschutzgeräteträger über den Zeitpunkt der Rückkehr (Rückzugsbedingungen).

Bildquelle: Dräger AG

Einsatztoleranzwert (ETW)

Definition

Wert zur Gefährdungsabschätzung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Sie werden in der Richtlinie vfdb 10/01 Einsatztoleranzwerte beschrieben.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Zur Abschätzung der Gefahren durch das Einatmen giftiger Gase und Dämpfe legt man den ETW-Werten folgende Bedingungen zugrunde:

  • Expositionszeit 4 Stunden
  • Exposition ohne Schutzausrüstung
  • uneingeschränkte Leistungsfähigkeit aller Einsatzkräfte
  • keine Gesundheitsgefährdung für alle Gruppen der Bevölkerung

Dies gilt jedoch nicht bei Brandrauch bzw. Brandrauchanalysen.

Einsatztaktik

Definition

zweckmäßiger und sinnvoller Einsatz des Personals, der Fahrzeuge und Geräte z.B. an der Brandstelle oder anderen Schadensstellen mit dem Ziel, die richtigen Mittel zur richtigen Zeit am richtigen Ort einzusetzen, auch: Taktik.

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Die Einsatztaktik die wird bestimmt durch den zielgerichteten Einsatz der Einsatztechnik und der Einsatzkräfte sowie die richtige Führungstätigkeit und Führungsfähigkeit des Einsatzleiters beim Einsatz der Kräfte und Mittel. Die Einsatztaktik wird auch von der Einsatzfähigkeit von Mannschaft sowie Gerät beeinflusst.

Taktische und operative Entscheidungen werden dem Gesamteinsatzziel untergeordnet.

Einsatzstellenkommunikation

Definition

Kommunikation der Feuerwehr zwischen den vorgehenden Trupps und deren Einheits- bzw. Fahrzeugführern, den Fahrzeugführern zu den Zugführern bzw. Abschnittsleitern und zwischen den Abschnittsleitern und dem Einsatzleiter.

Erläuterung

Meist werden zur Einsatzstellenkommunikation heute Funkgeräte mit 2m-Kanälen bzw. -Gruppen im Direktbetrieb des Digitalfunks (BOS) genutzt. Zwischen weiter entfernt liegenden Abschnitten und ggf. zur Einsatzleitung erfolgt seltener auch die Nutzung des analogen 4-m-Bandes oder im Netzbetrieb des Digitalfunks. Es gibt auch Geräte mit Verkabelungen (Antennenleine) zwischen den vorgehenden Truppangehörigen und dem Fahrzeugführer bzw. Atemschutzüberwacher (Kombination aus Orientierungsleine und Kommunikationsanlage).

Bildquelle: Dräger AG

Einsatzleiter

Definition

die für die technisch-taktische Einsatzdurchführung gesamtverantwortliche Führungskraft. Er führt den Einsatz an der Einsatzstelle im Schadens- oder Übungsfall organisatorisch-taktisch sowie politisch und/oder rechtlich verantwortlich. Er ist allen Einsatzkräften weisungsbefugt.

Bildquelle: Ridder

Erläuterung

Um ihre Aufgaben zu erfüllen, gehen Führungskräfte entsprechend der FwDV 100 „Führung und Leitung im Einsatz“ nach folgendem Führungsvorgang vor:

  • Lagefeststellung (Erkundung der Lage / Kontrolle)
  • Planung mit Analyse der Gefahren und Beurteilung der Lage
  • Entschluss
  • Befehlsgebung

Diese Struktur des Ablaufs seiner Führung ist während des Einsatzes eine sich stets wiederholende Daueraufgabe.

Einsatzstellencontrolling

Definition

Kritisches Beobachten des gesamten Einsatzverlaufs der Feuerwehr durch den Einsatzleiter oder einer speziellen Führungskraft mit dem Ziel der Kontrolle der Aufgabenerfüllung.

Erläuterung

Das Einsatzstellencontrolling ermöglicht es kontinuierlich zu ermitteln, ob

  • alle notwendigen Aufgaben erfüllt werden und die Tätigkeiten in
    und an der Einsatzstelle auch sicher und nach den Vorschriften,
    z.B. FwDV, UVV, ortsgebundene Dienstanweisungen, durchgeführt
    werden
  • ob z.B. alle Führungswege im Rahmen der Einsatzstelle bzw.
    deren Organisation auch eingehalten werden und allen
    Betroffenen bekannt sind.

Das Einsatzstellencontrolling ist damit praktisch Bestandteil des Regelkreises im Führungsablauf nach FwDV 100.

Bildquelle: Dräger AG

Einsatzgrundsätze

Definition

Grundsätze, die die Basis des richtigen Verhalten der Atemschutzgeräteträger sowie dem richtigen Einsatz von Geräten und Ausrüstungen dienen.

Erläuterung

Im Atemschutz enthält die Unfallverhütungsvorschrift DGUV R112-190 wichtige Hinweise zum Verhalten unter Atemschutzgeräten bei Arbeit und Selbstrettung. Für Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr legt die Feuerwehrdienstvorschrift FwDV 7 Atemschutz die Einsatzgrundsätze fest.

Der wichtigste Einsatzgrundsatz ist, dass jeder Atemschutzgeräteträger für seine Sicherheit selbst verantwortlich ist.

Bildquelle: Dräger AG

Einsatzdauer

Definition

Im Feuerwehreinsatz die Zeit zwischen Alarmierung der ersten und Rückkehr der letzten Einsatzkräfte, im Atemschutzeinsatz die Zeit, in der ein Atemschutzgeräteträger (ASTG) höchstens eingesetzt ist.

Erläuterung

Die Einsatzdauer im Atemschutzeinsatz ergibt sich aus dem Atemluftvorrat, dem Einsatzbefehl und der physischen sowie psychischen Belastung des Atemschutzgeräteträgers. Beim ASGT von umluftunabhängigen, frei tragbaren Atemschutzgeräten ist sie letztlich abhängig von dessen Atemluftverbrauch.

Die so genannten Rückzugsbedingungen regeln das Ende des Atemschutzeinsatzes und den rechtzeitigen Rückzug der Atemschutzgeräteträger.

Bildquelle: Dräger AG

Einsatzbefehl

Definition

ist eine Anordnung zur Auftragsdurchführung im Einsatz der Feuerwehr, die ein Vorgesetzter, z. B. Einsatzleiter, seinen Nachgeordneten, z. B. dem Angriffstrupp, erteilt.

Erläuterung

Der Vorgesetzte stellt seinem Einsatzbefehl eine kurze Lageübersicht voran. Der Einsatzbefehl enthält dann in der Regel folgende Angaben:

  • Wasserentnahmestelle*
  • Lage des Verteilers*
  • Einheit
  • Auftrag
  • Lage
  • Mittel
  • Ziel
  • Weg

und wird mit dem Wort „vor“ oder „zum Einsatz fertig“ abgeschlossen.

Anschließend wird der Einsatzbefehl wiederholt. Im Brandeinsatz wiederholt nur der Angriffstruppführer den Befehl, da sich für alle weiteren Trupps die Aufgaben daraus definieren, bei der Technischen Hilfeleistung muss der Einsatzbefehl durch jeden Truppführer wiederholt werden.

Bildquelle: FF Allersfelden

*sofern notwendig

Jupiter-Lampe

Definition

Beleuchtungsmittel für die Nutzung im Einsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk.

Erläuterung

Nach der Berliner Firma „Jupiterlicht“ genanntes elektrische Bogenlampe mit starker Lichtausbeute zum Beleuchten größerer Einsatzbereiche z. B. im Atemschutzeinsatz.

Bildquelle: FF Dahnsdorf

Jugendwettkampf

Definition

Organisierter Wettbewerb zwischen den Jugendlichen von Jugendfeuerwehren.

Bildquelle: FF Klitten

Erläuterung

Durchführung von Wettkämpfen der Jugendfeuerwehren mit dem Ziel, die Jugendlichen während Vorbereitung und Durchführung mit den Aufgaben der Feuerwehr vertraut zu machen sowie Spiel und Spaß zur Motivation der Jugendlichen zu nutzen. So lässt sich ein Jugendwettkampf auch zur Nachwuchsgewinnung von Atemschutzgeräteträgern nutzen.

Jugendfeuerwehr (DJF)

Definition

Zusammenschluss der Jugendfeuerwehren innerhalb der Mitglieder des Deutschen Feuerwehrverbandes, auch Deutsche Jugendfeuerwehr.

Bildquelle: FF Klitten

Erläuterung

Aufgaben der Jugendfeuerwehren sind Nachwuchsgewinnung für die Freiwilligen Feuerwehren, Erziehung der Jugend zur Nächstenhilfe, Entwickeln und Pflegen des Gemeinschaftslebens, Verhältnis stärken zu Frieden und Verständnis untereinander, Kennenlernen und Übernehmen demokratischer Lebensformen

Joule [J]

Definition

Maßeinheit für die Größen Energie, Arbeit und Wärmemenge.

Erläuterung

Abgeleitete SI-Einheit, Ein Joule entspricht der Energie, die man benötigt, um:

1 Joule = 1 Newtonmeter [Nm] = 1 Wattsekunde [Ws]

Joul-Thomson-Effekt

Definition

Abkühlungseffekt von Gasen während ihrer gedrosselten Entspannung.

Bildquelle: Gabler

Erläuterung

Der Joul-Thomson-Effekt wird bei Gasen hervorgerufen, wenn man die Strömung des Gases z. B. durch eine Düse drosselt. Nach dem Durchströmen der Düse entspannt sich das Gas. Es expandier, weil die Gasmoleküle die Van-der-Waalschen Bindungskräfte überwinden und so ihren Abstand erhöhen. Dadurch sinkt die Gastemperatur bis unterhalb ihrer Inversionstemperatur ab.

Jobticket

Definition

Dauerkarte zum Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel für ausgewählte Berechtigte.

Bildquelle: RMV

Erläuterung

angewendet als kostenreduzierte oder gar kostenlose zur Verfügung gestelte Fahrkarte in mehreren Städten Deutschlands und Österreichs gegenüber Atemschutzgeräteträgern der Feuerwehr, um denen so den Zugang zu Sportstätten zu erleichtern.

Jersy

Definition

Langärmliges Trikot als eine Form der Unterziehkleidung für Atemschutzgeräteträger.

Erläuterung

Zweck der Unterziehkleidung ist vor allem das Aufsaugen von Schweiß, möglichst auch von Kühlung der Haut.

Bildquelle: Dräger AG

Japsen

Definition

Nach Luft schnappen eines hoch belasteten Atemschutzgeräteträgers.

Erläuterung

Nicht zu verwechseln mit Schnappatmung.

Bildquelle: Dräger AG

Jam-Session

Definition

Im übertragenen Sinne zwanglose Zusammenkunft von Arbeitsgruppen zum Festigen von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, z. B. in Tagesfortbildungen bei einem Hersteller von Atemschutzgeräten.

Bildquelle: Dräger AG

Jahr

Definition

Zeiteinheit zum Erfassen von Abschnitte in der Wartung von Atemschutzgeräten (ASG).

Bildquelle: Dräger AG

Erläuterung

Nach Richtlinie vfdb 0804 „Wartung von Atemschutzgeräten für die Feuerwehren“ sind z. B. pro Jahr je zwei Halbjahreskontrollen an Vollmaske und Pressluftatmer durchzuführen, aller 4 Jahre die Ventilmembranen an Vollmasken zu wechseln und aller 5 Jahre die Druckbehältersachverständigenprüfung durchzuführen.